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Thema Jugend und Sucht - Viele Wege führen aus der Abhängigkeit


In der ersten Reihe sitzen: Bürgermeister Michael Jann (Mosbach), Bürgermeister Theo Haaf (Schwarzach), Dr. Alexander Vater, Leiter Geschäftsbereich Beschäftigung und Gesundheit, Chefarzt Dr. Karsten Rudolf, Referent Franz Resch. (v.l.) (Foto: privat)

(bro) (ap) "Mit Jugend und Sucht wird ein Thema aufgegriffen, das fast alle angeht", so begrüßte Dr. Alexander Vater, Leiter des Geschäftsbereichs Beschäftigung und Gesundheit, am 1. Juli zum 2. Schwarzacher Hof-Symposium, zu dem die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie (KJPP) unter Federführung von Chefarzt Dr. Karsten Rudolf eingeladen hatte. Interessierte Gäste waren unter anderem die Bürgermeister Michael Jann, Mosbach, und Theo Haaf, Schwarzach. Nicht alle Jugendlichen, so Dr. Vater, brächten die Voraussetzungen mit, den Prozess des Erwachsenwerdens produktiv zu bewältigen. Suchtmittel könnten in diesem Zusammenhang eine fatale Bedeutung erhalten. Die KJPP sei zwar keine Suchtklinik. Gleichwohl werde dort eine Zunahme derjenigen Jugendlichen beobachtet, die über Erfahrungen mit psychotropen Substanzen berichten. Anhand aktueller Statistiken verdeutlichte er, dass Drogen und Alkoholmissbrauch (Alcopops) bei jungen Menschen allgemein auf dem Vormarsch sind, was sich auch wie ein roter Faden durch die Referate zog. Die Frage "Was brennt unter den Nägeln?" sei bei der Themensuche fürs Symposium entsprechend schnell beantwortet gewesen, berichtete Dr. Karsten Rudolf, der sich bei seinem Team für die Vorbereitungsarbeiten bedankte. Über zahlreiche Ansätze der Prävention bei Jugendlichen berichtete Elke Böhme vom Badischen Landesverband für Prävention und Rehabilitation. Sie wies darauf hin, dass neue Suchtgefahren eine stärkere Vernetzung der Disziplinen erfordern und bedauerte zugleich das Scheitern eines Präventionsgesetzes als vierte Säule des Gesundheitswesens. Böhme kündigte an, dass Mosbach eine von mehreren Modellregionen des deutsch-schweizerischen Projektes gegen Cannabismissbrauch "Realize it" werde. Prof. Dr. Franz Resch, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Zentrum für Psychosoziale Medizin der Uniklinik Heidelberg, präsentierte in seinem Vortrag "Entwicklungspsychopathologie und Risikoverhalten bei Suchtstörungen im Jugendalter" nicht nur die epidemiologischen Daten zu Sucht- und Risikoverhaltensweisen, sondern auch ein biopsychosoziales Entwicklungsmodell des adoleszenten Risikoverhaltens. So zeigte sich, dass genetische, somatische und psychosoziale Einflüsse in der frühen Entwicklung zu einer psychischen Struktur führen, die als "Erlebnis- und Verhaltensrepertoire" im Jugendalter in Wechselwirkung mit Lebensereignissen und adoleszenten Entwicklungsaufgaben tritt. Im Spannungsfeld dieser alterstypischen Problemstellungen entwickelten sich Risikoverhaltensweisen, die bei Aufrechterhaltung negativer Entwicklungsfaktoren schließlich zur psychischen Krankheit führten. Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen, und Folgeerkrankungen bei Suchtstörungen beleuchtete Dr. Christian Fleischhaker, Uniklinik Freiburg. Ihm zufolge hat vor allem der Ecstasy- und Cannabis-Missbrauch mit teils verheerenden Auswirkungen in den letzten fünf Jahren erheblich zugenommen. Drogenmissbrauch verkompliziere Behandlung und Verlauf verschiedener jugendpsychiatrischer Erkrankungen erheblich. Die offene, niederschwellige Behandlungsstation clean.kick für Kinder und Jugendliche mit Drogenproblemen, die Dr. Wolfram Metzger vom Zentrum für Psychiatrie "Die Weissenau" vorstellte, bietet seit März 2002 die Möglichkeit zu einer qualifizierten Entzugbehandlung und weiterführenden kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlung. Diese führt suchttherapeutische und jugendspezifische pädagogische und psychotherapeutische Ansätze in einem gestuften multimodalen Therapieprogramm zusammen. Ziel- und biographisch orientierte psychotherapeutische Interventionen, ein systemischer Ansatz und aktivierende Angebote sollen positive Veränderungen, die über das Behandlungsende hinweg andauern, bedingen. Die Behandlung in diesem Pilot-Projekt wurde wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Die Ergebnisse sprechen für eine frühe und erfolgversprechende Intervention im offenen, niedrigschwelligen Ansatz. Allseits gelobt wurde von den Teilnehmern, welche die unterschiedlichsten Berufsgrup-pen und Institutionen repräsentierten, die entspannte, konstruktive Atmosphäre, die einen regen Austausch sowohl untereinander als auch mit den Referenten ermöglichte. Dank der geballten Information aus vier Ankerthemen im Bereich Jugend und Sucht hatte man das gute Gefühl, wieder auf dem neuesten Stand zu sein. Die KJPP will die Referate in einem Tagungsband zusammenfassen.


06.07.05

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