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Wortgewandte Anleitung zum angstfrei FĂĽrchten


(Foto: Andrea Koss)

(ak) Auf Einladung des Kulturlabors gastierte am gestrigen Freitagabend der Kabarettist Thomas C. Breuer in Eberbach.

Toni Dausch als einer der Vorstände des Vereins begrüßte das Publikum im nur spärlich besuchten Depot 15/7 an der Güterbahnhofstraße sowie den Künstler, der sein Programm „Angstfrei fürchten“ präsentierte, in dem er Ängste im Allgemeinen und im Besonderen beleuchtet.

Breuer würdigte die lokale Szene und startete mit einem eigenen und aktuell aufbereiteten Gedicht über Bärlauch – für ihn ein Erlebnis-Food – und gab damit einen Vorgeschmack auf die Wortspiele, die folgen sollten. Er zitierte John Cleese, ein Mitglied der legendären Schauspieltruppe Monty Python, der in einem Interview erzählte, dass eine Umfrage in Amerika ergeben hätte, dass die Menschen in erster Linie Angst vor öffentlichen Auftritten hätten und erst in zweiter Linie vor dem Tod. Diese öffentlichen Auftritte seien ohnehin nur Schein, was man an den dabei eingesetzten Schein-Werfern sehen könne.
Über Geschichten wie „In 80 Klagen um die Welt“, die Reise-Ängste aufzeige oder der um seine Panikattacke im Stuttgarter Hauptbahnhof, in dem es keinen einzigen Arzt gebe, obwohl der Bahnhof ein Drehkreuz sei, über Babenhausen, das Adolf Hitler erst 2021 die Ehrenbürgerwürde aberkannte, kam er zur AfD und zu Rottweil, seinem Wohnort. Dieser teile sein Schicksal mit der mexikanischen Stadt Chihuahua, mit einer Hunderasse verbunden zu sein.
Sowohl das Fahren mit der Deutschen Bahn als auch die Politik – insbesondere die AfD – griff Breuer immer wieder auf, da sich an diesen beiden Themen viele Ängste festmachen ließen. Ob die Angst, zu spät zum Termin zu kommen, da Züge nicht oder zu spät fuhren oder die Angst vor den rechten Tendenzen im politischen Umfeld der AfD, die die Überlegung hervorbrachte, weshalb es denn Sammelstellen für Grüngut gäbe, aber keine für Braunschlecht.
Zur Ampel-Regierung jedoch wollte er sehr bedeutungsschwer nichts sagen – nur so viel: Wenn die Ampel nicht funktioniere, dann gelte rechts vor links.
Breuer bewies, dass der Austausch nur eines Buchstabens genügen kann, um einem feststehenden Ausdruck weitere Interpretationsmöglichkeiten hinzuzufügen und schuf mit seiner gekonnten Wortakrobatik, klarer Beobachtungsgabe und der Angst als rotem Faden ein Universum neuer Bedeutungen.

Einen ganzen Abend mit feinster, herausfordernder Unterhaltung für den Geist und mit freundlichem Blick auf menschliche Schwächen, das bot Thomas C. Breuer gestern Abend. Diesen beschloss er mit einem Zitat von Karl Valentin, der kurz vor seinem Tod klagte: „Mein ganzes Leben habe ich Angst vor dem Tod gehabt. Und jetzt das…“

Dem Publikum gönnte er eine Zugabe, in der er die Sprachkultur der Jugend aufs Korn nahm und deren Bestreben, Cooles in englischer Sprache auszudrücken – so zum Beispiel die Bucket List. Alle diejenigen, auf deren Bucket List dieser Abend nicht stand, hatten ohnehin etwas verpasst.

09.03.24

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