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9. November 1989 - die Nacht der Nächte


Der Heidelberger Zeithistoriker Professor Dr. Edgar Wolfrum setzte sich in seinem Vortrag dafür ein, dass die DDR alstotalitäre und menschenverachtende Diktatur nicht verharmlost und verniedlicht werde. (Foto: privat)

(bro) (pm)Das Interesse der Eberbacher Bevölkerung an der Veranstaltungsreihe "Immer wieder montags" zur friedlichen Revolution in der DDR 1989 und zur anschließenden Wiedervereinigung 1990 ist groß. Auch Professor Dr. Edgar Wolfrum vom Historischen Seminar der Universität Heidelberg Anfang November bewegte wieder weit über 100 Zuhörer, ins Foyer des Rathauses zu kommen, um seinem Vortrag "Mauerfall - eine Revolution in Deutschland" gebannt zuzuhören.

Zu Beginn seines Referats führte Wolfrum mittels einer medialen Zeitreise zurück zum 9. November 1989. Die Bilder von der legendären Pressekonferenz von SED-Politbüromitglied Günter Schabowskis, die zahllosen Tränen der Menschen, die emotionalen Reden und vor allem die Friedlichkeit dieser Tage berühren noch heute. Um den Mauerfall besser zu verstehen, begann der Zeithistoriker mit den Gründen, die zum Mauerbau führten. Er stellte dabei besonders die "Verdienste" der SED-Parteiführer Walter Ulbricht und Erich Honecker heraus, die den Mauerbau 1961 gegen den Willen Nikita Chruschtschows, dem damaligen sowjetischen Staats- und Parteichef, durchsetzten. Nach dem Mauerbau veränderte sich die Grenze zwischen den politischen Systemen im geteilten Deutschland, wurde zunehmend undurchlässiger und bestückt mit Selbstschussanlagen perfider. Mit dem "Plan 2000" wollten die DDR-Oberen die Perfektion der "Freiheitsberaubungs- und Unterdrückungsanlage" mit High-Tech-Überwachungstechnik auf die Spitze treiben.

Dass es ganz anders kommen sollte, dieses Verdienst hatten, nach Ansicht des Heidelberger Professors, vor allem die Bürger der DDR. Sie machten sich ab den 1980er-Jahren daran, unter der veränderten weltpolitischenLage von Glasnost und Perestroika in der Sowjetunion, ihrem lang angestauten Unmut in friedlichen Demonstrationen Gehör zu verschaffen. Professor Wolfrum verdeutlichte, welche Bedeutung dem 9. Oktober 1989, der "Wende in der Wende", zukam. Nach den zwei Tage zuvor stattfindenden Feierlichkeiten rund um den 40. Jahrestag der DDR und dem berühmten Ausspruch Gorbatschows "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" war bei den weiteren Demonstrationen gegen die kommunistische Diktatur nicht von Anfang an klar, dass der Protest Erfolg haben könnte. Denn die alte Garde um Erich Honecker wollte nicht kampflos nachgeben. Erst als an diesem Tag die Montagsdemonstrationen wie in Leipzig nicht gewaltsam aufgelöst wurden, konnte der "Umbau der DDR" weitergehen. Die historische Größe von Michail Gorbatschow sieht Wolfrum in diesem Zusammenhang darin, dass er den Protest der DDR-Bürger nicht gewaltsam unterdrückte. Die DDR war damit als Staat nicht mehr zu halten. Es musste also fast folgerichtig zum 9. November 1989 kommen, jener "Nacht der Nächte", die zur Öffnung der Mauer führte.

Für Wolfrum gleichen die Umstände der legendären Pressekonferenz Schabowskis am Tag des Mauerfall auch einer "kommunikativen Revolution", weil erst die westliche Presseberichterstattung vor allem über das Fernsehen zur Mobilisierung der DDR-Bevölkerung führte, die dann die DDR-Grenzsoldaten zur Maueröffnung bewegte. In der nachfolgenden Diskussion warnte der Heidelberger Professor immer wieder davor, die DDR als totalitäre, menschenverachtende Diktatur im Rückblick zu verklären, zu verniedlichen und eine hemmungslose "Ostalgie" zu betreiben. Es könne nicht angehen, dass diese zweite deutsche Diktatur weiter durch demokratisch legitimierte Politiker verharmlost werde.

09.11.09

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