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Nachrichten > Kultur und Bildung

Frauen um Dietrich Bonhoeffer


(Foto: privat)

(bro) (el) 30 Frauen trafen sich kürzlich in der Michaelskirche. Vorbereitet wurde das Treffen vom Bezirksteam der Evangelischen Frauen unter Leitung von Petra Neumann-Janssen. Angezündete Kerzen, Gebete und Lieder brachten neben dem Vortrag „Frauen um Dietrich Bonhoeffer“ auch die aktuelle Situation des Krieges in der Ukraine mit den schlimmen Folgen und den vielen Geflüchteten vor Gott.

Angesichts des Krieges konnte man im Vortrag von Dr. Adelheid von Hauff zu den Frauen, die den Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer in der Naziherrschaft geprägt hatten, auch Aufträge an uns heute spüren.

Die detaillierten Schilderungen dieser Frauen, angefangen von der Großmutter, über seine Mutter, seine Schwestern bis hin zu seiner Verlobten Maria von Wedemeyer, zeugen von kraftvollen Frauen. Überhaupt ist die Ahnentafel der Familie Bonhoeffer und der Ehefrauen sowohl in der Zeit vor Dietrich Bonhoeffer als auch danach voll von bedeutenden und bekannten Persönlichkeiten.

Da ist zunächst die Großmutter Julie Bonhoeffer väterlicherseits, die couragiert am 1. April 1933 am Tag der deutschlandweiten Judenboykotte im Berliner KaDeWe dem SA-Mann am Eingang entgegnete: „I kauf mei Butter, wo i mei Butter immer kauf!“ Bis ins hohe Alter war sie die Großmutter „Courage“. Dietrich Bonhoeffer sagte über sie an ihrer Beisetzung im Januar 1936, als sie 93-jährig starb: „Sie konnte nicht ertragen, wo sie das Recht eines Menschen vergewaltigt sah.“

Bonhoeffers Mutter Paula, geb. von Hase (1876-1951) machte das Lehrerinnenexamen und unterrichtete ihre acht Kinder daheim, dazu auch Nachbarskinder. Die begabten Kinder konnten durch sehr gute Prüfungsleistungen manche Klasse überspringen. Tief erschüttert wird sie vom Kriegstod ihres Sohnes Walter im Ersten Weltkrieg, und unter der Naziherrschaft verliert sie zwei Söhne: Dietrich und Klaus und zwei Schwiegersöhne Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher, die alle im Widerstand gegen Hitler waren und kurz vor Kriegsende erschossen wurden. Aber auch das konnte die Familie nicht brechen. Dietrich Bonhoeffer schrieb in seinen Briefen aus dem Gestapo-Gefängnis, dass ihn die christlichen Lieder, die er von seiner Mutter gelernt hat, über das Gefängnisleid getragen haben.

Von den Schwestern ist die enge Beziehung zur Zwillingsschwester Sabine wichtig. Diese heiratete den jüdischen Staatsrechtler Gerhard Leipholz, und sie emigrierten 1938 nach England. Bekannt ist auch die Schwester Christine (1903 -1965), die ihren Klassenkameraden Hans von Dohnanyi heiratete und mit ihm zusammen 1943 inhaftiert wurde, im Gegensatz zu ihrem Mann aber wieder freikommt.

All diese Frauen, die das Leben von Dietrich Bonhoeffer geprägt haben, sind sehr starke Persönlichkeiten, die in äußerst schwierigen Zeiten während des Naziregimes gelebt haben. Sie haben die Entscheidungen ihrer Männer, die sie liebten, mitgetragen und sind selber mutig dem „Rad in die Speichen gefallen“ (wie eine Biografie zu Dietrich Bonhoeffer den Widerstand nennt).

Mit viel Respekt wurde der kenntnisreiche Vortrag aufgenommen, und man war dazu angetan, weiter über diese starken Frauen zu recherchieren.

12.04.22

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