Donnerstag, 09. Juli 2020

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Strenge Auflagen für den Haarschnitt - Infektionskurve flacht weiter ab

(cr) Der Lockdown wegen der Corona-Pandemie führte in allen Bereichen zu drastischen Einschränkungen, auch bei den Friseurstudios. Ab kommenden Montag dürfen diese wieder öffnen, allerdings mit erheblichen Auflagen.

“Am 20. März war unser letzter Arbeitstag vor der Schließung von Friseurbetrieben”, erinnert sich Deniz Demir. Er und Derya Demir sind Geschäftsinhaber von “Miro’s Hairpoint” mit zwei Geschäften in Eberbach. Jetzt hofft Demir, dass er am kommenden Montag, 4. Mai, sein Geschäft in der Bahnhofstraße und am Dienstag in der Adolf-Knecht-Straße öffnen darf. Dies sei der aktuelle Stand, so der Firmenchef, der einen spannenden Arbeitsalltag auf sich und sein Team, aber auch auf seine Kundschaft zukommen sieht. Man sei darauf vorbereitet und halte die im Rahmen der Corona-Krise beschlossenen Vorgaben ein. Wie in vielen Bereichen stehen auch hier Hygienemaßnahmen und Abstand halten an vorderster Front. Die Kundinnen und Kunden müssen beim Betreten der Geschäftsräume die Hände desinfizieren, Mundschutz muss mitgebracht oder käuflich erworben werden, Haare schneiden und mehr geht nur nach der Haarwäsche im Geschäft, Gesichtsbehandlungen wie Wimpern färben, Augenbrauen zupfen oder Rasur ist ebenso nicht erlaubt wie als Kunde selbst zum Föhn zu greifen. Zwischen den Kunden muss ein Abstand von 1,5 Meter gewährleistet sein, einen Wartebereich im Geschäft gibt es zumindest bei Miro’s Hairpoint nicht. Für die Belegschaft, die ebenfalls mit Mund-Nasenschutz arbeiten muss, bedeuten die Auflagen einen hohen Zeitaufwand. Permanente Desinfektionen aller Flächen-und Geräte werden den Alltag mitbestimmen. Regulär wird in dieser Branche in einer 5-Tage-Woche gearbeitet. Ob vorerst auf eine 6-Tage -Woche umgestellt werden könne, sei unklar, so Deniz Demir. Er weiß, dass jetzt der Bedarf an einer neuen Frisur, oft mit neuer Farbe, groß ist. Man müsse dennoch auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter denken, die es zu schützen gelte und die ihre Freizeit brauchen, betonte der Geschäftsinhaber.

Die Corona-Zahlen in Eberbach und im Rhein-Neckar-Kreis deuten weiterhin auf eine deutliche Entspannung des Infektionsgeschehens hin. In Eberbach gibt es seit Ende März, also seit vier Wochen, keine neuen Infektionen mehr, und alle bisher Infizierten sind wieder gesund. Aus Schönbrunn wird seit gestern zwar ein weiterer Corona-Fall vermeldet, aber die vier bisher erkrankten Personen sind auch wieder gesund. im Rhein-Neckar-Kreis ist die Zahl der “aktiven”, also potentiell ansteckenden Infizierten auf 102 gefallen. Das bedeutet rund eine aktive Infektion pro 5.500 Einwohner. Alle bekannten Infizierten befinden sich in Quarantäne. In Baden-Württemberg ist die Reproduktionszahl heute wieder auf 0,7 zurückgegangen, nachdem sie kurzzeitig mit 0,9 beziffert worden war. 0,7 bedeutet, dass jeder Infizierte deutlich weniger als eine weitere Person ansteckt.


29.04.20

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