Die ökologische Funktion des Breitensteingebiets sichern (Fotos: Wörner/Hubert Richter)(hr) (rpk/stve) Mehr als 150 Interessierte zählten das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Eberbacher Stadtverwaltung am Montag, 20. April, beim Informationsabend zu einem möglichen Naturschutzgebiet (NSG) auf dem Breitenstein in der Stadthalle.
Bereits tagsüber hatte es im möglichen künftigen Schutzgebiet selbst Infos mit dem “Ökomobil” des RP Karlsruhe gegeben, das auch von Schülerinnen und Schülern der Dr.-Weiss-Grundschule besucht wurde (Bild links unten).
“Der Breitenstein ist wichtig für Eberbach: als Erholungsort und gleichzeitig als wichtiger Ort der Artenvielfalt“, so begrüßte Bürgermeister Peter Reichert am Abend die Gäste im großen Saal der Stadthalle. Der Gemeinderat hatte am 26. März beschlossen, sich auf den Weg zu machen und zunächst herauszufinden, wie die Bürgerschaft darüber denkt und ob es Einwände oder Bedenken gibt.
Für ein NSG sind viele Verfahrensschritte der Höheren Naturschutzbehörde am Regierungspräsidium Karlsruhe nötig. Eine breite Unterstützung der Bürgerschaft sei für das Regierungspräsidium daher besonders wichtig. Klemens Bernecker, Naturschutzbeauftragter und ehemaliger, langjähriger Umweltbeauftragter der Stadt Eberbach, nahm die Anwesenden anschließend mit auf einen kleinen virtuellen Spaziergang auf den Breitenstein. der einst wegen der schlechten Böden landwirtschaftlich nicht weiter intensiviert wurde. Die Eberbacher hätten Glück, dass ihnen heute der Breitenstein so vielfältig zum Naturerleben zur Verfügung stehe. Die Referatsleiter der beiden Naturschutzreferate am Regierungspräsidium Karlsruhe, Tobias Korta und Daniel Raddatz, berichteten anschließend über den Weg von der Idee zum ausgewiesenen NSG. Naturschutzgebiete seien wichtig für die heimische Artenvielfalt. Rund 40 Prozent der baden-württembergischen Flora und Fauna sei mittlerweile bedroht. Naturschutzgebiete seien Kerngebiete, in denen Natur und Arten Vorrang haben und die Artenvielfalt dauerhaft erhalten bleibe. Die Schritte reichen von der ersten Bestandsaufnahme für die Vorbereitung über die Öffentliche Auslegung des förmlichen Verfahrens bis zur Unterschrift der Regierungspräsidentin unter die Verordnung und deren Verkündung im Gesetzblatt. Die Referatsleiter bekräftigten, dass sie diesen Weg nur beschreiten werden, wenn eine ausreichende Unterstützung aus der Bürgerschaft da sei. Dr. Nicola Lutzmann, Umweltbeauftragter der Stadt Eberbach, leitete anschließend die Austauschphase an den vier Themeninseln ein: Verfahrensablauf und Verordnungsinhalte, Artenvielfalt und Schutzgebiete und Landschaftspflege. Der NABU Eberbach-Schönbrunn zeigte an seiner Themeninsel Bilder von Arten des Breitensteins, wie Neuntöter oder Wildkatze. Ein reger Austausch an den vier Themeninseln zeigte, dass es zwar schon viel Unterstützung, aber auch noch viele Fragen zu besprechen gibt. Auf der Karte mit dem Untersuchungsraum wurde deutlich, dass die Ferienhaussiedlung nicht Teil eines möglichen Naturschutzgebietes wäre. Für die Wiesen und Streuobstbestände gilt, dass diese Nutzungen nicht nur weitergeführt werden können, sondern auch dazu beitragen, den besonderen Charakter des Breitensteins zu bewahren. Insofern können die Grundstücke zur Bewirtschaftung auch weiter angefahren werden.
Die Stadt Eberbach wird nun die eingebrachten Themen sortieren und die Fragebögen auswerten. Gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Naturschutzverwaltung soll dann entschieden werden, ob grundsätzliche Hindernisse vorliegen oder die offenen Fragen im Austausch miteinander gelöst werden können. Zum Abschluss dankte Bürgermeister Reichert allen für ihre Teilnahme. Die Ergebnisse sollen in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen aufgegriffen und auch den Bürgerinnen und Bürgern weitergegeben werden.
23.04.26
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