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Vom Leben und dem Tod


v.l.: Mrs. Chasen (Susanne Meyenburg), Harolds Mutter. Harold (Christian Cujovic) bei seinem Hobby. Maude (Anke Siefken), die friedliche Anarchistin. Harold und Maude testen das Odorophon. Harold und Sunshine Doré (Beate Metz). (Fotos: C.Richter)

(ak) Wer kommt, um das Stück „Harold und Maude“ auf der Bühne zu erleben, muss sich auf schwarzen Humor gefasst machen. Rund 120 Zuschauer sind am Donnerstag Abend auf Einladung des Kulturamts in die Stadthalle gekommen, um dieses legendäre Stück von Colin Higgins in der Inszenierung von Carsten Ramm zu genießen. Anders als in den meisten Fällen existierte der Film „Harold und Maude“ noch vor dem Buch und der Theaterfassung, deren deutsche Premiere 1974 stattfand.
In dieser einzigartigen Geschichte geht es um Harold Chasen (Christian Cujovic), einen jungen Mann aus guten Verhältnissen, und Maude (Anke Siefken), eine mittellose alte Dame. Harold lebt bei seiner Mutter (Susanne Meyenburg), einer gut gestellten Witwe aus dem Establishment. Er pflegt so spannungsreiche Hobbies wie Selbstmorde vorspiegeln und Beerdigungen ihm fremder Menschen zu besuchen. Damit fordert er seine Mutter heraus, die sich jedoch schon längst nicht mehr beeindrucken lässt. Sie ist aber doch etwas besorgt um Harold und engagiert den Psychiater Dr. Mathews (Wolf E. Rahlfs). Auch sucht sie Hilfe bei General Ball (Manfred Rieger), Harolds Onkel, der für einen Platz an der Militärakademie sorgen soll. Harold aber versperrt sich jedem, ist des Lebens überdrüssig.
Maude hingegen ist eine lebenslustige Frau. Sie findet das Thema Tod durchaus zum Lachen, betrachtet ihn als Teil des Lebens. Daher liebt auch sie es, Beerdigungen fremder Menschen zu besuchen.
Bei einer solchen lernt sie Harold kennen. Mit ihrer unbekümmerten Art wickelt sie andere um den Finger und findet auch Zugang zu Harolds Innerem, eine außergewöhnliche Freundschaft entsteht. Maude zeigt Harold, was für sie wesentlich ist – materieller Luxus gehört nicht dazu, wohl aber Freiheit und innerer Reichtum. Sie lehrt ihn, das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Er fühlt sich mehr und mehr zu ihr hingezogen und verliebt sich schließlich in Maude. 60 Jahre Altersunterschied spielen für Harold keine Rolle, für seine Mutter jedoch umso mehr. (Zitat: „Das ist doch keine Liebe, das ist Altenpflege!“)
Mrs. Chasen ist der Meinung, ihr Sohn müsse heiraten, um all seine Probleme zu lösen. Sie kümmert sich per Online-Partnervermittlung um die passende Frau und erhält 3 Vorschläge, die sie auch einlädt. Da sind die affektierte Sylvie Gazel, die verhuschte Nancy Mersch und Sunshine Doré (alle von Beate Metz gespielt), die Hippiefrau mit nymphomanen Zügen. Harold vertreibt sie alle mit fantasievoll inszenierten Schockmomenten.
Denn auch er hat seine Pläne, will Maude heiraten. Die verliert zwischenzeitlich all ihre Habe, was deren Eigentümer sich nicht wieder zurück geholt haben, verschenkt Maude. So eigenwillig und selbstbestimmt wie ihr Leben plant sie auch ihren eigenen Tod. Sie nimmt ohne Bedauern von den materiellen Gütern des Lebens Abschied, von den ideellen Werten jedoch mit Wehmut.
Am Abend ihres 80. Geburtstages schluckt sie die tödliche Kapsel. Schon während Harold ihr seinen rührenden Heiratsantrag macht, beginnt ein Gift zu wirken und es bleibt nur noch Zeit, Harold Lebewohl zu sagen.
Im humorvollen Umgang mit dem Thema Tod verbietet sich Oberflächlichkeit, er setzt vielmehr eine tiefe Akzeptanz des Todes als für jedes Wesen gültig voraus.
Anke Siefken verkörperte mit Präsenz auf sensible Weise eine fröhlich-freche Maude, die ihr Ende selbst in die Hand nimmt, Christian Cujovic wandelte sich glaubwürdig vom abgewandten Schwarzseher zum dem Leben zugewandten jungen Mann, die Chemie zwischen beiden schien zu stimmen. Auch Susanne Meyenburg begeisterte als exaltierte Mrs. Chasen, köstlich agierte Beate Metz in den Rollen der Heiratskandidatinnen.
An das gesangliche Niveau von Cat Stevens, Bob Dylan oder Neil Young zu reichen, ist jedoch schwierig und wollte nicht so recht gelingen, so dass hier weniger mehr gewesen wäre. Auch die Szene, in der Maude einen aus dem Zoo befreiten, quäkenden – unechten – Riesenseehund über die Bühne schleifte, bleibt Geschmackssache.
Insgesamt hatte das Publikum seinen Spaß bei der Vorstellung, die musikalisch von der Band „Slot Machine“ – bestehend aus Hennes Holz, Milan Pesl und Wolf E. Rahlfs – umrahmt wurde, und spendete reichlich Beifall.



10.12.05

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