Baustelle mit Vollsperrung geht in die dritte VerlĂ€ngerung (Fotos: Hubert Richter)(hr) Ăber den Stand und den geplanten weiteren Fortgang der Sanierungsarbeiten an der Wehrbrücke der Schleuse Hirschhorn informierten gestern Vertreter von âHessen Mobilâ bei einem Pressetermin, nachdem vergangene Woche eine weitere Verzögerung der BaumaĂnahme bekannt geworden war (wir berichteten).
Nicht wie zuletzt angekündigt im Sommer dieses Jahres, sondern nun voraussichtlich erst Ende 2026 rechnet man mit der Verkehrsfreigabe der für den innerörtlichen Verkehr in Hirschhorn überaus wichtigen Brücke. Seit Juli 2022 - mit einer viermonatigen Unterbrechung im Winter 2023/24 - ist die Brücke, die Hirschhorn mit seinem jenseits des Neckar gelegenen Stadtteil Ersheim verbindet, für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Lediglich Rad- und FuĂverkehr ist möglich. Die offizielle Umleitung nach Ersheim führt über Eberbach, Pleutersbach, Allemühl und Moosbrunn. Für Anlieger gibt es eine Notlösung über die BrentanostraĂe zur B 37. Bis Ende 2026 wĂ€ren das ganze 49 Monate Vollsperrung, angekündigt zu Beginn der Baustelle im Juni 2022 waren acht Monate und zwei Wochen. Damals sollte alles im Frühjahr 2024 fertig sein. Doch es kam anders: Im September wurde ein âhöherer Sanierungsbedarfâ mit einer VerlĂ€ngerung der Bauzeit bis Frühjahr 2025 gemeldet. Im Juni 2024 wurde asbesthaltiges Material unter der Fahrbahn gefunden und die Baustelle zunĂ€chst gestoppt. Im Oktober 2024 wurde das neue Ende der Baustelle und damit der Vollsperrung auf Mitte 2026 terminiert, also die zweite VerlĂ€ngerung. Warum es nun auch damit nichts wird, wurde gestern auf der Baustelle erlĂ€utert.
Insgesamt sei die BaumaĂnahme sehr komplex. Als Hauptursache für die Verzögerung nannten die Verantwortlichen, dass man erst beim Freistrahlen der Unterseite der Brücke und des BrückengelĂ€nders erhöhte KorrosionsschĂ€den an der aus den 1930er Jahren stammenden Stahlkonstruktion festgestellt habe. Der Stahl habe statisch verstĂ€rkt und viel zeitaufwĂ€ndiger behandelt werden müssen als angenommen (Bild rechts). Damit sei man nun aber fast fertig, und das letzte Arbeitsgerüst (ganz links im Bild) solle bis Ende Februar abgebaut werden.
Dann soll es mit dem Abtrag des Fahrbahnbelags und der Entsorgung des asbesthaltigen sowie PAK-belasteten Materials weitergehen. Die KlĂ€rung der Entsorgung durch die beteiligten Unternehmen habe viel Zeit in Anspruch genommen, hieĂ es seitens Hessen Mobil. Die belastete Schicht sei bei einer Brückensanierung im Jahr 1981 auf den Stahl aufgestrichen, aber in den Unterlagen nicht dokumentiert worden. Bei Probebohrungen im StraĂenbelag habe man sie nicht festgestellt, weil man sonst in den Stahl hĂ€tte bohren müssen. Etwa 60 bis 70 Tonnen belastetes Material seien nach dem Abtrag durch ein spezielles Subunternehmen zu entsorgen. Die Entsorgung könne aber nur in 80-Liter-Gebinden und nur in begrenzten wöchentlichen Kontingenten erfolgen, was wiederum zu zeitlichen Verzögerungen führe.
Im Anschluss an die Entsorgung soll dann ein neuer Korrosionsschutz samt Dichtungsschichten auf die Stahlplatten und letztendlich die Asphaltschutz- und Deckschicht aufgebracht werden. Man darf gespannt sein, ob die Verkehrsfreigabe ein lang ersehntes Weihnachtsgeschenk für Hirschhorn wird.
10.02.26
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