21.02.2024

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Zunächst sollen rund 120 Menschen aus verschiedenen Herkunftsgebieten einziehen


(Foto: Claudia Richter)

(cr) Im November sollen ins ehemalige Seniorenheim “Dr.-Schmeißer-Stift” in Eberbach geflüchtete Menschen einziehen. Aus dem Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es jetzt nähre Informationen zu den Belegungs- und Betreuungsplänen.

Seit über 13 Jahren steht das Dr.-Schmeißer-Stift leer. Alleiniger Eigentümer ist der Verein “Stiftung Altersheim Eberbach e.V.”. Ende September 2022 beschloss der Verein in einer Mitgliederversammlung, das Seniorenheim für die Dauer von zwei Jahren an den Rhein-Neckar-Kreis zu vermieten, mit der Option, den Mietvertrag um ein Jahr zu verlängern. Im April dieses Jahres wurde der Mietvertrag unterzeichnet. Mietbeginn sollte Mai 2023 sein.
Seit einigen Wochen wird das Haus in der Luisenstraße im Auftrag und auf Kosten des Rhein-Neckar-Kreises soweit renoviert, dass Geflüchtete dort einziehen können. Auf Nachfrage teilte das Landratsamt mit, dass man ab Mitte November zunächst von einer Belegung mit bis zu 120 Personen ausgehe, bei einer Maximalkapazität für etwa 240 Personen und für die Dauer von zunächst zwei Jahren. Aktuell wisse man noch nicht, welche Personen in der Unterkunft in Eberbach untergebracht werden. Es sei davon auszugehen, dass hier sowohl Familien mit Kindern als auch Einzelpersonen aus unterschiedlichen Herkunftsländern (Syrien, Afghanistan, Türkei, Ukraine…) einziehen werden. Unbegleitete Minderjährige werde man im Dr.-Schmeißer-Stift aber nicht unterbringen.

Kreis-Mitarbeitende der Bereiche Wohnheimverwaltung, Leistungsgewährung, Sozialbetreuung sowie Hausmeister werden die Unterkunft betreuen. Die Sozialarbeitenden werden mehrmals in der Woche Sprechzeiten anbieten. Außerdem soll ein Sicherheitsdienst an allen Tagen rund um die Uhr eingesetzt werden.

Anfang April dieses Jahres stimmte der Bau- und Umweltausschuss mehrheitlich der beantragten Nutzungsänderung des Seniorenheims in eine Flüchtlingsunterkunft mit bis zu 300 Bewohnerinnen und Bewohnern zu. Im Rahmen dieser Sitzung wies Bürgermeister Peter Reichert darauf hin, dass Geflüchtete menschenwürdig unterzubringen seien und die Lösung, ihnen Platz im ehemaligen Seniorenheim zu geben, immer noch besser sei als die Menschen in einer Sporthalle unterzubringen, die für diesen Zweck für den Sportbetrieb geschlossen werden müsste.

23.10.23

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