Freitag, 18. September 2020

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Besuch in einer anderen Welt


Nikolaus von Myra gab sein ererbtes Vermögen an Notleidende, auf dem Schwarzacher Hof verteilte er Mandarinen und Nüsse an Kinder. (Foto: Adler-Witkowski)

(bro) (mw) Das Gedicht im Gottesdienst rahmte den Tag des Weihnachtsmarktes am Schwarzacher Hof, der am vergangenen Wochenende stattfand, bildlich ein: „Mit fester Freude / Laufe ich durch die Gegend“ beginnt Hanns Dieter Hüschs Dezember-Psalm, welchen Pfarrerin Erika Knappmann vorlas. Mit eben einer solchen Freude schlenderten kurz darauf die Gäste über den Hofmarkt. Was dort zu sehen und zu erleben war, war mitunter einfach: „grandios“.

Denn dieses Lob sprang einer Besucherin beim Betreten von „Calvins Welt“ über die Lippen. „Was geht ab?“ fragte ein anderer Gast in dieser Welt und staunte: „Hast du hier einen eigenen Stand?“ Denn die Kreativität des Schülers der Schwarzbach Schule und Bewohner des Schwarzacher Hofes hatte längstens die Runde gemacht. In seiner Weihnachtsmarktwelt flog ein riesiges Raumschiff, kletterte Dragons Ohnezahn an der Wand und wachte Chase von der Paw Patrol am Eingang. Hier konnten die Besucher nur mit einem der Rucksäcke wieder rausfinden, die Calvin aus Holzbrettern gefertigt hatte.

Außerhalb dieser Welt ging es besinnlich zu: Die Alphornbläser Steinsbergblick, der Posaunenchor Neidenstein und die Blechbläser der Liebenzeller Mission spielten „Ruf vom Kirchberg“, „Macht hoch die Tür“ oder „Tochter Zion“. Dazwischen saß der Nikolaus und ließ sich mit den Kindern, die auf den Schwarzacher Hof gekommen waren, fotografieren. Naturprodukte und Kunsthandwerk von hier und aus der Region waren auf dem Markt zu haben: Adventslichter, gefertigt aus weggetanen Glasbausteinen, Taschen aus Stoffen, welche die Kleiderspende aussortiert hatte, Anzündholz, auf dem Hof gesammelt und dort gespalten, Walnüsse „vom eigenen Baum“ aufgelesen und selbst genähte Puppenkleider in den Größen 43, 46 und 63. „Regionaler geht´s nicht“, versicherte Lisa Burger, Mitarbeiterin in den Schwarzacher Werkstätten.

Für den Spaziergang vorbei an den Ständen, die den Duft von frisch gebrannten Mandeln, heißen Glühwein und herzhaftem Wildgulasch verströmten, hatten sich Tamara Armbruster und Peter Schmidt eigens zurechtgemacht. Zum Genießen der Köstlichkeiten und Leckereien waren sie wie alle Gäste eingeladen, sich im Luthersaal niederzulassen. Aber ebenso konnten sie von hier etwas mitnehmen, beispielsweise das Bilderbuch „Weihnachtsgeschichten für Kinder“, die CD „Stille Zeit“ und damit auch die Weihnachtsbotschaft aus der letzten Zeile von Hanns Dieter Hüschs Dezember-Psalm: „Jesus kommt / Alles wird gut“.

10.12.19

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