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Am 13. September 1904 in Papua-Neuguinea ermordet


Ein Gedenkstein für die in Mülben geborene und am 13.08.1904 in Papua-Neuguinea ermordete Schwester Sophia wurde heute in Mülben eingeweiht. Pater Kasimir Fieden segnete den Gedenkstein und Schwester Bartholomäa von den Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu berichtete über die Missionsarbeit "Damals und Heute". (Fotos: Baumgartner)

(tb) Heute wurde in Mülben an der Stelle, an der ihr Elternhaus stand, unter Anteilnahme der Bevölkerung ein Gedenkstein für die 1904 in Papua-Neuginea ermordete Schwester Sophia eingeweiht und in einer Feierstunde durch Pater Kasimir Fieden gesegnet. Erich Steck, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der Waldbrunner Pfarrgemeinde St. Maria, begrüßte die hierzu erschienenen Gäste, unter ihnen Bürgermeister Klaus Schölch, Ortsvorsteher Peter Ihrig und Pater Kasimir Fieden, der großen Anteil daran habe, dass die Erinnerung an Schwester Sophia wieder in den Vordergrund getreten sei. Ganz besonders begrüßte Steck Schwester Bartholomäa von den Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu aus dem Kloster von Hiltrupp. Sie hat die Waldbrunner Pfarrgemeinde in besonderer Weise bei der Vorbereitung der Informationsschriften und beim Druck der Erinnerungsbildchen unterstützt. Auch galt sein Gruß Schwester Raimunda, die zurzeit Urlaub in Deutschland macht und in Papua-Neuginea für die Missionsschwestern tätig ist.
Mit Gebeten und Fürbitten, vorgetragen von Pater Kasimir Fieden und Schwester Raimunda gedachte man der ermordeten Schwester Sophia und auch der weltweiten Opfer von Terror und Gewalt. Über die Tätigkeit des Ordens "Damals und Heute" berichtete Schwester Bartholomäa von den Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu aus dem Kloster Hiltrupp. Die Grußworte der Gemeinde Waldbrunn überbrachte Bürgermeister Klaus Schölch. Worte des Dankes und der Hoffnung sprach Ruth Schmitt. Es sei ein besonderer Tag für ihre ganze Familie gewesen. Gerade der Tag des offenen Denkmals sei für die Segnung des Gedenksteins der richtige Rahmen gewesen. In ihren Worten bedankte sie sich bei der politischen und kirchlichen Gemeinde von Waldbrunn. Besonders bedankte sie sich beim MGV Mülben, der die Feierstunde musikalisch umrahmte, beim Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Erich Steck für seinen besonderen Einsatz und bei den Missionsschwestern. Mit einem Gebet zur Seligsprechung von Schwester Sophia ging die Feierstunde zu Ende.
Schwester Sophia wurde als Anna Schmitt am 26. Oktober 1879 in Mülben geboren. Sie trat am 25.04.1900 in die Ordensgemeinschaft ein und legte am zweiten Februar 1902 legte ihr erstes Gelübde bei den Missionsschwestern des Heiligsten Herzen Jesu im Kloster von Hiltrupp ab. Auf ihren ausdrücklichen Wunsch, in die Südsee entsandt zu werden, wurde sie in Deutschland als Krankenschwester ausgebildet. Sie verließ Hiltrupp am 27. Januar 1904 und kam am 18. März in der Mission von Vunapope an. Nach einer Vorbereitungszeit kam sie im Juli 2004 zur Missionsstation St. Paul in den Baininger Bergen. Diese war im Jahre 1898 durch Pater Rascher bewusst im Gebiet des Stammes der Baining gegründet worden. Der Stamm stand in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Uferstämmen (Tolai) und musste diesen regelmäßigen Dienst leisten. Dazu zählte auch die Unterstützung bei der Beschaffung von Sklaven, bei den in den Bergen lebenden Bainingern, die als vollkommen rechtlose Arbeitskräfte, aber oft auch als Vorrat an Menschenfleisch, dienten. Da die Freiheit der Sklaven für Bischof Couppé ein Hauptziel seiner Mission darstellte, sollte in St. Paul eine Einrichtung entstehen, in der ehemalige, von der Mission losgekaufte Kinder und Jugendliche zum Christentum erzogen würden. Im Jahre 1903 kamen die ersten Missionsschwestern auf die Station. Schwester Sophia hatte auf St. Paul ihre Arbeit als Krankenschwester im Dorf und auch in den Hütten der Eingeborenen zu verrichten
Auf dieser Station wurde auch To Maria, 1891 losgekauft, katholisch erzogen. Er war hausjunge bei Pater Rauscher, wurde von diesem mehrfach wegen seines Lebenswandels ermahnt und gemaßregelt. To Maria wurde zum Anführer einer Gruppe von Bainingern, die die Morde beging. Treibende Kraft sei jedoch sein Adoptivvater gewesen, der To Maria durch einen Eid zu dieser Mordtat verpflichtet hatte. Dieser war ein gefürchtete Baininger Menschenfresser, Zauberer und Giftmischer. Durch den Kampf der Mission und der Kolonialregierung gegen das Sklavenwesen fürchtete er um seine wirtschaftliche Grundlage.
Die letzten Stunden von Schwester Sophia werden in einem, anlässlich der Segnung des Gedenksteines erschienen Druckblattes der Pfarrgemeinde St. Maria Waldbrunn wie folgt beschrieben: "Am Morgen des 13. August kam sie aus dem Dorf, wo sie Wunden verbunden hatte. Sie wollte ihre Schritte zu den Hütten der Eingeborenen lenken, um auch ihnen Linderung und Trost zu bringen. Das war ihr letzter Gang. Kaum hatte sie das Dorf verlassen, als die Mörder sie überfielen und mit ihren Beilen niederschlugen. Sie hatte klaffende Wunden am Hinterhaupt und im Nacken. Auch ihr Unterleib zeigte eine große Wunde. Sie war auf das Gesicht gefallen, aber nicht sogleich tot. To Maria schrie deshalb dem Mörder zu: "Warum tötest du sie nicht sogleich?", worauf dieser ihrem Leben mit Fußtritten ein Ende machte."
An dem besagten 13. August 1904 wurden durch die Waffen der Baininger fünf Schwestern, zwei Patres und drei Brüder getötet Der Überfall sei genau geplant gewesen. Er setzte so überraschend ein, dass die Missionare keine Möglichkeit zur Flucht hatten. Zusammen mit den Missionaren starben durch Gewehrkugeln und Beilhieben auch sieben einheimische Christen, die sich als Schutz vor die Missionare gestellt hatten.
Bereits seit 1933 findet im Vatikan ein Prozess zur Seligsprechung der ermordeten Missionare von St. Paul statt. Wie Schwester Bartholomäa mitteilte, soll darüber in den nächsten zwei Jahren endgültig entschieden worden sein.

(Quelle: Informationsschrift der kath. Pfarrei St. Maria Waldbrunn zur Einweihung des Gedenksteines für Schwester Sophia)

11.09.05

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