20.10.2021

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Sachkundige FĂŒhrungen durch ein geschichtstrĂ€chtiges GebĂ€ude


Gunter Sokollek bei seinem Vortrag, oben links mit Michaela Kahl vom Naturpark und BĂŒrgermeister Peter Reichert (v.l.). (Fotos: Hubert Richter)

(hr) Das Thalheimsche Haus neben dem Pulverturm ist eines der Àltesten erhaltenen SteingebÀude in der Eberbacher Altstadt. Weil es im Jahr 1421 erstmals urkundlich erwÀhnt wurde, wird in diesem Jahr JubilÀum gefeiert.

Vor 600 Jahren wurde in einer Urkunde der Verkauf von Eigentumsanteilen an dem Thalheimschen Haus dokumentiert. Das genaue Alter des GebÀudes ist jedoch unbekannt, erbaut wurde es wohl irgendwann im 14. Jahrhundert.
Der kurpfĂ€lzische Haushofmeister Peter von Thalheim verkaufte das Haus im Jahr 1427 an den Pfalzgrafen Otto I. von Pfalz-Mosbach und erhielt von ihm im Gegenzug den “Hof” an der Pfarrgasse neben dem Bettendorfschen Tor. Die lĂ€ngste Zeit seines Bestehens wurde das GebĂ€ude von der Kurpfalz als Kellerei genutzt, daher auch die Straßenbezeichnung “Kellereistraße”. Bis 1803 war es Sitz des Kellers, eines hohen kurpfĂ€lzischen Verwaltungsbeamten, der unter anderem die örtliche Wirtschafts- und Finanzverwaltung fĂŒhrte, die Gerichtsbarkeit unterstĂŒtzte, den “Zehnt” eintrieb sowie fĂŒr Verkehrswege, Wald, Jagdrecht und Fischerei zustĂ€ndig war. Ab 1803 diente das Thalheimsche Haus den FĂŒrsten von Leiningen als Jagdpalais und gelegentlicher Aufenthaltsort. In dieser Zeit sollen in dem Haus auch die Eltern der im Jahr 1819 geborenen Königin Victoria I. von England zu Besuch gewesen sein.
Kurz vor der badischen Revolution 1848 erwarb es die Stadt. Ab 1854 beherbergte es eine Zigarrenfabrik und ab 1872 nach Umbau, bei dem es die heutigen Staffelgiebel erhielt, war es Sitz des Amtsgerichts. Ab 1938 waren darin ein Museum und eine “Volksbibliothek” untergebracht, und ab 1965 diente es bis zur Fertigstellung des neuen Rathauses am Leopoldsplatz im Jahr 1991 als Amtssitz des BĂŒrgermeisters. SpĂ€ter beherbergte es vorĂŒbergehend die Tourist Information und schließlich das Informationszentrum des Naturparks Neckartal-Odenwald, dessen GeschĂ€ftsstelle und Werkstatt schon seit Beginn der 1980er Jahre darin untergebracht war.

Am Samstag, 17. Juli, fand um 11 Uhr eine von mehreren Informationsveranstaltungen am und im Thalheimschen Haus statt. Nach der BegrĂŒĂŸung durch BĂŒrgermeister Peter Reichert stellte zunĂ€chst die stellvertretende Naturpark-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Michaela Kahl den Naturpark Neckartal-Odenwald vor. Dann ging das Wort an den sachkundigen StadtfĂŒhrer Gunter Sokollek, der die Geschichte des GebĂ€udes Revue passieren ließ und die GĂ€ste anschließend durch die RĂ€umlichkeiten des Hauses fĂŒhrte.

Zwei weitere Info-Veranstaltungen mit FĂŒhrungen sind am Samstag, 25. September, und Sonntag, 26. September vorgesehen - jeweils wieder um 11 Uhr. Anmeldungen sind ĂŒber den Naturpark möglich (Link s.u.).

Infos im Internet:
www.naturpark-neckartal-odenwald.de


24.07.21

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