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Gut besuchter Auftakt zur neuen Kammerkonzertreihe


(Foto: Hubert Richter)

(hr) (khm) Am vergangenen Freitag musizierte das junge Notos-Klavierquartett mit Antonia Köster (Klavier), Sindri Lederer (Violine), Liisa Randalu (Bratsche) und Florian Streich (Violoncello) im sehr gut besuchten ersten Kammerkonzert der 62. Reihe bei den Eberbacher Kunstfreunden.

Man spielte ein wohlüberlegtes Programm, das auf Gedenktage achtete wie die 200. bzw. 150. Wiederkehr im Jahr 2010 der Geburtsjahre von Robert Schumann und Gustav Mahler. Auch der kammermusikalische Konzerterfolg war mit einem in der Publikumsgunst bewährten Werk wie Schumanns Es-Dur-Klavierquartett vorprogrammiert, und die Neugier des Publikums konnte mit den beiden Jugendwerken der Komponistengrößen wie Gustav Mahler und Richard Strauss ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Der Mahlersche Klavierquartettsatz a-moll (1876/78), den man vor etwa 40 Jahren wieder entdeckte und den Mahler glücklicherweise nicht so radikal auslöschte wie behauptet, erwies sich als wirkliches musikalisches Kleinod, dem das Ensemble auch alle nötige Zuwendung zu Teil werden ließ. Über dem vorbereitenden Klangteppich des Anfangs erhob sich das klangvolle Dreitönethema mit einem Klavieranschlag, wie ihn wohl weibliche Pianistenhände besonders eindrucksvoll vollbringen können. Im Satzabschnitt “Entschlossen“ zeigte sich dann die andere Seite des jungen Ensembles, dass man nämlich mit instrumentaler Wucht zu spielen verstand, wobei dem Hang der Streicher zum breiten Musizieren die energische Pianistin - und das auch bei den anderen Werken des Abends - immer lebhaft entgegensteuerte. Dass Mahler auch an die Streicher dachte, zeigt die Violinkadenz am Ende, die nach seiner Anweisung vom Geiger, wie gewünscht, „ungemein rubato und leidenschaftlich“ vorgeführt wurde.

Mit Schumanns Klavierquartett in Es-Dur op. 47 (1842), dem neben seinem im September 2009 in Eberbach gehörten heroischen Quintett op. 44 etwas feinmaschigeren Werk und neben dem es noch ein erstmals postum 1978 aufgeführtes Quartett in c-moll gibt, sind virtuose Musiker immer auf der richtigen Seite. Das Werk kennt bei aller Hervorhebung des pianistischen Parts kaum Unterschiede in der Beanspruchung des Streichtrios. So sollte man hier auch einmal auf Bratsche und Violoncello blicken, die Schumann dankbar bedachte, ganz abgesehen von den hochvirtuosen Darbietungen der Pianistin und des Geigers – man denke nur an dessen glanzvollen Arpeggien in dem sich steigernden Schluss des letzten Satzes. Da Schumann den dunklen Celloklang liebte, gab es für den Cellisten viele kantabel und expressiv ausgeführte Abschnitte, dazu aber auch das so virtuos eröffnete Scherzo in der Art eine perpetuum mobile. Die Bratschistin erfreute ebenfalls durch ihr schönes Kantilenenspiel (1. Satz, Trio I), was nun einmal das Privileg der Streicher ist. Aber auch ihre furiose Eröffnung im Finalsatz konnte man nur bewundernd hören und sehen.

Dass Richard Strauss später sein Klavierquartett op. 13 (1883/84) angesichts von Brahms eher ungeschrieben sehen wollte, nehmen wir nicht ganz ernst, freuen uns eher, dass es gespielt werden kann. Zweifellos ging es darin weniger “ohrenfällig“ zu, aber doch auch, wenn man an das vom Ensemble so eindrucksvoll vorgetragene vornehme erste Thema (1. Satz) denkt oder an das Andante (3. Satz), dem man sogar romantische Sentimentalität nachsagt, dem aber, wenn nicht in Vibrato und Expressivität allzu sehr geschwelgt wird - wie hier - , niemand sein Wohlgefallen entziehen wird. Ansonsten wurde das Quartett von den Musikern angesichts der anspruchsvollen Partitur in bewundernswertem Zusammenspiel gestaltet: bald leidenschaftlich bewegt (1. Satz), bald rhythmisch spritzig (Scherzo), dann wieder kantilenenhaft (Trio) und schließlich erneut mit hinreißend virtuosem Schwung (Finale). Da sich das Quartett nach dem sowohl stürmischen als auch beruhigend aufhellenden Notos-Wind aus der antiken Wetterkunde nennt, konnte gerade das Strauss-Werk diesen Namen plastisch illustrieren.

Für das Publikum, das schon zuvor mit begeistertem Beifall nicht gespart hatte, gab es dann auch nach langem Schlussapplaus noch wie zur Beruhigung nach stürmischem Strauss das klangschöne Larghetto aus Mozarts 2. Klavierquartett in Es (KV 493) zu hören, ein Satz für “singende Streicher“, umgeben von feinster Klavierbegleitung.

27.09.10

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