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Erlebnisreiche Tage für die Eberbacher Sänger


Die Reisegruppe des MGV Liederkranz vor dem Dom der als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichneten tschechischen Bergbaustadt Kutna Hora. (Foto: Matthias Krauss)

(tw) (mk) "Ich sehe eine Stadt, deren Ruhm einst die Sterne berühren wird" – so beginnt in der tschechischen Sagenwelt die Prophezeiung der legendären Prinzessin und Seherin Libuse, der Stammutter der westslawischen Herrscherdynastie der Premysliden.
Libussas Traumgesicht sollte sich erfüllen: Im Mittelpunkt uralter Handelsstraßen entwickelte sich Prag im Laufe der Jahrhunderte rasch zu einer der reichsten, prächtigsten und malerischsten Handelsstädte Europas. Davon konnten sich die über 80 Mitfahrer der Chorreise des MGV Liederkranz Eberbach bei ihrer fünftägigen Fahrt nach Prag selbst überzeugen.
Bei hochsommerlichen Temperaturen hatte sich am frühen Morgen des 25. Mai die Reisegesellschaft mit zwei Bussen auf den Weg gemacht. Nach einem Geburtstagsständchen und Sektfrühstück erreichte man am frühen Nachmittag als Zwischenstation den Ursprungsort eines der weltweit berühmtesten und besten Biere der Welt: Plezen (Pilsen). In dieser ca. 80 km südwestlich von Prag gelegenen Stadt wurde 1842 das helle Lager, das erste klare Bier der Welt, hergestellt. Bis dahin war der Gerstensaft dunkel und trüb, so vernahm man es aus dem Munde des tschechischen Führers, der die Reisegruppe durch die weitläufigen Brauereianlagen führte. Eine Attraktion dabei sind die neun Kilometer langen unterirdischen und kühlen Gewölbekeller, in denen das Bier (pivo) gärt. Besonderer Beliebtheit erfreut sich das Pilsener Urquell. Sein großartiges Aroma und sein unnachahmlicher Geschmack werden der hervorragenden Qualität des Pilsner Quellwassers, dem selbst gedarrten Gerstenmalz und dem würzigen Hopfen aus dem berühmten Anbaugebiet von Saaz zugeschrieben.
Bier sei dabei ein Stück böhmischer Folklore, das gesellschaftliche Leben spiele sich seit vielen Generationen in Wirtshäusern und Bierschänken ab, wusste der Führer zu berichten. Man könne sich eher von der Ehefrau scheiden, als von seinem Wirtshaus trennen, sagt er noch augenzwinkernd, was einige der männlichen Mitreisenden zu einem verständnisvollen Kopfnicken veranlasst...
Am nächsten Morgen ging es bei wiederum strahlendem Hochsommerwetter los zur ersten Stadtführung in Prag. An keinem anderen Ort pocht das junge und alte Herz von Prag so lebendig wie am Altstädter Ring, einem überwältigend bunten Architekturensemble und einer wahren Historienbühne von stattlichen Bürgerhäusern, eleganten Adelspalais, spätgotischen und barocken Kirchen sowie faszinierenden Fassaden aus Gotik, Renaissance und Rokoko. Das unvergleichliche Flair der Stadt können nicht einmal die Touristenmassen zunichte machen, die sich in einem kaum mehr regulierbaren Strom durch die Altstadt ergießen. Doch Prag trägt auch diese Invasion mit Würde, Anstand und Gelassenheit.
Anziehungspunkt der glanzvollen Innenstadt ist die astronomische Uhr des Altstädter Rathauses, wo man zu jeder vollen Stunde das berühmte Figurenspiel beobachten kann, bei dem Christus und die zwölf Apostel als geschnitzte Halbfiguren an zwei schmalen Fenstern vorbeiziehen. Nach dem Auftritt des letzten Apostels kräht in einer Nische ein flügelschlagender Hahn und die Uhr schlägt die Stunde.
Inzwischen war man nach längerem Fußmarsch an einem weiteren Höhepunkt der Stadtführung, der weltberühmten Karlsbrücke (Karluv most), angekommen. Prags bekanntestes Wahrzeichen – eine der ältesten und schönsten Fußgänger-Steinbrücken Europas – führt über die Moldau direkt in die Altstadt. Berühmt sind die insgesamt 30 Skulpturen oder Figurengruppen von Heiligen, allesamt aus böhmischem Sandstein erbaut.
Am Nachmittag unternahm die Reisegruppe dann einen Ausflug zum rund 40 km südöstlich von Prag gelegenen Schloss Konopiste, einer Touristenattraktion ersten Ranges. Seit 1887 gehörte die weitläufige und prunkvolle Burganlage dem österreichischen Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand d’Este. Von der beinahe schon fanatischen, ja geradezu manischen Jagd- und Sammelleidenschaft seines Besitzers erzählen zahllose, überall im Schloss zur Schau gestellte Jagdtrophäen. In 40 Jahren auf der Pirsch – der Erzherzog begann mit 11 und starb mit 51 – erlegte er mehr als 300.000 Stück Wild, im Tagesdurchschnitt also ca. 25 Hirsche, Rehe, Füchse, Luchse, Auerhähne Fasanen etc. Und dies noch nicht genug: in Afrika, in Indien und Kanada waren es auch Löwen, Nilpferde und Elefanten, die von seiner Hand starben. Tragische Bedeutung erlangte der österreichische Thronfolger dann 1914, als er in Sarajewo zusammen mit seiner Frau von einem serbischen Nationalisten erschossen wurde und damit die Ursache für den Ausbruch des 1. Weltkrieges lieferte.
Am Abend dann ausgelassene Stimmung der Sänger in einem der zahlreichen rustikalen Prager Altstadtlokale. Ein Akkordeonspieler aus Prag beherrschte das ganze Repertoire schmissiger deutscher Ohrwurmmelodien, ein ums andere Mal fiel der Männerchor stimmkräftig ein und ließ es sich gegen Ende des Abends nicht nehmen, unter dem Dirigat seiner Chorleiterin Karin Conrath einen mit stürmischem Beifall bedachten Auftritt hinzulegen.
Der Vormittag des nächsten Tages stand ganz im Zeichen der Besichtigung des Hradschin, der berühmten Prager Burg, laut Guiness-Buch der Rekorde die größte der Welt und meistbesuchte Sehenswürdigkeit der Moldaustadt. Allerdings wurde die Freude der Chorreisenden durch lange Wartezeiten und schier unübersehbare Besuchermassen deutlich gedämpft.
Wie vor Antritt der Reise schon verabredet, umrahmten die mitgereisten aktiven Chorsänger am frühen Abend eine Heilige Messe im weltberühmten, 1140 erbauten Prämonstratenser Kloster Strahov in Prag. Die einmalige Atmosphäre des reich ausgestatteten barocken Kirchenschiffes, die schlichte, stark rhythmisierte, aber doch eindrucksvolle liturgische Gestaltung der heiligen Feier durch die Mönche sowie der Gesang des Männerchores des MGV Liederkranz trugen zu einem unvergesslichen Erlebnis bei.
Was wäre Prag, was wäre die Moldau ohne eine Schiffsfahrt? So bestieg man am Abend des vorletzten Tages ein reserviertes Fahrgastschiff, ließ es sich bei einem reichhaltigen an Bord servierten Büfett gut gehen, saß bei hereinbrechender Dunkelheit an Deck des Schiffes und ließ das eindrucksvoll nächtlich illuminierte Prag gemächlich an sich vorüberziehen.
Am Abreisetag führte die Chorreisenden dann noch ein Abstecher in das ehemals mondäne Kurbad Karlsbad (Karlovy Vary). Die in klassischem Kaisergelb frisch getünchten Fassaden der Bäderstadt erinnern an längst vergangene k.u.k.-Zeiten. Anstatt der Zaren, Kaiser und Könige sowie bedeutenden Künstler ihrer Zeit (u.a. Goethe) werden die Kuranlagen heute vorwiegend von Tagestouristen heimgesucht, die meist am Wochenende die geraniengeschmückten Promenaden entlang flanieren.
Am Ende waren sich alle Mitfahrer einig, mit dem Liederkranz wieder einmal großartige Tage erlebt zu haben, die sicherlich lange in Erinnerung bleiben werden.


16.06.05

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