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Signum-Quartett begeisterte das Publikum

(bro) (khm) Am Freitag, 29. Oktober, fand das zweite Abonnementskonzert, 62. Reihe, der Eberbacher Kunstfreunde im evangelischen Gemeindehaus am Leopoldsplatz statt. Zu Gast war das Signum-Quartett, das Streichquartette von Wolfgang Amadeus Mozart, Hugo Wolf und Robert Schumann mit dem Signum-Quartett zu Gehör brachte.

Das letzte Mozart-Quartett KV 590 gefällt vielleicht nicht durchgängig sofort dem Publikum wie etwa die vorangehenden mozartschen sechs „Haydn-Quartette“, aber das einfühlsame und präzise Interpretation des Signum-Quartetts führte zu dem musikalischen Erlebnis, das diesem kostbaren Werk zusteht. Schon im ersten Satz mit seinem auf den “ersten Blick“ banalen Dreiklangsaufstieg samt Tonleiterabsturz, der in klangvolle Harmonie verwandelt und schließlich virtuos umgeformt wiederholt wird, gab die Primaria Kerstin Dill mit feinsten dynamisch Abstufungen gekonnt einen Vorausblick auf das kunstvolle Werk. Da in den „Preußischen“ Quartetten nicht nur die instrumentale Gleichberechtigung beachtet ist, sondern, durch die Kompositionsanlass bedingt, zusätzlich das Cello auch konzertant auftritt, hatte hier der Cellist Thomas Schmitz seine Stunde, mit instrumentaler Fertigkeit und sonorem Klang aufzuwarten. Bleiben wird den Zuhörern besonders die schöne Gestaltung des musikalisch so hervorragenden Andante. Die Spielweise der ersten Geigerin, die auch in höchster Lage ohne Schärfe war und ein klingendes Violinpiano in vielen Abstufungen bewirken konnte, sowie die einfühlsame Spielpartnerschaft des Ensembles unter einander waren wie geschaffen, diesen wertvollen Satz eindrucksvoll zu gestalten, bei dem die „späte“ Meisterschaft und das unübertreffliches Klangempfinden Mozarts sich bewundernswert verbinden. Nach dem kraftvoll ausgeführten Menuett und Trio dann das Spiel des Finales mit seinen stürmischen Sechzehntelbewegungen bei allen Instrumenten. Dieses turbulente, virtuose „perpetuum mobile“ zeigte besonders Mozarts hohen spieltechnischen Anspruch, der das das Signum- Quartett sichtlich reizte und den es souverän meisterte.

Hugo Wolfs entzückende „Italienische Serenade (1887), ein nächtliches Ständchen mit “Gitarreklimpern im Mondschein“ dürfte auf die Zuhörer mit seiner vom Quartett hergezauberten eleganten Melodielinie und deren duftiger Begleitung auflockernd gewirkt haben. Die Instrumentalisten hatten allerdings sieben Minuten lang äußerste Konzentration aufzubieten: genauester Intonation, höchster Fingerfertigkeit bis hin zu witzigem bzw. ausdrucksvoll gesanglichem Musizieren. Die musikalisch vorgestellte Szene mit schmachtend verliebtem Ständchengeber, der sich mehr oder minder erfolgreich vor dem -Haus seiner Angebeteten musikalisch abmüht, samt der karikaturenhaften Seite des Stückes mit schmachtenden Seufzern, sieghaftem Rossini-Klang und zufrieden leichtfüßiger Walzerseligkeit waren lebendig und amüsant nachzuempfinden.

Schumanns beliebtes Quartett op. 41/3 fand hier ebenfalls beste Interpreten und in den Violinen I und II dazu angesichts des anmutigen und empfindsamen Quartettcharakters sogar besonders dazu prädestinierte Interpretinnen: Kerstin Dill und Annette Walther. Im Detail wurden der den ersten Satz prägende Quintensprung, seine Achtelfolgen in Staccato und Legato von allen vier Instrumentalisten so fein verwoben und doch instrumental differenziert gespielt, dass der ausgewogene Quartettklang und gleichzeitig die “unbestechliche Durchsichtigkeit“ entstand, die Eduard Hanslick „die wahrhafte Erscheinung eines musikalischen Gedankens“ nannte. Der Cellist Thomas Schmitz spielte hoch notierte Gesangsmelodie klanglich vollendet. Das begleitende Spiel über verschobenem Achtelrhythmus, eine der heikelsten rhythmischen Stellen des Satzes, gelang vorzüglich. Das Assai agitato, das selbst ein kleines Streichquartett mit verschiedenen Miniatursätzen ist, zeigte die Flexibilität des Quartetts, die von leidenschaftlicher Bewegtheit ins Spielerische, ins Robuste, ins Liebliche und das Rüpelhafte überzugehen wusste. Im üppig durchgearbeiteten Adagio hatten auch die tiefen Instrumente ihren großen Moment, und der sichere und sonor schöne Klang der Bratsche von Xandi van Dijk wird vielen im Ohr geblieben sein. Die im Finale gewünschte elegante Lebhaftigkeit des Spiels ließ keine Wünsche offen. Der Kontrast zwischen dem kräftig gespielten punktierten Hauptthema und den leichtfüßig daherkommenden Zwischenspielen mit laufenden Achteln oder Triolengetümmel verfehlte seine Wirkung nicht. Das im Satz eingeschobene barockisierende „Quasi Trio“ gefiel mit seinen tänzerischen und polternden Momenten ungemein. Nach der stürmischen Coda samt glanzvoller Triolenrakete war stürmischer Beifall unvermeidbar und wurde mit einer Zugabe belohnt: dem Satz “To Albion“ (keltische Bezeichnung Englands) aus dem Streichquartett “Arcadiana“ op. 12 des englischen Komponisten Thomas Adès ((*1971): nach dem aufputschenden Schumann-Finale ein entspannender, klangüppiger Schluss.

31.10.10

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