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Grundkurs in Bavaristik


(Fotos:Richter)

(hr) Ein kabarettistisches und musikalisches Highlight erwartete die Besucher gestern Abend in der ausverkauften Stadthalle. Das Kulturlabor hatte die "Biermösl Blosn" zusammen mit Gerhard Polt nach Eberbach geholt. Einen "Grundkurs in Bavaristik" kündigten die drei Brüder Well gleich zu Beginn an und stellten die Vorzüge ihrer bayerischen Heimat stimmgewaltig und musikalisch ihren ernüchternden Eindrücken von Eberbach gegenüber. Überhaupt ließ die "Biermösl Blosn" in ihre Texte viele lokale Details einfließen - vom leeren Gewerbegebiet in Schönbrunn über die Finanzmisere der Stadt bis hin zum "Bärlauchgestank" und dem stets heiteren Gesichtsausdruck von Bürgermeister Martin. Ob sie sich über die Kungelei in der bayerischen Justiz ausließen oder einfach nur hanebüchene Bauernregeln präsentierten: Ihre Geschichten brachten die drei Multi-Instrumentalisten gekonnt und in stilistischer Vielfalt mit gesanglicher Perfektion zu Gehör. Im venezianisch angehauchten Rondo zeigten sie sich ebenso firm wie in keltischer Folklore mit der Drehleier und natürlich in volkstümlichen Klängen. Alphörner wurden auf den Schultern der Zuschauer in der ersten Reihe abgelegt um die Stadthalle erbeben zu lassen, und bei der dreisätzigen "Suite bavarese" brillierte Christoph Well auf der hohen Trompete.
Zwischen den Stücken der "Biermösl Blosn" ließ Gerhard Polt in seinen unverwechselbaren Monologen den engstirnigen und intoleranten bayerischen Kleinbürger aufleben, erzählte als oberster Denkmalpfleger von seinen Bemühungen, das immense Kulturgut Bayerns vor dem Verfall zu retten, schwärmte von der bayrischen Landschaftsidylle unter weiß-blauem Himmel und stellte lakonisch fest: "Ein Neger passt da nicht hinein". Auch an seinen zugereisten Nachbarn, die nicht einmal Bayerisch verstehen, ließ er nicht viel Gutes: "Die grillen sogar eine Weißwurst - Abendland adé!".
Wenn es um Hilfe für Mitmenschen geht, hat Polts karikierter Spießbürger seine eigenen Ansichten: "Man muss im Leben auch mal wegschauen können" meint er angesichts eines um Hilfe rufenden Ertrinkenden. Das Ertrinken eines Nichtschwimmers sei ohnehin nicht tragisch, sondern eher konsequent. Zur Klärung des Begriffs "Toleranz" lässt Polt seine Figur über die Duldsamkeit des Magens nach einem opulenten Mahl mit Schweinshaxen, Apfelstrudel und Schnäpsen schwadronieren. Tolerant sei es schließlich auch, Ausländerhasser im Bekanntenkreis zu dulden, auch wenn man nicht unbedingt deren Meinung sein müsse.
Polt, der seit den siebziger Jahren aus der deutschen Kabarettszene nicht wegzudenken ist, der auch als Schriftsteller, Schauspieler und Filmemacher Erfolge feierte, entpuppte sich gegen Ende des Programms im Verein mit der "Biermösl Blosn" als fulminanter Sänger, dessen "Madrigal aus der niederbayerischen Romantik" sich als afrikanischer Ethno-Song entpuppte. Nach mehr als zwei Stunden erstklassiger Kabarett- und Musikunterhaltung mit zwei Zugaben verabschiedete sich das Quartett vom begeisterten Publikum. Wenn man schon mal in Eberbach sei, wolle man auch noch richtig was erleben, verkündeten die Bayern und machten sich auf nach Wimmersbach zur Bärlauchpralinen-Suche.

14.04.05

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