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Ein gelungenes Kunstfreunde-Konzert

(bro) (khm) Das renommierte Detmolder Klaviertrio “Opus 8“ mit Eckard Fischer (Violine), Mario de Secondi (Violoncello) und Michael Hauber (Klavier) begeisterte am vergangenen Freitag im fast völlig besetzten großen Saal des Eberbacher evangelischen Gemeindehauses sein Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm von Werken Haydns, Dvoøáks und Beethovens.

Wenn jemandem das Programm “museal“ vorgekommen sein sollte, dann ist es offenbar noch immer so, dass die schönsten Bilder im Museum zu sehen sind.

Im Falle von Haydns Klaviertrios, assoziiert man sogleich das mit dem Rondo all’ Ongarese, das „ungarische“ Trio, was durchaus seine Berechtigung hat. Es wäre aber seltsam, wenn unter Haydns Trios nicht andere bemerkenswerte sich befänden, und mit dem in Eberbach gespielten in c-moll (Nr. 26) wurde ein exzellentes Werk hinreißend dargeboten. Es war nicht bloß das „reizvolle Einspielstück“ eines Kammerkonzerts, sondern durch Qualität seiner Komposition und Ausführung eine Gunstwerbung für den Komponisten und auch das “Trio Opus 8“. Im Trio-Andante, einem Variationensatz mit reich verzierter, kantabler Thematik, zeigten Geiger und Pianist ihre instrumentale Kunstfertigkeit an Hand der ebenso kunstvollen haydnschen musikalischen Erfindungsgabe, und man war schon gespannt auf den virtuosen Kehraus eines “Allegro spiritoso“, das die Musiker mit nie ermüdendem Schwung, schwereloser Spielfreude, rhythmische Präzision und dynamische Flexibilität vorführten. Die gelegentlich festgestellte “Zurücksetzung des Cellos“, das in manchen Haydn-Trios oft nur der Basslinie des Klaviers folgt, fällt interessanterweise beim Vortrag gar nicht auf, da der Cellist - so auch hier - oft wuchtig die Führung übernimmt und damit musikalisch sehr präsent sein kann.

Das Dumky-Trio Dvoøáks (op. 90) erwies sich auch hier wieder als eines der effektvollsten, klangreichsten und originellsten Werke der Klaviertrioliteratur überhaupt, das von allen Musikern ebenso begeistert und begeisternd musiziert wird, wie es auf sein Publikum wirkt. Ohne die Völkerpsychologie zu bemühen, die in der Dumka - sie ist in ihrer zweiteiligen Form wohl erst eine Erfindung Dvoøáks - ein Bild der “slawischen“ Seelenbefindlichkeit zwischen Schwermut und rauschender Lebensfreude sehen will, ist allein schon bei einer Komposition die musikalische Struktur von Besinnlichkeit und tänzerischem Überschwang ein die Hörer mitreißendes musikalisches Modell. So entstanden vor den Zuhörern filigrane musikalische Gebilde mit glitzernden Klavierabschnitten und herrlichsten Kantilenen für die beiden Streicher und ihre wohllautenden Instrumente. Besonders eindrucksvoll gestalteten sich die Übergänge bei den gegensätzlichen elegischen und feurig tänzerischen Formteilen, die mit wohl abgestimmtem Rubato und Ritardando harmonisch ineinander übergingen, was auch von der intensiven Erarbeitung des Werkes durch das Trio zeugt, für dessen Interpretation nicht allein hervorragende Instrumentalbeherrschung, sondern auch Einfühlung in den Werkcharakter nötig ist.

Nach der Pause kam von Beethoven das ebenso kammermusikalische wie konzertante “Erzherzog-Trio“ (Op. 97), ein Werk, in dem das Majestätische, Temperamentvolle, das Klangverliebte, lebensfroh Quirlige und Beschwingte eine wundersame Vereinigung finden, zu Gehör. Dieses “Grand Trio“, gewidmet Beethovens Schüler Erzherzog Rudolph, Kardinal und Erzbischof, ist deutlich auf pianistische Hochleistung hin angelegt. Der Pianist des Trios, der gerade mit Bravour den Dumky-Klavierpart gespielt hatte, hatte sich auf den Beethoven-Stil umzustellen, der nicht von heftigem Affekt, sondern von einer eher gebändigten und letztlich auch beruhigenden Virtuosität geprägt ist, und glänzte auch hier durch einfühlsames und virtuoses Spiel. Das fast vierzigminütige Werk wirkte infolge der stets flüssigen, nie dahin schlurfenden Tempi straff, spannend und abwechslungsreich. Die Streicher nutzten ihre Gelegenheiten zu klangschönen Gestaltungen der Kantilenen oder der eigenartigen Pizzicato-Episode im ersten Satz, der aufregenden Klangwindungen im Scherzo-Trio und vor allem zum Spiel der sich raffiniert beschleunigenden Variationen im einzigartig schön erklingenden tiefsinnigen Andante, aber auch zum weiteren Beweis musikalischer Meisterschaft, etwa in den bizarren Akkordsprüngen und den eigenwilligen Rhythmen des so einfallsreichen Finales.

Reicher Beifall war bei der grandiosen Leistung des Trios und angesichts der gehörten Meisterwerke geradezu vorprogrammiert. Dem Publikum dankte das Trio mit dem lied- und menuettartigen 3. Satz Allegretto ma non troppo aus Beethovens Es-Dur-Trio op. 70,2, dem Vorgängerwerk (1808) des Erzherzog-Trios (1811).

26.10.14

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