Neues Buch macht verborgenes Kulturerbe sichtbar (Foto: Dorothea Burkhardt)(hr) (rnk) Ăśber Kleindenkmale im Rhein-Neckar-Kreis informiert ein gut 300 Seiten starkes Buch mit über 700 Abbildungen, das jetzt im Eigenverlag des Kreises erschienen und im allgemeinen Buchhandel erhältlich ist.
Kleindenkmale – darunter Wegkreuze, Bildstöcke, Grenzsteine, Brunnen oder historische Wegweiser – prägen seit Jahrhunderten das Erscheinungsbild der Städte und Gemeinden im Kreis. Sie erzählen von Glauben, Recht, Alltag und Arbeit vergangener Generationen und geben Einblicke in regionale Besonderheiten ebenso wie in größere historische Entwicklungen. Dennoch werden sie im Alltag häufig übersehen. Ein landesweites Projekt zur Erfassung von Kleindenkmalen wurde seit 2001 unter der Leitung des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Kooperation mit den Landkreisen durchgeführt. Ziel des Projekts war es, diese oftmals gefährdeten Objekte systematisch zu dokumentieren, wissenschaftlich einzuordnen und langfristig zu sichern.
Als letzter teilnehmender Landkreis hat der Rhein-Neckar-Kreis das Projekt im Zeitraum von 2022 bis 2026 umgesetzt. Die Erfassung der Kleindenkmale wurde von rund 150 Ehrenamtlichen durchgeführt, dank deren Ortskenntnis über 2.000 Kleindenkmale aufgespürt und dokumentiert werden konnten. Ihre Arbeit bildet die Grundlage des Buchs, das eine Auswahl dieser Objekte präsentiert und nach Kommunen gegliedert vorstellt.
Unser Bild zeigt den Eberbacher Fischerbrunnen, der 1982 mit Hilfe von Sach- und Geldspenden aus der Bürgerschaft sowie von ortsansässigen Unternehmen realisiert wurde. Die Figurengruppe aus Bronze zeigt drei Fischer beim Einholen ihres Fangs und wurde von Bildhauer Hermann Koziol gestaltet. In den Brunnen sind auch ein aus dem Neckar geborgener Sandsteinbrocken und eine Kette integriert, die früher im Rahmen der Kettenschifffahrt genutzt wurde.
Ergänzt wird der Band “Kleindenkmale im Rhein-Neckar-Kreis“ durch wissenschaftliche Auswertungen, die im Rahmen eines Seminars am Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg im Sommer 2025 entstanden sind. Damit verbindet die Publikation bürgerschaftliches Engagement mit akademischer Forschung.
Das Buch versteht sich nicht nur als Dokumentation, sondern auch als Einladung: Es ermutigt dazu, beim nächsten Spaziergang genauer hinzusehen und die oft unscheinbaren Zeugnisse der Vergangenheit neu zu entdecken.
Erhältlich ist das Buch im Buchhandel, direkt beim Eigenverlag des Kreises, Tel. 06221 522-7740 bzw. per E-Mail (s.u.).
E-Mail-Kontakt: eigenverlag@rhein-neckar-kreis.de
04.08.26
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