Samstag, 19. September 2020

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Trocken-warme Sommer begünstigten Keimbildung

(hr) Bezüglich der seit 4. September andauernden Chlorung des Eberbacher Trinkwassers teilten die Stadtwerke heute mit, dass die Ursache für die Verunreinigungen möglicherweise direkt im Quellwasser liegt.

Bereits im Oktober waren die Trinkwasserquellen Dürrhebstahl und Holdergrund als mutmaßliche Eintrittsstellen der Verkeimung identifiziert worden (wir berichteten). Vermutet wird nun, dass sich, da die Böden aufgrund des warmen Sommers bis weit in das Erdreich ausgetrocknet waren, Klüfte gebildet haben, durch die das Niederschlagswasser rasch und ohne Filterwirkung bis zum Quellaustritt gelangen konnte. Das führte wohl zum Eintrag von Trübstoffen und Keimen.

Die 2015 erneuerten UV-Anlagen in den Stationen zur Trinkwasseraufbereitung desinfizieren laut Stadtwerke grundsätzlich das Wasser, gewährleisten jedoch nur bis zu einer bestimmten Trübung die Desinfektion. Somit können bei erhöhter Trübung Keime durch die Desinfektion gelangen, ohne durch das UV-Licht abgetötet zu werden. Durch die Erwärmung des Bodens und die damit einhergehende Erwärmung der Trinkwasserleitungen bzw. des Trinkwassers sowie saisonal bedingte Schwankungen des Durchflusses in manchen Leitungsteilen sei die Keimbildung begünstigt worden.

Die die Quellen derzeit aufgrund wechselnder Wetterverhältnisse immer wieder Keimfrachten und Trübungen liefern, muss laut Rücksprache mit dem Gesundheitsamt die Chlorung beibehalten werden. Die Konzentration könne jedoch im Netz auf einen Wert von mindestens 0,1 mg/l abgesenkt werden, so die Stadtwerke.

27.11.19

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