Trophäen waren in der Eberbacher Stadthalle ausgestellt (Fotos: Hubert Richter)(hr) (pm) Am gestrigen Samstag wurde Eberbach wieder zum Mekka der Jagdbegeisterten: Die Vereinigung der Rotwildjäger im Odenwald führte in der Stadthalle ihre alljährliche Hegeschau durch.
Ausgestellt und bewertet wurden insgesamt 135 Rotwild-Trophäen. Damit wurde der behördlich vorgeschriebene Nachweis über die Erlegung erbracht. Die Auswertung der Daten spiegelt die Bestandsstruktur des Rotwilds im 46.000 Hektar großen, drei Länder (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen) übergreifenden Rotwildgebiet Odenwald wider und lässt Rückschlüsse auf seine Qualität und seine Höhe zu.
Im abgelaufenen Jagdjahr 2025/26 waren im Odenwald 836 Stück Rotwild für den Abschuss freigegeben, im Vorjahr waren es 852. Erlegt wurden 632 Stück (598 Stück in 2024/25), was einer Abschusserfüllung von 75,6 Prozent entspricht. Im Vorjahr lag die Erfüllungsquote bei 70 Prozent. Beim Kahlwild (weibliches Wild und männliche Kälber) lag die Erfüllungsquote bei 80,7 Prozent (71 Prozent im Vorjahr) und bei den Hirschen bei lediglich 61,4 Prozent (68,0 Prozent in 2024/25).
Mit dem silbernen Bruch für den stärksten Hirsch vom 12. Kopf und älter, wurde ein ungerader 12-Ender aus dem Revier EJR Schlossau-Kailbach mit 166,93 CIC-Punkten ausgezeichnet. Die Goldmedaille erhielt ein ungerader 22-Ender vom 11. Kopf mit 219,14 CIC-Punkten aus dem Revier Eberbach I – Gretengrund (Bild rechts oben). Es handelt sich um den bisher stärksten im Odenwald erlegten Hirsch. Die Bronzemedaille ging an das Revier Heddesbach-West. Dort wurde ein alter zurückgesetzter Hirsch vom +14. Kopf erlegt. Blickfang der Ausstellung war eine besonders aufwändig päparierte Trophäe eines Hirsches aus dem Bereich Hebstahl, der im November 2025 erlegt wurde (Bild links oben). Insgesamt war die Anzahl der Hirsche vom 10. Kopf und älter mit 5 Stück deutlich geringer als im Vorjahr mit 13 Hirschen.
Für das Jagdjahr 2026/27 beschloss der Vorstand, die Gesamtzahl der Abschussfreigaben mit rund 830 Stück im Rotwildgebiet beizubehalten. Die Schadenssituation durch das Rotwild habe sich laut der Vereinigung im Jahr 2025 im Odenwald weiter verbessert. Trotzdem bestünden weiterhin Schadensschwerpunkte, die bei der Abschussplanung entsprechende Berücksichtigung fänden.
Tags zuvor, am Freitag, 6. März, hatten Vorstandswahlen der Vereinigung stattgefunden. Dr. Andreas Wiese wurde in seinem Amt als Vorsitzender für weitere drei Jahre bestätigt. Ihm zur Seite stehen als 1. und 2. Stellvertreter Peter Mühlhäuser und Rainer Wohlfarth. Ingo Walter und Tobias Kuhlmann wurden aus dem Vorstand verabschiedet. Walter wurde durch die stellvertretende Bezirksjägermeisterin Barbara Meyer-Böhringer die silberne Verdienstnadel des LJV Baden-Württemberg für sein großes Engagement für das Rotwild und die Jagd verliehen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung am Samstagnachmittag stand ein Vortrag von Jörg Ziegler vom Ministerium für Ernährung, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Leiter des Referats Wildtiermanagement und Jagd. Ziegler erläuterte die neuen jagdlichen Vorgaben für das Rotwildmanagement in Baden-Württemberg, nach denen Hirsche außerhalb der Rotwildgebiete seit 21. Januar 2026 nicht mehr bejagt werden dürfen - bisher galt ein Abschussgebot. Mit dieser Maßnahme will das Land den genetischen Austausch zwischen den Rotwildgebieten fördern, um der genetischen Verarmung beim Rotwild in Baden-Württemberg entgegenzuwirken.
08.03.26
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