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Brücke nach Ecuador - ehemalige Sternsingerin in Ecuador


Die Sternsinger, hier die Gruppe von St. Josef in Eberbach sammelten für die die Schule in der Partnergemeinde. Hannah Bohnert mit einigen Schülerinnen und Schülern der Schule in La Concordia. (Fotos: Wörner/privat)

(tw) (sb)Die Sternsinger der katholischen Pfarrgemeinden Eberbachs ersammelten insgesamt 16.313 Euro (St. Johannes Nepomuk 4.049 Euro, Kollekte während des evangelischen Gottesdienstes 111 Euro, St. Josef 11.100 Euro und Maria Rosenkranzkönigin in Friedrichsdorf 1.053 Euro). Das ist ein großartiges Ergebnis.
Ein herzlicher Dank der Pfarrgemeinden allen Spendern und Helfern und v.a. den Sternsingern

Zeitgleich zur Sternsingeraktion hielt sich Hannah Bohnert in der Partnergemeinde in La Concordia in Ecuador auf. Der Erlös der Aktion kommt der Schule der dortigen Gemeinde zugute. Hannah Bohnert war selbst jahrelang als Sternsingerin in Eberbach unterwegs und konnte nun vor Ort sehen, wofür sich die Sternsinger engagieren. Ganz herzlich wurde sie von Pater Hilbar, dem Leiter der Schule, empfangen. Er informierte Hannah Bohnert über die Situation der Schule und die Verwendung der bisherigen Spenden, so wie über anstehende Projekte wie dem Neubau von Schulgebäuden. Ein aktueller Bericht und Fotos erreichten die Eberbacher Gemeinden rechtzeitig zur Sternsingeraktion und spornten die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen in ihrem Engagement an.

Hannah Bohnert hatte die Möglichkeit mehrere Tage in La Concordia in der Schule mitzuleben. Sie wurde in den Unterricht eingeladen, nahm an einem Klassenausflug teil und musste Kindern und Lehrern Rede und Antwort stehen über das Leben im fernen Eberbach.


Brief von Hannah Bohnert an die Sternsinger in Eberbach:
Liebe Sternsingerinnen und Sternsinger, liebe Gemeinden von St. Johannes-Nepomuk und St. Josef,

herzliche Gruesse aus La Concordia. Seit Samstagabend bin ich hier. La Concordia ist ein Dorf ca. 4 Busstunden von Quito entfernt. Es hat 50.000 Einwohner. Mit den umliegenden Dörfern sind es 90.000. Das mag für Eberbacher Verhältnisse groß erscheinen, doch hier ist es eben nur ein Dorf. Auch weil es so weit von der Hauptstadt entfernt und auf dem Land liegt.

Es hat auch eher einen dörflichen Charakter. Die Häuser sind hier sehr einfach, die Dächer meistens aus Wellblech und die Strassen der Stadt sind zum Grossteil nicht gepflastert. Wenn es regnet, sind sie nur noch Schlamm. Täglich gibt es einen riesigen Markt, auf dem die Bauern ihre magere Ernte lautstark anpreisen. Das Klima ist hier schwül- heiß und es gibt viele Moskitos. Für ein paar Stunden am Tag wird Strom und manchmal auch Wasser abgestellt, weil ein Mangel daran herrscht.

Viele Leute hier in La Concordia sind sehr arm. Die meisten Menschen sind Campesinos, also Bauern, denn Industrie gibt es hier so gut wie nicht und wenn doch, dann gehört sie den wenigen Wohlhabenden der Gegend. Die meisten Arbeiter und Bauern verdienen viel zu wenig um sich und ihre Familien zu ernähren. Und die Familien sind sehr groß: 5, 6, 7 Kinder sind keine Seltenheit. Aber der Staat kümmert sich nicht groß um die Probleme der Leute auf dem Land und hat deswegen kein Interesse, die Situation hier zu verbessern. Es gibt zwar staatliche Schulen, doch dort ist die Betreuung und die Lehre extrem schlecht und private Schulen sind wegen jährlicher Einschreibungsgebühren, monatlicher Pensionen an die Schule und Schuluniformen teuer. Ein Teufelskreis, in dem sich die Menschen befinden, denn so kommen sie nicht aus der Armut heraus.
Die kirchliche Schule von La Concordia, die die Kongragacion der Sagrados Corazones leitet, können aber auch sehr arme Kinder besuchen, weil sie durch die Spenden von unter anderem der Eberbacher Gemeinden die Mittellosigkeit der Ärmsten einigermaßen auffangen kann.

Die Schule hat 1200 Schülerinnen und Schüler, die von 60 Lehren betreut und unterrichtet werden. Um allein diese Lehrer mit einem einigermaßen menschlichen Gehalt bezahlen zu können, müsste der Leiter Pater Hilbar für jedes Kind 45 Dollar einfordern. Und damit wären noch nicht die Kosten für weitere Angestellt wie Putzteam, Hausmeister und Administration sowie für Strom und Wasser gedeckt. Doch um den armen Kindern und Jugendlichen eine gute Ausbildung ermöglichen zu können, verlangt er von den etwas wohlhabenderen nur 28 Dollar pro Monat und von den Allerärmsten 7 Dollar. Außerdem gibt es Reduzierungen für Familien mit mehreren Kindern an der Schule. Dies kann Pater Hilbar jedoch nur machen, weil die Schule durch Spenden unterstützt wird. Allerdings gibt es auch immer wieder Probleme, weil manche Eltern auch die erniedrigten Gebühren nicht mehr zahlen können. In diesen Fällen wird versucht, Paten im Ort aufzutreiben, die das Schulgeld für jene Kinder bezahlen.

Die Schulgebäude sind um einen Hof herum gebaut, der als Appellplatz (zum Morgengebet) und Pausenhof dient. Die Klassenräume sind klein und vollgestopft mit Tischen und Stühlen. Wegen der Hitze haben sie keine Fenster, doch dadurch ist es immer sehr laut, denn die Geräusche der Stadt und der Lärm der im Hof spielenden Schüler dringen in die Klassenräume.

Der Schulunterricht ist in Vormittags- und Nachmittagsklassen unterteilt. Vormittags kommen die Kinder der etwas besser gestellten Familien, nachmittags dann die der armen, denn diese Kinder und Jugendlichen müssen am Morgen oft ihren Eltern beim Arbeiten helfen, selbst arbeiten oder auf ihre jüngeren Geschwister aufpassen.
Die Schule genießt einen guten Ruf in der Stadt und Umgebung und viele Eltern wollen ihre Kinder in die Schule Sagrados Corazones schicken. Natürlich versucht die Schulleitung ihr bestes, möglichst viele Schüler aufzunehmen, doch im vergangenen Jahr mussten sie über 100 Bewerbungen ablehnen, weil die Schule aus den Nähten platzt. Schon jetzt sitzen in den Klassen oft mehr als 40 Schüler, was besonders bei den Kindergarten- und Grundschulklassen sehr anstrengend ist. Aber Eltern und Schüler sind froh, dass sie diese Schule besuchen können, auch wenn es an Platz, Lehrkräften, Unterrichtsmaterial, Ausstattung der Physik- und Chemieräume und an kinderfreundlicher Schulumgebung mangelt, denn die Ausbildung und Betreuung ist hier immer noch um einiges besser als an staatlichen Schulen.

Dank der Eberbacher Spenden konnte ein neues Schulgebäude vor 2 Jahren gebaut werden. Darin befinden sich nun die Direktion, Sprechzimmer des Pastoralbeauftragten, Englischlehrmittel sowie ein Klassenraum. Im zweiten Geschoss wurde ein Versammlungs- und Konferenzraum eingerichtet, der auf den Namen "Aula de Eberbach" (Saal von Eberbach) trägt. Außerdem konnten neue Schulmöbel beschafft und ein Computerraum ausgestattet werden.

Ein weiterer Schultrakt ist in Planung. Einige hundert Meter von der jetzigen Schule entfernt hat Pater Hilbar ein 2ha großes Grundstück erwerben können, worauf Gebäude errichtet werden sollen. Er möchte das Colegio von der Esculea trennen, damit für beide Schularten genügend Platz besteht.

Die Schulangehörigen sind überaus froh über die finanzielle Hilfe, die sie erhalten. Ich wurde hier sehr freundlich aufgenommen. Die Sekretärin der Schule hat angeboten, dass ich die Tage in ihrer Wohnung verbringen kann. Sie und Pater Hilbar erzählen mir von dem Schulprojekt, der Lebensumstände der Familien und der Situation in Ecuador. Heute morgen (Montag) wurde ich bei Morgenappell den Schülern und Lehrern vorgestellt. Nun fragen mir die Kinder Löcher in den Bauch, Lehrer laden mich zu ihrem Unterricht ein und Eltern freuen sich, dass jemand aus Eberbach zu Besuch ist.

Liebe Sternsingerinnen und Sternsinger, ich hoffe, dass ihr durch diesen aktuellen Bericht und die Fotos von der Schule und von den Menschen hier, versteht, dass euer Engagement ganz wichtig ist. Wenn ihr heute und in den nächsten Tagen von Haus zu Haus zieht, um den Dreikönigssegen zu den Eberbacher Familien zu bringen, dann habt dabei die Schüler von La Concordia im Herzen, die dank eures Einsatzes eine gute Schulausbildung erhalten können und so hoffentlich einmal aus der Armut entrinnen können. Erzählt den Menschen, die ihr als Dreikönige besuchen werdet, dass ihre Spenden wichtig sind und ganz direkt hier in La Concordia helfen. Damit werdet ihr nicht nur den Segen über die Türen schreiben, sondern auch selbst zum Segen für die Kinder und Jugendlichen werden und darauf dürft ihr stolz sein.

Vergelts Euch Gott

Herzliche Grüsse von Pater Hilbar, seinen Mitbrüdern, den Lehrern, Eltern und vor allem der Kinder und Jugendlichen der Sagrados Corazones in La Concordia.

Mit den Wünschen für ein gesegnetes neues Jahr, Hannah


16.01.10

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