Musik aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen (Fotos: Barbara Gusz)(bg) 34 Grad zeigte das Thermometer am Freitagabend, 19.Juni, auf dem Breitenstein-Hof. Dennoch waren zahlreiche Besucher gekommen, um einen Abend zu erleben, der ganz im Zeichen einer musikalischen Zeitreise stand.
Ronald J. Autenrieth eröffnete das Konzert am Stage-Piano und begrüßte die Gäste mit persönlichen Worten. Dabei erinnerte er auch an Steffi Müller, der ursprünglich Teil des Programms sein sollte. Sein unerwarteter Tod habe alle Beteiligten tief bewegt. Mit einem ihm gewidmeten Programmabschnitt wurde seiner gedacht. Im ersten Teil des Konzerts führte Autenrieth sein Publikum durch unterschiedliche Epochen und Klangwelten. Die musikalischen Stationen reichten von der Zeit der Heiligen Hildegard von Bingen über die Atmosphäre eines Jahrmarkts um 1900 bis hin nach Bayreuth zur Uraufführung von Richard Wagners “Parsifal“ im Jahr 1882. Durch seine Erläuterungen zwischen den Stücken entstanden lebendige Bilder vergangener Zeiten, die die Zuhörer auf besondere Weise in die Musik eintauchen ließen.
Nach der Pause übernahmen die Anonymen Saxophoniker die Programmgestaltung. Das überregional bekannte Quartett setzte die musikalische Reise fort. Mit Werken aus verschiedenen Jahrhunderten zeigten Felix und Florian Roh, Fabian Held und Pierre Moreira eindrucksvoll, wie abwechslungsreich Musikgeschichte klingen kann. Mal ruhig und nachdenklich, mal schwungvoll und mitreißend nahmen sie die Zuhörer mit auf eine Reise durch unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen. Die Musiker überzeugten mit präzisem Zusammenspiel, musikalischer Ausdruckskraft und spürbarer Freude am gemeinsamen Musizieren.
Die Idee der musikalischen Zeitreise prägt die Konzertreihe auf dem Breitenstein-Hof seit vielen Jahren. Unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen treten dabei in einen spannenden Dialog und machen Musikgeschichte auf lebendige Weise erlebbar. An diesem Abend war jedoch nicht nur die Musik präsent, sondern auch die Erinnerung. Viele Gedanken galten Hartmut Tramer, dem Gründer der Konzertreihe. Der Arzt, Maler und Musiker hatte die Veranstaltungen über Jahrzehnte hinweg geprägt und war im vergangenen Jahr kurz vor seinem 80. Geburtstag verstorben. Sein kulturelles Engagement wirkt bis heute nach und ist weiterhin ein wichtiger Bestandteil des besonderen Charakters der Konzertreihe. Dass diese Tradition fortgeführt wird, ist auch dem Engagement von Annette Schabbeck zu verdanken. Mit großem Einsatz sorgt sie dafür, dass der Breitenstein-Hof weiterhin ein Ort bleibt, an dem Musik, Kultur und Gemeinschaft zusammenfinden. Der Applaus zum Abschluss machte deutlich, wie gut das Programm bei den Besuchern angekommen war. Für viele war es weit mehr als ein Konzert - es war eine Reise durch Musik, Erinnerungen und Geschichten.
24.06.26
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