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HISS – ganz eigener Stil echter Männer


v.l.: Michael (Roy) Roth, Volker Schuh, Stefan Hiss, Paul (Patch) Pacher, Thomas (King) Grollmus (Foto: Koss)

(ak) HISS ist eine Band fernab vom Mainstream mit sehr eigener Persönlichkeit. Ihre Songs sind respektlos und spöttisch, kennzeichnend ist das völlige Fehlen jeglicher Lieblichkeit. Sie inszenieren sich mit reichlich Selbstironie als Machos, allen voran Stefan Hiss, der Sänger mit dem Menjou-Bärtchen im Western-Dress. Er hat optische Ähnlichkeit mit Sir Peter Ustinov, zu dessen Lebzeiten, und wohl auch einen ähnlichen Sinn für Sarkasmus. Gestern Abend traf man sie in der Galerie ARTgerecht, wieder ein Glücksgriff des Kulturlabors.
Der musikalische Stil pendelt zwischen Rock, Polka, Walzer und lateinamerikanischen Klängen, die Texte sind meist deutsch, einige spanisch oder auch finnisch. Der rasante Rhythmus lässt fast nie an Tempo nach und HISS stieg gleich am Anfang voll ein mit „Das Leben ist ein Rodeo“. Dem fleischlosen Genuss drohen sie mit „Vegetarier“, beschwören Partystimmung mit der „Friedhofspolka“. Kaum wähnt man sich wohlig von den Klängen eines romantischen Liebesliedes eingelullt, muss man erkennen, dass es sich bei „So wie Du“ wohl eher um eine erfolgreiche Treibjagd gehandelt hat. Auch der Ausgang der in „Amor“ erzählten Geschichte ist, weil kolumbianisch, wahrscheinlich blutrünstig. „Who stole the Kishka“ ist der Beitrag zur Völkerverständigung, denn die Menschheit eint der Wunsch: Wir wollen Tanzwurst. Laut Stefan Hiss rankt sich das Weltgeschehen um die einzig wichtige Frage: „Muss i denn“, eine späte Rache an Elvis, der sich dieses deutschen Volksguts bemächtigte. Michael Roth mischt mit seinen Mundharmonikas Farbe in den Rhythmus, lässt sie spötteln und lachen. Die Melodie der Songs kommt rasant geklampft aus den Gitarren von Volker Schuh und Thomas Grollmus, furioser Taktgeber am Schlagzeug ist Paul Pacher. Stefan Hiss setzt nicht nur mit seiner prachtvollen Stimme gekonnt modulierend Akzente, er spielt auch Akkordeon.
Religiöse Selbstgeißelung nimmt HISS mit „Heilig“ aufs Korn, nicht ohne vorher eine dezent angepasste Passage aus einer Lektüre über Heiliggesprochene vorzulesen. Doch Stefan Hiss lässt zarte Seelen nicht im Stich und gesteht, wöchentlich an einem Gesprächskreis teilzunehmen. Versöhnlich für jede Feministin, die sich zwischendurch gefragt haben mag, wer wohl die Rüschenhemden der Herren gebügelt hat. Das furiose Finale leiteten sie ein mit „Schlecht“, es riss das johlende Publikum im gut gefüllten Zuschauerraum von den Stühlen zu stehenden Ovationen. Nach zwei Zugaben und huldvoll entgegengenommenem, begeisterten Applaus verabschiedete sich HISS nach einem wunderbaren Abend für die schwarze Seite der Seele.


01.10.05

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