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Nachrichten > Kultur und Bildung

Wenn das Klassenzimmer zur Agora wird


(Foto: privat)

(bro) (jpr) Klassenzimmer sollten weit mehr sein als Orte der schulischen Stoffvermittlung, sondern immer auch Räume für Anschlusskommunikation, Gespräche und den Austausch von verschiedenen Perspektiven öffnen. Um über den eigenen „Denkraum“ hinausdenken zu lernen, verfolgt der Gemeinschaftskundeunterricht an der Realschule Eberbach das Ziel, den Schülerinnen und Schüler durch Begegnungen mit Abgeordneten lebendige Einblicke in das politische Geschehen zu ermöglichen und ihnen dabei auch eine Stimme zu geben. So wird das Klassenzimmer zur Agora – einem Platz der Debatte, auf dem verschiedene, bunte Sichtweisen den eigenen Gesichtskreis erweitern und neue Denkanstöße gehandelt werden. Einen solch lebendigen Austausch ermöglichte kürzlich Jan-Peter Röderer, Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg, den Klassen 9a und 10a der Realschule Eberbach.

Die beiden Klassen nutzten ausgiebig die Gelegenheit, mit dem Abgeordneten der SPD ins Gespräch zu kommen. Jan-Peter Röderer sensibilisierte den Blick der Schülerinnen und Schüler für die herrschenden Gefahren durch Fake News und Stimmungsmache in den Medien und ermunterte dazu, kritisch zu hinterfragen und nicht gleich „auf jeden Zug mit aufzuspringen.“ Auch im Bereich des Etikettenschwindels bei Produkten zeigte er auf, wie wichtig das kritische Hinsehen und Hinterfragen ist. Mündige Bürgerinnen und Bürger fallen nicht vom Himmel, sondern müssen auch durch gute politische Bildung in den Schulen in ihrer kritischen Urteilsfähigkeit angeregt werden. Mit Blick auf die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei der nächsten Landtagswahl sieht Röderer auch einen deutlichen Auftrag an die Schulen, politische Bildung zu forcieren und den Jugendlichen notwendiges Rüstzeug für die aktive Mitbestimmung an die Hand zu geben: „Wenn nicht parallel zur Absenkung des Wahlalters auch mehr Fokus auf die Vermittlung politischer Grundlagen und Demokratieverständnis gelegt wird, haben Populisten leichtes Spiel und die Kritiker der Absenkung werden am Ende Recht behalten.“

Großes Diskussionsthema war die Notwendig einer klimaschonenden Mobilitätswende. Jan-Peter Röderer machte hier seinen Standpunkt deutlich: „Einzelne Personen, die einzelne Autos fahren, sollten schnellstmöglich der Vergangenheit angehören und nicht die Zukunft der Mobilität darstellen – von Mobilitätswende kann nicht gesprochen werden, wenn die Zahl der zugelassenen Autos pro Jahr immer noch steigt.“ Aus Sicht der Jugendlichen müsste sich die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs dringend verbessern, gerade im ländlichen Raum, wenn die Verkehrswende kein Lippenbekenntnis bleiben soll. Hier brachten viele Schülerinnen und Schüler von Gemeinschaftskundelehrer Martin Kohler aus den umliegenden Gemeinden von Eberbach ihre kritischen Perspektiven und Erfahrungen in die Diskussion ein. Jan-Peter Röderer verdeutlichte das Ziel einer gesteigerten Intermodalität, die durch die anschlussfähige Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel gerade im ländlichen Raum durch ihre Nutzerfreundlichkeit bestechen würde.

Spannende Diskussionen ergaben sich auch im Bereich der Bildungspolitik, von der sich die Schülerinnen und Schüler weniger Stofffokussierung, sondern mehr Schülerorientierung, Lebensweltbezug und innovative Brücken in die Welt außerhalb der Schule wünschen würden. „Die Fragen der Schülerinnen und Schüler zeugen von einem geschärften Problembewusstsein“, äußert sich Kohler im Anschluss an die etwas anders gestalteten Unterrichtsstunden.

In der Nachbetrachtung der Gesprächsrunden zeigte sich Jan-Peter Röderer begeistert von den neuen Wegen, die die Realschule Eberbach im Gemeinschaftskundeunterricht geht, um die Urteilsfähigkeit der Jugendlichen zu schärfen: „Herr Kohler und das Kollegium der Realschule haben die Zeichen der Zeit und die Notwendigkeit des persönlichen Austauschs genau richtig erkannt.“

Solche direkten Begegnungen sollten allerdings nicht nur mit Landes- und Bundespolitikern stattfinden. Auch oder ganz besonders die Kommunalpolitik als Fundament unserer Demokratie sollte den jungen Menschen ebenfalls durch den persönlichen Austausch nähergebracht werden. „Ich nehme das gerne mal mit in den Gemeinderat“, so der Abgeordnete, der zugleich auch Eberbacher Stadtrat ist. „Für die Schülerinnen und Schüler sowie das Gemeinwesen vor Ort wäre das auf jeden Fall eine lohnende Sache“, stimmte Kohler dem SPD-Politiker zu.

Das neue Begegnungskonzept des Gemeinschaftskundeunterrichts an der Realschule Eberbach sorgt auch bei den SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern fĂĽr Begeisterung. Unterschiedliche Parteien und Perspektiven helfen dabei, mehr Einsicht in die Politik bekommen, so die SchĂĽler.

Politische Bildung lebt auch von Begegnungen und Gesprächen und das wird im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts an der Realschule Eberbach nicht nur erlebt, sondern auch gemeinsam gelebt.

09.03.23

Lesermeinungen

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Von Joedi (16.03.23):
@Jolanthärr
In BW darf man schon ab 16 Jahren den Landtag wählen. Das wurde schon beschlossen, deshalb ist keine Eile nötig. :-)


Von Joedi (16.03.23):
@Klara,
was hat die Forderungen der jungen Menschen nach einem besseren ÖPNV mit Ihrem "Führerscheinverzicht" und "Lasträderkorso" zu tun? Ist man jetzt schon grün-versifft wenn man sich einen besseren Fahrplan wünscht?
Das ist sehr billig und durchschaubar. Das nächste mal erst nachdenken und dann posten.


Von Jolanthärr (15.03.23):
als Namenskürzel steht "jpr" über dem Artikel, also doch wohl = Jan-Pete-Röderer (SPD-abgeordneter).
p.s.: SPD und Grüne wollen in bawü, dass auch 16 Jährige Kinder wählen sollen können, daher diese Hektik des spd -Mannes ?


Von Klara Fall (15.03.23):
Ich hätte mir doch von den jungen Leuten neben der Forderung nach einer Verbesserung des ÖPNVs noch so eine Art Selbstverpflichtung gewünscht: "Wir verzichten hiermit demonstrativ auf den Erwerb des Führerscheins." Ach ja, und den Corso bei Bestehen der Mittleren Reife bitte auf Lastenfahrrädern. Gilt auch für die Abiturienten des HSGs.

Und Herrn Röderer sei gesagt: Ob jemand alleine oder mit mehreren in einem Auto fährt, das entscheidet derjenige noch immer selbst. Denn noch sind wir nicht in Öko-Nordkorea. Noch nicht.


Von Pressemaier (14.03.23):
@Tolmein: Der Artikel wurde von der Realschule geschrieben, nicht von der SPD. ;-)

Von Tolmein (09.03.23):
Wer dieses GesĂĽlze liest, weiĂź wieso die SPD in Baden-WĂĽrttemberg derzeit nur bei ca. 10% liegt !

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