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Der Rest ist Schweigen....


v.l.: Karsten Morschett als Hamlet, Milan Pesl (Königin) und Jürg Hummel (König) als Schauspieler, der als Schauspieler verkleidete Polonius (Stefan Holm) träufelt Gift ins Ohr des Königs (Fotos:C.Richter)

(ak) Großes Drama stand gestern Abend auf dem Programm der Badischen Landesbühne (BLB). Auf Einladung des Kulturamts zeigte sie in der Stadthalle Eberbach Shakespeares Hamlet.
Zur Einstimmung auf das Thema gab Angelika Salvisberg, Chefdramaturgin der BLB, eine Einführung mit Erklärungen zur Geschichte des Stückes. Die Interpretation des Regisseurs Andreas Ingenhaag holt die Handlung in die heutige Zeit, dazu passend wurde die deutsche Übersetzung von Reinhard Palm gewählt. Sie stammt aus den vergangenen 90er Jahren, die Sprache bedient sich moderner Ausdrücke, ist aber doch im klassischen Rhythmus und Versmaß gehalten. Geflügelte Worte wie „Mehr Inhalt, weniger Kunst...“ oder „Etwas ist faul im Staate Dänemark.“ sollten wiedererkannt werden und den Genuss schöner Sprache ermöglichen, so Salvisberg. Erstmals ist die Figur Hamlets bereits im Mittelalter in der Saga von Saxo Grammaticus (12. Jh.) als Amleth erwähnt worden. Shakespeares Drama ist, untypisch für seine Zeit der Entstehung am Anfang des 17. Jahrhunderts, eine psychologische Studie der darin vorkommenden Figuren. Anders als in damals gängigen Stücken gibt es hier keinen großen, guten Helden:
Obwohl vor nur vier Wochen ihr Ehemann und Vater Hamlets starb, hat Königin Gertrud (Anke Siefken) bereits dessen Bruder und neuen König Claudius (Georg Peetz) geheiratet. Zunächst herrscht im Schloss zu Helsingör deshalb Feierstimmung. Nur Hamlet (Karsten Morschett) kann sich nicht recht freuen. Ihn umgibt eine düstere Aura, denn er glaubt, dass Claudius seinen Vater getötet hat. Hamlet beginnt, Beweise zu sammeln. Er mimt den Wahnsinnigen, damit Claudius ihn nicht ernst nimmt und Fehler begeht, durch die er überführt werden kann. Hamlet erscheint der Geist seines Vaters, der ihm von dem Mord berichtet und ihn auffordert, seinen Tod zu rächen. All dies gesteht er allein seinem Vertrauten Horatio (Fridolin Richter). Ophelia (Jule Richter), Hamlets Geliebte und Schwester Laertes’ (Milan Pesl), erkennt ihren Liebsten nicht wieder und ist zutiefst erschüttert. Je stärker Hamlets verzweifelte Wut wird, umso schwerer senkt sich die Düsternis auch über die Anderen. Gertrud versucht eifrig, abzuwiegeln und alle aufzumuntern. Sie sieht der Wahrheit nicht ins Gesicht, wie viel sie wirklich weiss, wird niemals klar.
Als eine Schauspielertruppe im Schloss gastiert und eine Szene spielt, die der Ermordung von Hamlets Vater gleicht, verliert Claudius die Haltung. Schliesslich tötet Hamlet irrtümlich Polonius (Stefan Holm), den Vater von Ophelia und Laertes. Ophelia verfällt dem Wahnsinn und geht ins Wasser. Nun gibt es kein Halten mehr, in einem barbarischen Showdown mit vergifteten Schwertern und Getränken finden am Ende alle den Tod – bis auf Horatio. Ihm gibt der sterbende Hamlet den Auftrag, die Wahrheit zu erzählen, bevor er mit seinen letzten Worten sein Leben aushaucht: „Der Rest ist Schweigen...“
Ein schwieriger Stoff also, den die Akteure feinfühlig umgesetzt haben. Auf darstellerische Übertreibungen wurde verzichtet, der Text war in der modernen Fassung gut verständlich, wenn auch nicht immer akustisch klar. Besonders Karsten Morschett pendelte glaubwürdig in leidenschaftlicher Verzweiflung zwischen Anfällen von ironischem Wahnsinn und tiefer Depression. Auch Jule Richter machte die wachsende Angst Ophelias, die die Wolken heraufziehen sieht, spürbar.

14.10.05

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