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Trotz Konzept kein Rückgang der Schälschäden - Arbeitsgruppe macht Vorschläge


(Foto: Hubert Richter)

(hr) Mit den Ergebnissen des vor gut sechs Jahren begonnenen Konzepts zur Bewirtschaftung des Rotwilds in den Eberbacher Jagdrevieren befasste sich heute Abend der Eberbacher Gemeinderat.

Rotwild ist die größte freilebende Wildart in Deutschland und kommt in gesetzlich festgelegten Gebieten vor. Eins davon ist das “Rotwildgebiet Odenwald”, in dem auch ein Großteil des Eberbacher Stadtwalds liegt. Die Hirsche mit teils ausladenden Geweihen und ihre schlicht “Alttiere” genannten weiblichen Pendants sowie der als “Kälber” bezeichnete Nachwuchs lassen nicht nur die Herzen der Waldbesucher höher schlagen, wenn man die scheue Wildart einmal zu Gesicht bekommt. Auch für Jäger ist es etwas ganz Besonderes, Rotwild hegen und bejagen zu können. Deshalb sind die Eberbacher Jagdreviere bei Waidgenossen auch sehr begehrt.

Aber Rotwild sorgt nicht nur für Freude, sondern verursacht auch erhebliche Schäden am Wald. Insbesondere durch das Abschälen der Baumrinde mit dem Gebiss werden die Bäume durch Pilzbefall krank und bekommen Holzfäule. Das führt dazu, dass der Wald weniger stabil ist (z.B. gegen Sturm) und das Holz Jahrzehnte später beim Verkauf weniger Geld einbringt. Der Stadtkasse entgehen so geschätzt jährlich rund 200.000 Euro wegen Wildschäden, die vor vielen Jahren entstanden sind. Selbst wenn es also gelänge, die Rotwildschäden deutlich zu reduzieren, dürfte sich das auf die Holzeinnahmen erst in 40, 50 oder mehr Jahren auswirken.

Dennoch ist der Stadt daran gelegen, neue Schäden zu verringern, vor allem auch weil sonst der Entzug des für die Holzvermarktung wichtigen PEFC-Siegels droht. Im Jahr 2009 wurde in Eberbach deshalb ein "Konzept zu Hege und Bejagung des Rotwildes" erarbeitet und seither Zug um Zug umgesetzt, z.B. mit Fütterungs- und Bejagungsrichtlinien sowie der Einrichtung von Wildruhezonen. Im Jahr 2010 wurden die Pachtverträge für die Eberbacher Jagdreviere um sechs Jahre bis Ende März 2017 verlängert, um das Konzept mit den bisherigen Jägern umsetzen und die Ergebnisse abwarten zu können. Ob es etwas gebracht hat und was, wurde seit März dieses Jahres mit einer Arbeitsgruppe aus Förstern und Jägern unter Leitung des Wildbiologen Niels Hahn evaluiert. Die Ergebnisse (rund 180 Seiten stark) wurden heute in Auszügen dem Gemeinderat vorgestellt.

Hahn stellte die eigene Bejagung der Flächen mit Vergabe von Jagderlaubnissen (so genannte Regiejagd) als Alternative zum in Eberbach seit Jahrzehnten praktizierten Pachtmodell vor. Zumindest testweise auf Teilflächen sollte der Gemeinderat die Regiejagd einführen, empfahl der Wildbiologe. Laut Forstbezirksleiter Manfred Robens empfiehlt die Arbeitsgruppe die Priorisierung in der Zielsetzung für den Stadtwald auf naturnahen Waldbau. Anhand der jährlichen Überprüfung der Schälschäden lässt sich nach sechs Jahren keine Verbesserung feststellen. Die von Fachleuten festgelegten Obergrenzen werden immer wieder um ein Vielfaches überschritten. Die Arbeitsgruppe empfiehlt daher eine Absenkung des Wildbestands, bis die Grenzwerte für Schälschäden eingehalten werden. Die Lösung sieht die AG laut Jägervertreter Ingo Walter vor allem in einer gezielten und effektiven Bejagung von Kälbern und Alttieren. Dr. Andreas Wiese, Vorsitzender der Rotwildjägervereinigung, erläuterte die Lebensraumansprüche des Wilds. Hierzu wird unter anderem vorgeschlagen, mehr Waldflächen für Verbesserungen des Lebensraums und der Bejagungsmöglichkeiten bereitzustellen.
Laut Siegfried Riedl, Leiter der Stadtförsterei, möchte die Arbeitsgruppe aus Jagd und Forst weiterarbeiten und sollte durch Vertreter des Gemeinderats erweitert werden.

Stadtrat Karl Braun (CDU) sah die Diskussion um den Stadtwald zu sehr auf das Thema Jagd eingeengt. Er wolle mehr Gewinn aus dem Eberbacher Wald, dabei spiele die Bejagung eher eine untergeordnete Rolle.

Bürgermeister Peter Reichert äußerte sich sehr zufrieden mit der Arbeit der Gruppe und sagte, dass sich der Gemeinderat mit den Empfehlungen befassen werde.
Eine Empfehlung der Arbeitsgruppe, nämlich die Jagdreviere auszuschreiben, sei laut AGL-Fraktionssprecher Peter Stumpf bereits voreilig übergangen worden: Der Gemeinderat hat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, die Reviere ohne Ausschreibung den bisherigen Pächtern erneut anzubieten.
Ansonsten wurde der Evaluationsbericht allgemein gelobt und als hilfreiche Grundlage für künftige Entscheidungen zur Kenntnis genommen.

12.12.16

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