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Der letzte Mohikaner über sein Erfolgsrezept - Wolfgang Grupp referierte


(Fotos:Claussen)

(jc) Einen überaus kurzweiligen und interessanten Abend erlebten gestern die rund 650 Besucher im Mittelstandsforum der Volksbank Neckartal. Mit Wolfgang Grupp, Inhaber des Bekleidungsherstellers Trigema, war eine der interessantesten deutschen Unternehmerpersönlichkeiten in die Stadthalle gekommen. Durch seine seit Jahren in der Öffentlichkeit vehement "gegen den Strom" gerichtete Auffassung von der Qualität des Produktionsstandorts Deutschland polarisiert der Manager sehr stark. Während er von weiten Teilen der Bevölkerung Applaus erntet, richtet sich im derzeitigen Trend der Arbeitsplatzverlagerungen aus den Reihen der Unternehmer auch Kritik an seine Adresse. Dem entsprechend spürbar waren die Erwartungen der Besucher groß.
Nur kurz ging Grupp bei seinen Ausführungen auf die wegen der explodierenden China-Importe seit Wochen in den Schlagzeilen befindliche Marktsituation ein. Seine Branche sei nicht notleidend, sondern schlicht und ergreifend in Deutschland ausgestorben. Am Unternehmenssitz in Burladingen sei lediglich sein Unternehmen von den dort einst existierenden 26 Textilfabriken übriggeblieben. Branchengrößen wie Schiesser oder zuletzt Steilmann hätten in den letzten Jahren sämtliche Fabriken in Deutschland geschlossen, in Billigstlohnländer verlagert und damit tausende Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit geschickt. Grupp prangerte die allgemeine mangelhafte soziale Verantwortung in den Unternehmen und den damit verbundenen Kaufkraftverlust im Markt an.
Bei der Vorstellung seines Erfolgsrezepts outete sich der Manager offen als Egoist in Bezug auf sich und sein Unternehmen. Seine immer wieder, auch in Fernseh-Talkshows, vorgetragenen Thesen basierten zu allererst auf seinem eigenen unternehmerischen Erfolgsgedanken. Die von Grupp gelebte Verantwortung für die knapp 1200 Trigema-Mitarbeiter ziele auf deren Motivation und Leistungsbereitschaft. Der Standort Deutschland sei nicht zu teuer, wenn man die qualifizierten Arbeitskräfte richtig einsetze, richtig motiviere und vor allem ihre Leistung richtig abrufe. Flexibilität ist dabei ein Trumpf, den sein Unternehmen scheinbar überzeugend spielen kann. Jedes Produkt könne innerhalb von 48 Stunden in den deutschen Trigema-Fabriken gefertigt werden. Hierarchien gebe es in seinem Unternehmen praktisch nicht. Grupp sitzt mit seinen 32 Verwaltungsangestellten zusammen in einem großen Büro ohne Trennwände, um effektiver zu sein. Briefe und Auftragsbestätigungen schreiben überlässt er Grosskonzernen, die "heute nicht wissen, was sie gestern geschrieben haben. Bei uns wird Ware gefertigt und geliefert- die Rechnung liegt im Paket, das reicht".
Niemals in der Trigema-Geschichte habe es betriebsbedingte Kündigungen oder Kurzarbeit gegeben. Unternehmer, die bestimmte Werte gemeinsam mit ihren Mitarbeitern lebten, hätten eben langfristig mehr Erfolg, als kurzfristig nach Profit strebende. Er kenne niemanden in seiner Branche, der durch Arbeitsplatzverlagerungen und Werksschliessungen reicher geworden wäre, aber viele die ärmer geworden seien oder ihr Unternehmen verloren hätten. Trotz aller sozialer Verantwortung sei er kein Sozialseuseler. Auch die Garantie für jedes Kind der Mitarbeiter, nach der schulischen Ausbildung, einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen sei letztlich egoistisch, da es für das Unternehmen die beste Lösung sei.
Die Würze im Vortrag war neben den, erwartet kernig vorgetragenen Sachthemen, auch ein gutes Stück Humor sowie ein Tick Selbstironie. Die etwas augenzwinkernd geäußerte Feststellung, dass Trigema nur deshalb gänzlich ohne Bankkredite wirtschafte, weil für seine Branche praktisch seit Jahren keine Bankkredite mehr zu bekommen seien, lockte vor dem ernsten Hintergrund der Äußerung nicht zum ersten Mal Lachsalven aus dem Publikum hervor.
Trigema vermarktet inzwischen über die Hälfte seiner 30- 40.0000 täglich gefertigten Kleidungsstücke über eigene Geschäfte und das Internet. Wie Grupp im Anschluss an die Vortragsveranstaltung, im Rahmen eines Pressegesprächs zum Ausdruck brachte, lebe das Unternehmen heute tatsächlich zu einem guten Stück vom Prädikat "Made in Germany". Viele Kunden kämen weite Strecken zum nächsten Trigema-Geschäft angereist um die Qualitätswaren aus seinem Hause zu kaufen.

Infos im Internet:
www.trigema.de
www.volksbank-neckartal.de

01.06.05

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