Mit Realschulprojekt für Deutschlandentscheid qualifiziert V.l. die dreiköpfige Jury, die Lions-Distriktbeauftragte des Wettbewerbs Bettina Krenz, Lehrer Martin Kohler, Nazanin Arabzadeh und Lehrerin Christina Frischholz (Foto: privat)(hr) (mg) Der Lions Club Eberbach entsendet mit der 17-jährigen Nazanin Arabzadeh erstmals eine Teilnehmerin aus der Stauferstadt zum Jugendwettbewerb “Lions Young Ambassador“.
Die Schülerin überzeugte beim Distriktausscheid in Mannheim mit ihrem Vortrag und ihrem Engagement für Erinnerungskultur und Demokratie. Sie darf nun im Mai 2026 beim Deutschlandentscheid in Stuttgart antreten.
Der Wettbewerb “Lions Young Ambassador“ (Jugendbotschafter) gibt Jugendlichen europaweit eine Bühne für ihre ehrenamtlichen Projekte. Deutschland ist seitens der Lions-Organisation in 19 Distrikte unterteilt, Eberbach gehört zum sogenannten Distrikt 111SN, der den nordbadischen Raum von Pforzheim bis Mannheim umfasst. Zunächst werden die besten Projekte auf Distriktebene ausgezeichnet. Die jeweiligen Sieger qualifizieren sich für den Bundesentscheid, und von dort aus geht es im Erfolgsfall weiter zum Europawettbewerb.
Nazanin Arabzadeh trat mit dem Projekt “Vergessene Spuren“ der Realschule Eberbach an. In dem freiwilligen, auĂźerunterrichtlichen Projekt erforschten 40 Schülerinnen und Schüler – unter Begleitung der beiden Lehrkräfte Christina Frischholz und Martin Kohler – die Biografie des italienisch-französischen Widerstandskämpfers Guido (Guy) Busca (wir berichteten). Die Projektgruppe arbeitet derzeit an einer Ausstellung, die in Italien, Frankreich und Deutschland gezeigt werden soll. Bereits im Juni 2025 hatte der Lions Club Eberbach die Teilnahme an einer Konferenz in Paris finanziell unterstützt, bei der die Jugendlichen als engagierte Botschafter ihrer Heimatstadt auftraten.
Der Distriktausscheid fand am 20. Februar in Mannheim statt. Vor einer Jury aus Vertreterinnen der Bereiche Bildung, Soziales und Wirtschaft präsentierte Arabzadeh ihr Projekt rund 15 Minuten lang in freier Rede und ohne technische Hilfsmittel. Die 17-Jährige, die bis zu ihrem Realschulabschluss im Juli 2025 auch Schulsprecherin der Eberbacher Realschule war und inzwischen die Augusta-Bender-Schule in Mosbach besucht, beantwortete im Anschluss alle Fragen der Jury souverän. Eindruck hinterlieĂź sie vor allem durch die persönliche Verknüpfung ihrer eigenen Familiengeschichte – die Flucht aus Afghanistan und dem Iran – mit der Lebensgeschichte von Guido Busca. Ihr Fazit: Die Auseinandersetzung mit den Verbrechen der NS-Zeit bleibe hochaktuell, um Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Das Projekt “Vergessene Spuren“ leiste damit einen konkreten Beitrag zur Friedens- und Demokratieförderung.
Mit dieser klaren Botschaft überzeugte Nazanin Arabzadeh die Jury. Sie wurde als Vertreterin des nordbadischen Lions-Distrikts für den Bundesentscheid im Mai 2026 in Stuttgart nominiert. Das Preisgeld von 500 Euro für die Nominierung auf Distrikebene flieĂźt in die Finanzierung der geplanten Ausstellung. In der anschlieĂźenden Aussprache, war die Jury auch von dem Engagement der beiden Lehrkräfte Christina Frischholz und Martin Kohler, die Nazanin Arabzadeh bei ihrer Vorstellung in Mannheim begleiteten, sowie der Zusammenarbeit der Realschule auf der lokalen Eberbacher Ebene angetan.
08.03.26
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