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Nachrichten > Sport und Freizeit

Ein Festival der boshaften Beleidigungen


(Foto: Thomas Wilken)

(tom) Es geht, was nur schiefgehen kann. Aber genau darauf warteten die Zuschauer und amüsieren sich königlich, wenn auf der Bühne heilloses Chaos herrscht und die Darsteller nach und nach die gespielte Contenance verlieren. Kein Wunder, dass die Rothenberger Theatergruppe mit der Komödie in drei Akten, „Kaviar trifft Currywurst“ von Winnie Abel, genau den Nerv des sich kringelnden Publikums traf.

Die beiden Samstage, 12., und 19. November, in der Rothenberger Sporthalle waren rappelvoll, nur am Freitag, 18. November, gab es noch ein paar freie Stühle. Keiner aus Oberzent und darüber hinaus wollte es sich entgehen lassen, nach drei Jahren Pause endlich mal aufs Neue befreit loszulachen, ohne das Gehirn einschalten zu müssen. Die Laienschauspieler waren ebenso ganz wild darauf, wieder loszulegen.

Auch wenn Proben gerade kurz vor den Aufführungen sehr stressig sind, belohnen dann das herzliche Lachen und der große Applaus alle Anstrengungen, die in den vergangenen Wochen und Monaten nötig waren. Das Gros der Truppe ist schon jahrelang zusammen, mit Michael Pascuzzi und Nele Weyrauch gab es zur Freude wieder zwei Newcomer.

Das Stück lebt von seinen skurrilen Figuren, die von den einzelnen Darstellern mit viel Liebe zum Detail gespielt wurden. Die Personen wurden so überzeichnet, dass es eine wahre Wonne war zuzuschauen. Teilweise spielten sich die Gags im Hintergrund ab, sodass eine 100-prozentige Aufmerksamkeit sehr zu empfehlen war.

Etwa wenn Fast-Inventar Heini, eigentlich eine dankbare Nebenrolle für Janik Uhrig oder Harry Foshag, sich an der Bar festklammerte, sie um nichts in der Welt verlassen wollte und heimlich sein Bier ins Sektglas anzapfte. Die gelegentlichen Hintergrund-Rülpser, wenn vorn gerade mal wieder hochgestochen geredet wurde, waren so etwas wie der Running Gag.

Denn ansonsten musste sich Heini in der Bar nicht benehmen. Wirtin Erna Wutschke (Tanja Schmidt) führte im richtigen Leben eine heruntergekommene Eckkneipe. Nur: Der Cousin von Welt Harry (Benjamin Götz) hatte sich angekündigt. Dem gaukelte sie einst vor, ein gut laufendes Edel-Restaurant zu betreiben, damit er ihr das Geld für die Kneipe leiht. Was tun?

Schnell wurde optisch alles aufgehübscht. Das machte auch vor den Stammgästen nicht halt. Doch was vielleicht beim Äußerlichen funktionierte, haute bei den einzelnen Personen nicht hin. Susanne Weyrauch als Stammkundin Sandy hatte eine wahre Freude daran, mit falschen Fremdwörtern um sich zu werfen, um als Dame von Welt zu gelten.

Dass sie normalerweise keine Schuhe mit Absätzen trägt, wurde ebenso schnell deutlich. Ganz zu schweigen von besonderen Umgangsformen. Und auch sonst geht es bei ihr eher freizügig zu. Kaum war Harrys Etepetete-Freundin „Schnucki“ zum Shoppen nach Heidelberg abgedampft, schmiss sie sich an diesen ran und ließ ihn nicht mehr aus ihren Fängen.

Ernas Lebensgefährte Blümchen (Dominik Seip) tat sich ebenfalls schwer damit, als piekfeiner Kellner aufzutreten. Mehr als einmal vergaß er seine guten Manieren und redete drauflos, wie ihm es gerade in den Sinn kam. Vor allem, wenn Gastro-Konkurrent Wolfgang Schuster reinschaute und für Unruhe sorgte. Den gab Michael Pascuzzi mit diebischer Freude am Hinterhältigen und perfekt antrainiertem Sprachfehler.

Doch auch er verzweifelte irgendwann an der Bauernschläue von Erna und ihren Freunden. Die von ihm ausgesetzte Kakerlake verkaufte sie Harry als asiatische Delikatesse, der „Bordaux“ schmeckte köstlich, auch wenn er einfach dem Weißwein hinterhergegossen wurde. Und auch der Lachs im „Teichmantel“ war einfach köstlich.

Drohte dann doch mal was schiefzugehen, sprang Bürgermeister Döge (Jochen Blutbacher) in die Bresche. Denn der wollte nicht, dass Erna über seine Suff-Eskapaden plauderte. So schien alles irgendwie doch immer wieder zu funktionieren. Doch dann hatte Harry die Idee, die dem Chaos die Krone aufsetzte: Er schickte eine Restauranttesterin vorbei. Was die alles erlebte, sorgte für heftige Bauchlachkrämpfe beim Publikum.

„Kaviar trifft Currywurst“ ist herrlich politisch inkorrekt. Einen Abend lang blieben alle Sorgen, jemandem auf die Füße treten zu können, daheim. Mann gibt Frau einen mit, Frau wiederum Mann – keine(r) bleibt ungeschoren bei diesem Festival der boshaften Beleidigungen, die manchmal frisch der Mottenkiste entsprungen sind. Kalauer jagte Kalauer. Um ein paar solche herauszuhauen, durfte auch Kneipengast Uwe (Thomas Wilcke) mal schnell hereinschauen, um dann ebenso rasch wieder rauskomplimentiert zu werden.

21.11.22

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