27.06.2022

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Wohnraum und FlĂŒchtlingssituation standen im Vordergrund des GesprĂ€chs


(Foto: privat)

(bro) (chf) „Ich möchte Ansprechpartner fĂŒr die StĂ€dte und Gemeinden in meinem Wahlkreis sein und möchte unsere Region bestmöglich in Berlin vertreten.“ So eröffnete Moritz Oppelt, direkt gewĂ€hlter CDU-Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Rhein-Neckar, am 21. April das GesprĂ€ch bei seinem Antrittsbesuch bei BĂŒrgermeister Peter Reichert in Eberbach.

Um dies zu erfĂŒllen, mĂŒsse der junge Parlamentarier wissen, wo der „Schuh drĂŒckt“. Mit Reichert saß ihm ein erfahrener Kommunalpolitiker gegenĂŒber, denn dieser war bereits vor seinem Amtsantritt in Eberbach 2013 seit 2004 in der Gemeinde Neidenstein BĂŒrgermeister und blickt daher auf bereits 18 Jahre Amtszeit zurĂŒck.

Reichert nannte als eine Herausforderung der Stadt Eberbach das Thema Wohnraum. Eberbach sei komplett von Wald umgeben, und daher sei es kaum möglich, Neubaugebiete auszuweisen. Neben Erfolgen in der Innenentwicklung habe man, seit er im Amt sei, lediglich 43 BauplĂ€tze geschaffen. „Das reicht nicht, um den Bedarf zu decken“, so der BĂŒrgermeister. Das grĂ¶ĂŸte Potenzial, Wohnraum in der Stadt zu gewinnen, seien die vielen LeerstĂ€nde. Dies sei tatsĂ€chlich ein grĂ¶ĂŸeres Problem, auch wenn Reichert natĂŒrlich verstehe, dass viele Immobilienbesitzer keine Motivation hĂ€tten, ihre GrundstĂŒcke, Wohnungen oder HĂ€user zu verĂ€ußern oder angesichts der explodierenden Rohstoffpreise diese zu sanieren. Erschwerend kĂ€me hinzu, so Oppelt, dass das aktuelle Mietrecht sehr vermieterunfreundlich sei und abschreckend auf gerade Ă€ltere Menschen wirke: „Man hört viele Albtraumgeschichten von Bekannten, die ihre Objekte vermieten, und dann entscheidet man sich lieber dagegen. Man will sich im Ruhestand so ein Stress nicht wortwörtlich "ins Haus holen".“ Das Mietrecht mĂŒsse so geĂ€ndert werden, dass Vermieten wieder attraktiv werde, darin waren sich Oppelt und Reichert einig.

Das Thema Wohnraum sei natĂŒrlich eng mit der aktuellen FlĂŒchtlingssituation verbunden. Die Hilfsbereitschaft sei in Eberbach unermesslich, so der BĂŒrgermeister. Viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger wĂŒrden FlĂŒchtlinge privat unterbringen, und Reichert wĂŒrde auch regelmĂ€ĂŸig von Einwohnern kontaktiert, die helfen möchten. Reichert, dessen Familie in der Vergangenheit auch schon FlĂŒchtlinge bei sich aufgenommen hatte, freute sich ĂŒber das Engagement, erklĂ€rt den Freiwilligen aber auch immer, dass das keine Sache fĂŒr ein paar Tage sei: „Wer FlĂŒchtlinge bei sich aufnehmen möchte, muss sich im Klaren sein, dass keiner weiß, wie lange der Krieg in der Ukraine noch geht. NatĂŒrlich möchten die Menschen zurĂŒck in ihre Heimat und zu ihren VĂ€tern und MĂ€nnern, aber das geht erst, wenn es wieder sicher ist.“

Oppelt betonte ebenfalls die große Hilfsbereitschaft und dankte den vielen Ehrenamtlichen, ohne die Deutschland die Situation nicht hĂ€tte meistern können. Er forderte aber auch, dass die Bundesregierung aktiv werde, einen Krisenstab einrichte und FlĂŒchtlinge so frĂŒh hier möglich in Deutschland registriert werden wĂŒrden. Dies diene zum einen dazu, dass man Kommunen hinsichtlich der Anzahl von Personen Informationen geben könnte, sodass diese sich vorbereiten können, aber insbesondere wĂŒrden diese Maßnahmen dem Schutz der Menschen dienen. Indem die Menschen nicht registrieren wĂŒrden und man damit nicht wisse, wer alles in Deutschland sei, öffne man MenschenhĂ€ndlern, PĂ€dophilen und anderen Verbrechern die TĂŒr. „Die Ukrainer, die in ihrer Heimat kĂ€mpfen und damit auch unsere Freiheit verteidigen, vertrauen uns ihre Angehörigen an. Es ist das Mindeste, dass wir alles tun, um diese Angehörigen zu beschĂŒtzen“, erklĂ€rte Oppelt.

22.04.22

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