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Gittermast soll bis zu 65 Meter hoch werden

(hof) Mit sechs Parabolantennen, die einen Durchmesser von bis zu 1,8 Meter haben, soll der bis zu 65 Meter hohe Digitalfunkmast auf dem Katzenbuckel Funklöcher vermeiden und die Rettung von Menschenleben ermöglichen. Kritiker befürchten Elektrosmog und Landschaftszerstörung.

Unser Bericht über den geplanten Digitalfunkmast am Katzenbuckel (wir berichteten), löste kurz vor Weihnachten Aktivitäten bei Kreis-Grünen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und NABU Waldbrunn aus.

Die Grünen stellten Anfragen an Landes- und Bundestagsabgeordnete, sowie ans Landratsamt in Mosbach. Gestern fand auf Einladung der Umweltschutzpartei und des NABU Waldbrunn am Fuße des Katzenbuckels, in der Turmschenke, eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung statt.

Kreisvorsitzende Christine Denz und Klaus Brauch-Dylla von den Grünen Neckar-Odenwald stellten die Antworten der zuständigen Behörde beim Landratsamt vor. Demnach soll der Funkmast 150 Meter westlich des Katzenbuckelturms innerhalb eines Buchenaltbestands errichtet werden. Um die Bäume zu überragen soll die Höhe des Gittermastes zwischen 45 und 65 Meter betragen, und damit deutlich sichtbar sein.

Laut Mitteilung des Landratsamtes wurden Alternativstandorte und Bestandsanlagen geprüft. Da diese Standorte bis zu 200 Höhenmeter tiefer liegen, entstünden dabei Unterversorgungen. Diese Funklöcher liegen demnach auf der Bahnstrecke Eberbach - Erbach, der L 2311 Eberbach - Friedrichsdorf - Kailbach - Ernsttal und der K 4114 Gaimühle - Reisenbacher Grund.

Gerhard Neureither, Vorsitzender NABU Waldbrunn, regte an, einen Fachmann einzuschalten, der mögliche Ersatzstandorte ermitteln kann. Eine Errichtung auf dem Gipfel des Katzenbuckels beeinträchtige nicht nur die Landschaft, sondern auch die Optik. Der Katzenbuckel als Wahrzeichen der Gemeinde und des gesamten Odenwalds dürfe nicht mit einem solchen Bauwerk "verschandelt" werden.

Ernst Stephan vom NABU Waldbrunn erläuterte anhand einer Präsentation die verschiedenen Schutzgebietstypen, die vom Bau eines Funkmasts am Katzenbuckel betroffen wären. So sei das Gebiet nicht nur Landschaftsschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet), sondern der Katzenbuckel in seiner Gesamtheit ein Naturdenkmal. Neben der optischen Beeinträchtigung und dem massiven Eingriff in die Schutzgebiete, müsse auch mit Elektrosmog gerechnet werden, so der NABU-Sprecher weiter.

Auch seitens der Zuhörer wurden verschiedene Befürchtungen bezüglich Strahlungsbelastung geäußert. Wenn der Mast erst stehe, sei eine weitergehende kommerzielle Nutzung durch Mobilfunkbetreiber zu erwarten, so die Sorge. Außerdem seien Baumaßnahmen notwendig, die in dem sensiblen Gebiet ihre Spuren hinterlassen.

Nachdem die vorliegenden Informationen ausgetauscht waren, ging es darum, die weitere Vorgehensweise zu erörtern. Da viele Fragen noch offen sind, beispielsweise baurechtliche Aspekte, kam man darin überein, die nächste öffentliche Sitzung des Gemeinderats Waldbrunn am 25. Januar abzuwarten. An die anwesenden Ortschafts- und Gemeinderäte wurde appelliert, sich von der Verwaltung weitergehende Informationen einzuholen. Außerdem sollen Anfragen an Landtags- und Bundestagsabgeordnete für Aufklärung sorgen. Kontaktaufnahme zu anderen betroffenen Regionen sollen ebenfalls initiiert werden.

Es ginge niemandem darum, die neue Technologie zu verhindern; ebenso wenig wolle man Menschenleben gefährden, betonten Grüne und NABU abschließend. Es gehe lediglich darum, den Katzenbuckel in seiner bisherigen Gestalt zu erhalten und Alternativstandorte zu finden.

In Baden-Württemberg sollen 650 Basisstationen entstehen; 200 Masten wurden bereits errichtet. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sollen dadurch in einem bundesweit einheitlichen digitalen Sprech- und Datenfunksystem kommunizieren. Neben Einzel- und Gruppenkommunikation stellt die Abhörsicherheit eines der wichtigsten Argumente der Ausbaubefürworter dar. Übertragung von Daten sowie eine deutlich verbesserte Übertragungsqualität sind weitere Vorteile, so die Darstellung der Bundesanstalt für Digitalfunk.

11.01.10

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