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Trip durchs wilde Pfalzistan


Der promovierte Sprachwissenschaftler Christian Habekost nahm die sprachlichen Eigenheiten der Kurpfälzer unter die Lupe und erntete Lachsalven (Foto: Böhm)

(ub) (mjb) "Ausegewärtische", wie er alle Nicht-Kurpfälzer tituliert, hatten es wie immer nicht ganz leicht, als Christian "Chako" Habekost das Eberbacher Publikum ins Abenteuerland Kurpfalz entführte, mitnahm auf einen "Trip durchs wilde Pfalzistan". Der gebürtige Mannheimer war zum vierten Mal Gast beim Eberbacher Kulturlabor. Wegen der überwältigenden Nachfrage nach Karten für die gänzlich ausverkaufte Galerie Artgerecht wird es einen weiteren Auftritt am 3. Februar nächsten Jahres geben.
Die Hoffnung auf hochdeutsche Nummern in seinem Programm beschied Christian Habekost, auch unter seinem Künstlernamen "Chako" bestens bekannt, mit einem kurzen "do kenne Se lang druff waade". Doch die Nicht-Muttersprachler sollten ihre Lachmuskeln ebenso wie die Eingeborenen kräftig strapazieren. Der promovierte Sprachwissenschaftler Habekost charakterisierte die sprachlichen Eigenheiten der Kurpfälzer – der "Edlen Wilden" – so gelungen, dass das Publikum aus dem Lachen nicht mehr herauskam. Die Pfalz sei eine Terra incognita, ein Land "im Morgengrauen der Zivilisation", in dem das Ideal des von Natur aus edlen Menschen lebe. "Das sind wir", stärkte Chako das Selbstbewusstsein seiner Landsleute.
Die Sprache des Kurpfälzers habe so ihre grammatikalischen Besonderheiten, begann der Sprachkurs für das Publikum. Es gebe keine Relativpronomen außer einem, dem Wörtchen "wo". Damit begännen hierzulande alle Relativsätze: "der wo, die wo, das wo"... Allenthalben beweine man den Tod des Genetivs – außer in der Kurpfalz. "Der hat bei uns nie gelebt!"
In Bilder und Szenen wie aus dem richtigen Leben des im Rhein-Neckar-Dreiecks-Reservat eingezwängten Volksstammes hielt er seinem Publikum den kabarettistischen Spiegel vor. Hier lebten Leute, denen es am besten ginge, wenn sie "den Berg vun unne, die Kerch vun auße und die Wertschaft von inne" sehen. In einer losen Folge von Szenen geht es ums Älterwerden, einen Besuch einer "ausegewärtische Expedition" bei einem Pfälzer Metzger, Verbal- "Errodick", oder einen Besuch im "Chopping-Paradies", bei dem sich Habekost als Konsumverweigerer outet. "Ich brauch nix, ich will nix, ich kaaf nix!", lautet sein Credo. Dennoch lässt er sich von seiner Angetrauten, auf gut kurpfälzisch "die Frau", in die Welt des Supermarkts schicken und gewinnt dort tiefe Einblicke in die Welt des Kommerzes.
Zur Vermittlung Habekosts elementarer Erkenntnis "Frieher hot’s des net gewwe!" bemüht er einen schon etwas betagten Pfälzer Weinfestbesucher, aus dessen Mund sich die Lebensweisheiten eines in Ehren ergrauten Schoppentrinkers über das Publikum ergießen. Ohne den Einsatz von Kostümen oder Requisiten, nur durch Gestik und Mimik, gelingt Chako die Verwandlung überzeugend.
Mit frechen Fragen bezieht Habekost von der lediglich mit einem kleinen Tisch und einem Stuhl bestückten Bühne immer wieder das Publikum in Geschehen ein. Dabei bekommen neben der immer wieder angesprochenen Gruppe der "Ausegewärtische" insbesondere Chakos Lieblingszuhörer, die Lehrer, ihr Fett ab. Für deren Lieblingsbeschäftigung, das Nacharbeiten des Gehörten, habe er sogar eine Aufnahme seines Programmes mitgebracht, die sie vor dem Nachhausegehen käuflich erwerben könnten, war nu eine seiner Spitzen.
Für sein auch dieses Mal wieder absolut gelungenes Programm erntete er den begeisterten Beifall des Publikums, für den er sich mit einer Zugabe besonderer Art bedankte. Der ehemalige weiße Calypso-Sänger beim Carnival in Trinidad & Tobago zeigte noch einmal sein Talent als Rapper (auf kurpfälzisch "Räpper") mit dem "Groove aus Kurpfalz", in den er seine Zuhörer als Chor einbezog.
Wer Habekost dieses Mal aus Zeitgründen verpasst oder keine Karten mehr bekommen hat, hat am 3. Februar die Möglichkeit, ihn mit demselben Programm in der Galerie ArtGerecht zu erleben. Der Vorverkauf hat bereits begonnen.

20.11.05

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