Gemeinsam die Zukunft gestalten Redner oben v.l.: Bürgermeister Christian Kehrer und Stadtverordnetenvorsteher Dirk Daniel Zucht. (Fotos: Barbara Gusz)(bg) Zahlreiche Bürger und Bürgerinnen sowie Vertreter des öffentlichen Lebens kamen am Sonntag, 18. Januar, in der alten Turnhalle in Beerfelden zusammen, um beim Neujahrsempfang der Stadt Oberzent auf das vergangene Jahr zurückzublicken und einen Ausblick auf die kommenden Monate zu erhalten.
Bürgermeister Christian Kehrer ging in seiner Ansprache auf zentrale Themen und Projekte ein, die die Stadt Oberzent im Jahr 2025 beschäftigten und weiter beschäftigen werden. Dabei blickte er zunächst auf das vielfältige städtische Leben im vergangenen Jahr zurück. Besonders hob er die zahlreichen Veranstaltungen hervor, darunter die vielfältigen Fastnachtsveranstaltungen in allen Stadtteilen. Weitere Höhepunkte waren der Seniorennachmittag und der traditionsreiche Pferdemarkt. Ein bedeutendes Ereignis war zudem der Kreisfeuerwehrtag im Juni, bei dem ein neues Tanklöschfahrzeug mit 5.000 Litern Löschwasser offiziell in Dienst gestellt und an die Feuerwehr Beerfelden übergeben wurde (wir berichteten). Kehrer betonte die hohe Einsatzbereitschaft der insgesamt 15 Feuerwehren in Oberzent mit über 450 Einsatzkräften.
Besondere Freude bereitete dem Bürgermeister eine gemeinsame Aktion mit dem Rotary Club Erbach-Michelstadt, der mehr als 12.000 Euro für Bewegungsgeräte auf dem Mehrgenerationenplatz zur Verfügung stellte - insbesondere für ältere Menschen. Ebenso erwähnte Kehrer die Initiative zur Einrichtung einer Grabstätte für Sternenkinder, die mit tatkräftiger Unterstützung des Lions-Clubs Eberbach durch Übernahme eines Großteils der Kosten realisiert werden konnte. Im Bereich der Baumaßnahmen verwies Kehrer auf zahlreiche abgeschlossene und laufende Projekte. So konnten unter anderem die Sanierungen der Schwimmbäder in Hetzbach und Finkenbach erfolgreich abgeschlossen werden. Im Rahmen des IKEK-Programms wurden das Dorfgemeinschaftshaus Hebstahl modernisiert, das ISV-Heim in Kailbach erneuert sowie der Sportboden der Halle in Rothenberg saniert. Ziel sei es, nach und nach in alle 19 Stadtteile zu investieren und durch Fördermittel die Infrastruktur langfristig zu sichern.
Weitere große Projekte sind das neue Feuerwehrhaus in Airlenbach, der Ausbau der Abwasserversorgung - unter anderem im Gewerbegebiet Zieglersfeld mit einem Investitionsvolumen von rund 3,4 Millionen Euro - sowie der Bahnhof Hetzbach. In Schöllenbach soll in diesem Jahr mit dem Bau eines Feuerwehrhauses und eines Dorfgemeinschaftshauses begonnen werden. Ein besonders umfangreiches Vorhaben ist der Breitbandausbau im Odenwaldkreis mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro und einer Förderquote von etwa 90 Prozent. Bis 2027 sollen alle Stadtteile mit Glasfaseranschlüssen versorgt sein. Auch kleinere Maßnahmen wie Spielplätze, Friedhofsanlagen oder der Abriss der Fußgängerbrücke in Hetzbach seien wichtige Bestandteile der Stadtentwicklung. Die Sanierungsarbeiten an der Ortsdurchfahrt Finkenbach seien weitgehend abgeschlossen.
Zum Haushalt betonte Kehrer die Vielzahl an Ausgaben, die zu bewältigen seien. Gleichzeitig kündigte er an, dass das städtische Mitteilungsblatt „Oberzent Aktuell“ künftig verstärkt über Auslagestellen wie Bäckereien, Bushaltestellen und Seniorenheime sowie digital über eine App verfügbar sein soll. Sorge bereite ihm weiterhin die zunehmende Vermüllung, insbesondere durch Altkleider, die inzwischen keinen Wertstoff mehr darstellen. Kehrer appellierte hier an das Verständnis und die Mithilfe der Bürgerschaft.
Sein besonderer Dank galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bauhofs für ihren engagierten Einsatz, insbesondere im Winterdienst. Zugleich bat der Bürgermeister die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis und einen angemessenen Umgang, da trotz größter Bemühungen nicht immer alles gleichzeitig geleistet werden könne und auch hier Grenzen gesetzt seien. Ebenso dankte er allen ehren- und hauptamtlichen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen des Neujahrsempfangs beigetragen haben.
Stadtverordnetenvorsteher Dirk Daniel Zucht unterstrich in seiner Neujahrsansprache ebenfalls die große Bedeutung von Zusammenhalt und bürgerschaftlichem Engagement. Es mache ihm Mut, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger aktiv einbringen, anstatt nur zu kritisieren. Das außergewöhnlich hohe ehrenamtliche Engagement in Oberzent sei eine große Stärke der Stadt. „Nur gemeinsam sind wir Oberzent“, betonte Zucht, und meinte dies im wörtlichen Sinne.
Das Rahmenprogramm des Neujahrsempfangs wurde durch musikalische Beiträge des MGV Sensbachtal sowie der Big Band Oberzent gestaltet. Mit der Veranstaltung setzte die Stadt Oberzent ein positives Signal für das neue Jahr und unterstrich ihren Anspruch, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Zukunft aktiv zu gestalten.
22.01.26
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