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Nachrichten > Politik und Gesellschaft

Landtagsabgeordneter und Mediziner im Internetgespräch


(Foto: Hubert Richter)

(hr) “Corona in der Region - Erfahrungen und Ausblicke” war das Thema, über das sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Hermino Katzenstein gestern Abend mit dem Eberbacher Notarzt Dr. Patrick Schottmüller in einem zweistündigen Webinar austauschte.

Schottmüller betonte dabei zunächst die hohe Bedeutung auch kleinerer Krankenhäuser wie die Eberbacher GRN-Klinik für die flächendeckende Versorgung gerade in Zeiten einer Pandemie mit einem erhöhten medizinischen Bedarf. Aktuell gebe es im Krankenhaus am Scheuerberg keine Corona-Infektion, und es habe in Eberbach auch bisher niemand beatmet werden müssen, so Schottmüller. Es habe zwar einen Todesfall gegeben, bei dem das Coronavirus festgestellt worden sei. Allerdings wisse man bisher nicht, ob Corona in diesem Fall ursächlich für den Tod des Patienten gewesen sei. In anderen GRN-Kliniken im Kreis habe es zwar Coronafälle mit notwendiger Beatmung gegeben, aber insgesamt sei die befürchtete große Welle ausgeblieben.
Der Notarzt gab zu bedenken, dass auch die Angst im Zusammenhang mit Corona ein grassierendes Virus sei, das es mit Fakten zu bekämpfen gelte. Denn er befürchtet, dass viele Notfälle anderer Art nicht gemeldet und behandelt wurden, weil man eine Infektion im Krankenhaus befürchtete oder durch das Besuchsverbot für Angehörige abgeschreckt worden sei. Ihm sei jedenfalls aufgefallen, dass seine Notarzteinsätze seit Ausbruch der Pandemie deutlich zurückgegangen seien. Auch die für das Überleben vieler Patienten so notwendige Erste Hilfe (beispielsweise bei Reanimationen) sieht Schottmüller in Gefahr, weil potentielle Helfer anderen Menschen nicht mehr nahe kommen wollten. Er wolle das Virus nicht verharmlosen, gab aber zu bedenken, dass eine Infektion in den meisten Fällen unmerklich oder mit nur leichten Symptomen verlaufe und die Sterblichkeit aufgrund COVID-19 seiner Vermutung nach - wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet wird - bei weniger als 1% liege, da wohl von einer hohen Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen auszugehen sei. Im Zusammenhang mit der Sterblichkeit kritisierte Schottmüller das Robert-Koch-Institut, das ansonsten einen sehr guten Job mache, für zu wenige Obduktionen an verstorbenen Infizierten. Denn Obduktionen seien wichtig, um mehr Kenntnisse über die tatsächlichen Auswirkungen des Virus’ zu erlangen. Ansonsten plädierte der Eberbacher Notfallmediziner für Sport und Bewegung auch in der Coronakrise, um die negativen Folgen von Bewegungsmangel abzumildern. Und er warnte vor globalen Folgen des Shutdowns wie Nahrungsmittelknappheit, wenn die Einschränkungen noch länger anhielten.

Hermino Katzenstein schätzte die Gefährlichkeit und auch die Sterblichkeit bei COVID-19 etwas höher ein als der Eberbacher Arzt und verwies vor allem auf die teils dramatischen Entwicklungen in Italien, Frankreich, Spanien und New York. Der erreichte Zwischenerfolg mit dem Rückgang der “aktiven” Infektionen sei zerbrechlich, und bei Lockerungen müsse man differenzierter als bisher vorgehen: Sportarten wie Golf und Tennis sollten bald wieder möglich sein, während Feste wie der Eberbacher Kuckucksmarkt ein “No Go” seien.

Einig waren sich beide Gesprächspartner in der Einschätzung, dass über 90 Prozent der Ansteckungen wohl über so genannte Tröpcheninfektionen erfolgen, und dass Abstand das wesentliche Mittel zu deren Vermeidung sei. Zu den Alltagsmasken sagte Katzenstein, dass diese für die Träger selbst keinen Schutz böten, wohl aber für die anderen Menschen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden könnten. Patrick Schottmüller wiederholte seinen Aufruf, am Steuer von Fahrzeugen auf jeden Fall auf Masken zu verzichten.

Das Internet-Gespräch wurde zeitweise von bis zu knapp 60 angemeldeten Teilnehmern verfolgt, und einige von ihnen beteiligten sich mit Fragen auch daran. Eine Frage bezog sich auf die Wiedereröffnung von Kindertagesstätten. Katzenstein sagte, das hänge unter anderem davon ab, ob Kinder Überträger des Virus seien. Dazu gebe es aktuell Untersuchungen an den Unikliniken im Land, deren Ergebnisse er in rund drei Wochen erwarte.

Laut heutiger Mitteilung des Gesundheitsamts sind die bestätigten Infektionen im Rhein-Neckar-Kreis seit gestern nicht angestiegen. Von den insgesamt 902 positiv Getesteten sind 777 Personen genesen und 32 verstorben. Das bedeutet derzeit 93 aktive (potentiell ansteckende) Infizierte im Kreis (eine Infektion je 5.900 Einwohner), abgesehen von der Dunkelziffer. In Eberbach und Schönbrunn wurden bisher insgesamt 16 Personen positiv getestet, von denen aber nur noch eine wegen Ansteckungsgefahr in Quarantäne ist.


05.05.20

Lesermeinungen

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Von Berny (07.05.20):
Also unsere Regierung macht hier eine gute Arbeit. Vielleicht nicht perfekt, aber das wird wohl keiner schaffen. Man kann es nicht jedem recht machen, aber diese Verschwörungstheorien gehen mir auf den Geist. Ich mache mir auch keine Gedanken um meine Gesundheit, aber um die meiner Eltern, Großeltern und Freunden mit Vorerkrankungen. Wie egoistisch kann man denn sein? Mir fehlen echt die Worte.
Hätte die Regierung keine, oder nur geringe Maßnahmen getroffen und es wäre bei uns eskaliert wie in anderen Ländern, wärt ihr auch de ersten gewesen die geschrieen hätten.
Ich möchte nicht in der Haut der Politiker stecken die solche Entscheidungen treffen müssen. Denen sei hier auch mal herzlich gedankt. Vielleicht waren sie in einigen Bereichen zu hart, aber besser so als andersrum und wir hätten solche Todesraten wie in Spanien oder Italien. Und wenn es Euch in Deutschland nicht passt, warum seid ihr dann überhaupt noch hier? Es steht allen frei in ein anderes Land der EU zu ziehen. OK, jetzt gerade vielleicht schwierig, aber bald sind die Grenzen wieder offen. Würden Euch nicht viele nachweinen, denn dieses ewige Rumgemeckere und -weinen geht einfach nur auf den Zeiger. Wen interessiert denn der Kuckucksmarkt in diesen Zeiten?
Manchmal frag ich mich echt ob ihr dieses Dünnpfiff selbst glaubt den ihr da verzapft.


Von anne  (07.05.20):
Hallo Morgenluft,
Herr Mino Katzenstein hat die Bevölkerung insgesamt im Blick, v.a. die Leute mit Vorerkrankungen, für die er verantwortlich ist.
Herr Schott-Müller dagegen denkt nur an seine eigene Arbeit, was ihn voreingenommen und parteiisch macht.
Außerdem will uns Mino Katzenstein keine Krone aufschwätzen, sondern den Absolutismus (Königsherrschaft) BEKÄMPFEN, indem er die Krone (corona) abtöten.


Von Morgen Luft (06.05.20):
Sehr guter Artikel! Vielen Dank, Herr Doktor Schott Müller, für Ihre gute Einschätzung der Lage. Vielen Dank auch an den Vorredner. Er hat die Sache wirklich sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich bin sehr froh, dass wir nicht alleine sind. Wir dachten schon, dass in Eberbach niemand von der neuen Partei Widerstand 2020 weiß. Mir ist sehr wohl aufgefallen, dass die öffentlichen Medien oft nicht neutral sind. Auch die Politik ist unseres Erachtens nicht mehr objektiv. Es ist sehr schade und auch ehrlich gesagt eine Frechheit, wie mit unseren Grundrechten umgegangen wird. Wir kennen auch Herrn Doktor Schiffmann von der Schwindelambulanz, der über YouTube wirklich sachliche Videos macht. Sehr gute Arbeit übrigens. Vielen Dank auch an das Team vom Eberbach Channel die immer wieder die neusten Zahlen hier rein schreiben. Super! Wir haben keine Angst vor diesem Virus. Nur davor, was er aus unserer Gesellschaft macht. Wir glauben auch, dass Herr Doktor Schott Müller durch seine Arbeit als Notarzt am besten einschätzen kann, wie die Lage mit Corona zur Zeit ist. Übrigens, Corona heißt Krone! Welche Kronen wollen die uns hier Aufsätzen? Gruß von zwei Eberbachern, die sich nicht unterkriegen lassen!

Von Piddy (06.05.20):
Das ist wiedereinmal ein gelungenes Beispiel für die erschreckende und abgrundtiefe Überheblichkeit und Ignoranz unserer heutigen Politikergeneration !
Was erlaubt sich Herr Katzenstein hier eigentlich, einem (in ca.5 jährigen Studium und anschließender 5 jähriger Facharzweiterbildung) ausgebildeten Mediziner zu widersprechen ?
Auch nach ihrem wiederholt schäbigen Umgang mit Boris Palmer (OB Tübingen), dessen umstrittene Corona- Zitate zu den Alten man einfach mal im Fluss des laufenden Interviews anhören sollte, ist das für mich als ehemaligem Grünen-Wähler ein weiterer Schritt hin zur Nichtwählbarkeit dieser Partei. Kretschmann hat mit seiner gedankenlosen Anbiederung an den schmierigen Wichtigtuer Söder dafür auch einen großen Beitrag geleistet.
Ich empfehle zum Thema Corona die YouTube Videos des Sinsheimer HNO-Arztes Bodo Schiffmann, dessen Praxis sich beim GRN-Krankenhaus Sinsheim befindet.
Und wenn Dank dem sinnfreien Gelaber von auf
dem Gebiet der Gesundheitsversorgung ahnungslosen Leuten wie Katzenstein dieses Jahr der Kuckucksmarkt ausfällt, wird das die Eberbacher Bevölkerung bei den nächsten Wahlen die Grünen sicherlich spüren lassen.


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