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Hirschhorner Klaviertrio begeisterte - Besinnlicher Abschluss am 9. September


(Fotos: Stefan Pahl)

(bro) (hqu) Auch beim drittletzten Ausklang-Konzert am vergangenen Mittwoch in der Hirschhorner Klosterkirche trat der Vorstand des Fördervereins Klosterkirche, Roland Ziegler, pünktlich um 20.44 Uhr an das Mikrophon und begrüßte die Gäste in der Kirche, aber auch die Zuschauer zu Hause, die dank eines Livestreams das Konzert auch „vom Sofa aus“ miterleben konnten.

Als Ehrengast begrüßte er Pfarrer Avischus und äußerte seine Vorfreude auf den Abend, "die drei" zusammen zu hören. "Sie sind so eng miteinander verwoben“, und wies darauf hin, dass im Beethoven-Jahr dessen Werk natürlich auch nicht fehlen durfte. „Die drei“, das sind zwei Schwestern aus der Familie Lechner, die zurzeit Geige und Cello studieren sowie Pianistin und Klavierlehrerin Michaela Elkenhans.

Theresa Lechner, die ältere der beiden Schwestern, eröffnete den Abend solistisch mit der Violinsonate in c-Moll Nr. 7 von Ludwig van Beethoven (1770-1827) zur Klavierbegleitung von Michaela Elkenhans. Wie bereits von Ziegler angekündigt, erlebte der Zuhörer ein nicht nur technisch präzises, sondern auch höchst musikalisch-emotionales Zusammenspiel, bei dem auch jede dynamische Regung zwischen den Akteurinnen bis zum Letzten aufeinander abgestimmt war. Zeigte Elkenhans zunächst zu Theresa Lechners warmem Violinenklang eine Begleitung, wie man sie sich in ruhigen nur Sätzen wie hier dem I. „Adagio cantabile“ nur wünschen kann, wurden die Kontrapunkte des Klaviers gegen Ende des Stückes immer virtuoser. Doch auch eine Rakete, die beide miteinander in die Luft gehen lassen mussten, startete feurig und völlig synchron. Feurig wurde Theresa Lechners Geigenspiel dann gleich zu Beginn des II. Satzes „Scherzo Trio“. Und obwohl sie in diesem Satz ihrer Geige ganz andere, um ein Vielfaches kräftigere Töne entlocken durfte, überschritt sie nie eine Grenze des Ästhetischen.

Endlich betrat Maria Lechner mit dem Cello die Bühne und schaffte nach den vielen „Trio“-Worten Tatsachen. Sogleich wurde im „Notturno d-Moll“ von Emilie Mayer (1812-1883) das Klangbild durch warme Streicherklänge in tiefer Lage ergänzt, und zwischen Geige und Klavier waren nun auch in dieser Lage so manche flinken Läufe zu hören. Dass ein Notturno (Nachtstück) nicht zum Schlafen gedacht ist, wurde aber auch bald deutlich, denn am Höhepunkt des Stücks angelangt, setzten die drei sonst eher polyphon agierenden Musikerinnen nun doch so manchen Akzent im Fortissimo gemeinsam und mit vereinten Kräften.

Mit dem I. Satz „Allegro moderato“ aus dem „Klaviertrio c-Moll Nr.12“ von Joseph Haydn (1732-1809) folgte ein deutlich zu hörender Zeitsprung aus der Romantik zurück in die frühe Wiener Klassik. Die Läufe der Pianistin perlten nur so über die Klaviertasten, die beiden Streicherinnen taten es ihr nach. Auch hier hielt die perfekt aufeinander abgestimmte Dynamik das Publikum in Atem. Das thematische Material, was vorgestellt („exponiert“) wurde, wurde im Anschluss - ganz nach den Regeln der Sonatenform - sehr ausführlich, mit verminderten Akkorden und kräftigen Klängen verarbeitet („durchgeführt“), bis sich beiden Themen am Ende in der nun ihnen gemeinsamen Grundtonart trafen und im Sinne des Philosophen Hegels, in dessen ebenfalls 250. Geburtstag man in jener Nacht hineinfeiern konnte, eine Synthese (eine „Reprise“) bildeten.

Den II. Satz Andante eröffnete das Klavier mit seiner kantabelsten Spielmöglichkeit zu einigen Pizzicato-Klängen der beiden Streichinstrumente, die also kurz zu Zupfinstrumenten umfunktioniert wurden. Natürlich sollten bei einer solchen getragenen Komposition bald Phrasen mit dem Bogen folgen, die später das Klavier auch imitierten, bevor Haydn kurz vor dem Schluss des Satzes die harmonisch weitest mögliche Entfernung von der Grundtonart anstrebte, die zu seiner Zeit überhaupt denkbar war.

Ein sehr heiterer III. Satz „Rondo: Presto“ zeigte wieder einmal die humorvolle Seite des Österreicher Komponisten, der wohl nicht allzu glücklich verheiratet gewesen sein soll, und dem viele seiner Kompositionen nach eigenen Angaben erst nach dem Gebet einiger Ausschnitte aus dem Rosenkranz eingefallen waren. Auch das nicht zu-Ende-Komponieren mancher Phrasen dürfte dabei unter seinen Humor fallen, welches die drei Interpretinnen hervorragend herausarbeiteten. Nach dem Schlussakkord gab es tosenden Applaus und stehende Ovationen.

Den Liebhabern romantischer Musik erfüllten die drei Musikerinnen im Rahmen der Zugabe schließlich alle Träume. Ein Schlussakkord hallte noch nach, der Applaus übertraf den letzten, und ganz entsprechend der Tradition der Ausklang-Andachten wurden die Musikerinnen mit Blumen und die Gäste darauf mit einem Segen verabschiedet. An diesem Abend spendete ihn Pfarrer Avischus von der evangelischen Gemeinde, nachdem er unter dem Titel „Rezept“ noch ein nachdenkliches Gedicht von Mascha Kaléko vorgetragen hatte.

Besinnlicher Abschluss am 9. September um 20.44 Uhr

(as) Kaum zu glauben, dass die Ausklang-Konzerte 2020 schon zu Ende gehen. Am 9. September findet in der Hirschhorner Klosterkirche das letzte Ausklang-Konzert dieser Saison statt. Es wird ein besinnlicher und würdiger Abschluss ganz im Sinne der Andachten - und ein Abend voller Zuversicht und Hoffnung.

„Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß …“ So möchte man Rilke zitieren am Ende einer Reihe von einem guten Dutzend Konzerten mit eindrucksvoller Musik und noch eindrucksvolleren Künstlern. Alle Konzerte fanden unter strengen Corona-Auflagen statt und dank der Disziplin der Besucher wurden sie auch alle ausnahmslos eingehalten.

Der letzte Abend trägt auch der Corona-Pandemie Rechnung. „Eine feste Burg ist unser Gott“, so lautet die Überschrift des Abends. Sie sagt schon alles aus. „Habt Vertrauen“, ist die Botschaft des Chorals, mit dem Gudrun Habig Kühn, Irmtrud Menz, Anne Pfahl und Charlotte Münch diesem Abend eröffnen. Es geht weiter mit „Wirf Dein Anliegen auf den Herrn“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und weiteren Kompositionen in der Bearbeitung von Gudrun Habig-Kühn. Ein Abend, der den Besuchern die spirituelle Kraft geben soll, in diesen Zeiten die Zuversicht und die Hoffnung nicht zu verlieren. Wolfram Kühn hat daher auch die Texte für die Lesungen auf die schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie abgestimmt.

Wie immer wird das Ehepaar Kühn von sangesbegeisterten Freunden geleitet, die gemeinsam den Abend gestalten. Neu im Ensemble ist diesmal Charlotte Münch, eine begabte Schülerin aus Schönau, seit kurzer Zeit Gesangsschülerin von Gudrun Habig-Kühn. Grade mal 16-jährig hat sie jetzt schon Bühnenerfahrung - sie singt im Kinderopernchor in Heidelberg. Irmtrud Menz ist selbst Chorleiterin in Heiligkreuzsteinach, und Anne Pahl ist Jurastudentin mit Musikbegabung. Man darf gespannt sein.

Es wird ein spiritueller Abend, an dem Wünsche und Gebete für die kommende Zeit ausgesprochen und vertont werden. Einen besseren Abschluss für die Sommerkonzerte in der Klosterkirche kann man sich kaum vorstellen.

Auch dieser letzte Abend findet unter Corona-Auflagen statt. Beim Ein- und Ausgang herrscht Maskenpflicht, und nummerierte Plätze und ihre Zuweisung durch die ehrenamtlichen Helfer des Fördervereins Klosterkirche sorgen für die nötige Sicherheit. Für die Vorbereitung und Planung des Organisationsteams wird eine elektronische Anmeldung (Link s. u.) empfohlen.

Doch auch wenn in der Kirche kein Platz mehr frei ist, muss auf den musikalischen Genuss nicht verzichtet werden, für einen Livestream ist gesorgt.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

E-Mail-Kontakt: familie.lechner@gmx.net

31.08.20

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