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Eberbacher Sänger zum Konditionstraining in Rastatt


Mit unerschütterlicher Geduld und nie versagendem Humor brachten die beiden Kantoren Godehard Weithoff (l.) und Achim Plagge ihre rund 90-köpfige Sängerschar beim Probenwochenende in Rastatt für das gemeinsame Konzert im November auf Vordermann. (Foto: Nolten-Casado)

(tw) (bnc) Am Sonntag den 13. November werden die beiden Eberbacher Kantoreien unter der Leitung ihrer Kantoren Achim Plagge und Godehard Weithoff in der Stadthalle bei einem Oratorium mitwirken, das die Kondition der Sängerschar fordern wird wie kaum ein Projekt zuvor. "Israel in Egypt" heißt das Werk Georg Friedrich Händels, das – als fünftes Oratorium in englischer Sprache – am 4. April 1739 im King’s Theatre am Londoner Haymarket uraufgeführt wurde. Der alttestamentliche Auszug des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei steht im Mittelpunkt des umfangreichen dreiteiligen Werkes. Es beginnt mit der Klage der Israeliten über den Tod Josefs. Der zweite Teil, "Exodus" betitelt, vertont die biblische Schilderung der Plagen, die den Pharao heimsuchen, und die Flucht der Israeliten durch das Rote Meer. Im dritten Abschnitt hat Händel schließlich das Lied des Moses angesichts der geglückten Rettung musikalisch umgesetzt. Anders als in seinen vorangehenden Oratorien, in denen Arien, Rezitative und Chöre in traditioneller Form abwechseln, schuf Händel mit "Israel in Egypt" eine völlig neue Form mit einem immensen Choranteil. Die gesamte Skala der Chorstile geht der Komponist dabei durch, von Fuge und Doppelfuge bis hin zu chorischer Deklamation und Chorrezitativ.
Seit Monaten haben evangelische und katholische Kantorei, jede für sich, ihren Part geprobt. Am vergangenen Wochenende hieß es nun, gemeinsam die vielen musikalischen Mosaiksteine zu einem großen Ganzen zu vereinen. So setzten sich am Freitagnachmittag zwei Busse aus Eberbach in Richtung Rastatt in Bewegung, wo sich die rund 90-köpfige Truppe im Bildungshaus St. Bernhard einquartierte. Und gleich nach dem Abendessen ging es an die Probenarbeit. Die große Aula des Bildungshauses sollte für zwei Tage zum Hauptdomizil der Sängerinnen und Sänger werden, hier sollte zusammenwachsen was zusammengehört. Eine kurze Aufwärmphase, ein bisschen Stimmgymnastik, und schon hörte man die Kinder Israels unter ihrer Knechtschaft seufzen. Drastisch inszenieren die beiden Kantoren die Plagen, die nun die Ägypter heimsuchen: Der Fluss aus Blut soll schließlich ganz träge und eklig durch den Konzertsaal kriechen, die Finsternis, die über’s Land hereinbricht, muss man mit Händen fassen können. Heuschrecken und allerlei Ungeziefer lässt Weithoff dem Zuhörer förmlich ums musikalische Ohr krabbeln, und mit vollem Körpereinsatz im Dirigat treibt Achim Plagge die Pferde der Ägypter in rasantem Galopp ins Rote Meer. Die Chorleiter schwitzen, die Sänger auch. Mal sollen sie "eine musikalische Brücke" bauen, mal den "Diabolus in musica" bezwingen. Schwierige Koloraturen werden erst mal auf don don don und ja ja ja geprobt. Plagge lässt die Sänger hecheln und tanzen und auf der Stelle joggen um sie auf Tempo zu bringen. Dann ein zweiter Versuch. Und jetzt klingt’s schon viel besser. Mit unerschütterlicher Geduld und nie versiegendem Humor wollen die beiden Kantoren, abwechselnd als Dirigent oder Klavierbegleiter, ihrer Sängerschar Großes entlocken. Und die schlägt sich tapfer.
Abends ist Erholung in der Kellerbar angesagt. Der Raum ist viel zu klein und die Getränke sind bald aus, aber gemütlich ist’s und die Choristen kommen sich auch menschlich näher. Am Sonntagmorgen steht ein ökumenischer Gottesdienst auf dem Programm. Das Lied der Miriam, der Schwester von Moses und Aaron, steht im Mittelpunkt. In ihre Freude über die Rettung Israels aus Ägypten und die erfolgreiche Durchquerung des Schilfmeers stimmen die Chorsänger mit Stücken aus Händels Oratorium ein. Zwei weitere Probeneinheiten folgen, dann ist es Zeit für die Heimfahrt. Als man am Sonntagnachmittag den Bus besteigt, ist man dem Endprodukt ein gehöriges Stück näher gekommen. Und in den verbleibenden Wochen bis zum Konzert werden die Kantoren dem musikalischen Ausdruck ihrer Sänger noch den allerletzten Schliff verpassen.


13.10.05

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