Donnerstag, 13. Dezember 2018

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Pizzabäcker scheitert auch im zweiten Anlauf - Neue Schutzhütte am Itterberg


(Fotos: Hubert Richter)

(hr) Schwer tut sich der Bau- und Umweltausschuss des Eberbacher Gemeinderats mit der ungenehmigt errichteten Trockenkammer eines holzverarbeitenden Betriebs im Holdergrund (Bild oben links). Das Thema stand bereits auf der Tagesordnung der letzten Sitzung und wurde heute bereits zum zweiten Mal vertagt.

Die Firma hat die Trocknungsanlage für Holzpaletten unter der Überdachung eines Lagers aufgebaut. Das überdachte Lager war unter der Vorgabe, dass es offen bleiben muss, Anfang 2008 genehmigt und gebaut worden. Die jetzt darin aufgestellte Trockenkammer widerspricht nach Auffassung der Verwaltung dem gültigen Bebauungsplan, weil dieser eine "bandartige Bebauung" entlang der Straße "Holdergrund" vorsehe und man keinen Präzedenzfall für eine Bebauung in zweiter Reihe schaffen wolle.
SPD-Stadtrat Rolf Schieck gab zu bedenken, dass neben der offenen Lagerhalle bereits seit Jahren ein genehmigtes Gebäude in zweiter Reihe stehe. Ob die Trockenkammer dann überhaupt noch ein Präzendenzfall wäre, soll nun bis zur Novembersitzung erst noch geprüft werden. Etliche Anwohner haben bereits Einwände gegen die Trocknungsanlage erhoben, insbesondere wegen Lärm- und Geruchsemissionen. Die Firma ist schon lange im Holdergrund ansässig. Nach und nach rückte die Wohnbebauung an das Betriebsgelände heran, und in der Folge nahmen die Beschwerden über Betriebsgeräusche und andere Emissionen zu. Allerdings ist die Trockenkammer nicht das erste Bauwerk, das die Firma ungenehmigt errichtet hat. Ob der Firmeninhaber die Anlage wieder abbauen muss, entscheidet letztlich das Baurechtsamt in Heidelberg.

Erneut lehnte der Ausschuss die Nutzungsänderung eines ehemaligen Ladengeschäfts in der Steigestraße in einen Pizzalieferservice mit Bistro mehrheitlich ab. Das gleiche Vorhaben wurde im Juli 2009 schon einmal abgelehnt (wir berichteten). Laut Bebauungsplan wären dort "Schank- und Speisewirtschaften" zulässig, die der Versorgung des Wohngebietes dienen. Begründet wird die Ablehnung vor allem damit, dass die beantragte Nutzung über die reine Versorgung des Wohngebietes hinaus ginge. Außerdem seien vor allem durch den Liefer- und Abholverkehr negative Auswirkungen auf das Wohnumfeld zu befürchten. Auch die Sorge, dass die Mensa an der Steigeschule unter dem Pizzaangebot leiden könnte, spielte in der Diskussion eine Rolle. Zudem haben Angrenzer Einwände erhoben.

Zugestimmt wurde dem beantragten Neubau einer Schutzhütte im Stadtwald am Itterberg oberhalb Eberbach-Nord. Antragsteller ist die Stadtverwaltung selbst. Die Hütte soll als Ersatz für eine Schutzhütte gebaut werden, die einige Meter weiter nördlich an der "Hiobskehre" stand und im Juni 2007 durch einen Sturm zerstört wurde (wir berichteten). Die Hütte soll auf Stützen in den Hang gebaut werden und verspricht einen Panoramablick vom Ittertal bis zum Neckar (Bild rechts und Planskizze unten links).

Beschlossen wurde heute auch der Kauf eines neuen Mehrzweckfahrzeugs vom Typ Lindner Unitrac für rund 107.000 Euro. Es soll von der Eberbacher Firma Münch geliefert und vor allem beim Bauhof und der Stadtgärtnerei eingesetzt werden. Das Fahrzeug ersetzt einen rund 25 Jahre alten Unimog.

18.10.10

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