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Ein Dreimärker als Landmarke


V. l.: Die Bürgermeister Peter Reichert (Eberbach), Bernhard Knörzer (Neunkirchen) und Jan Frey (Schönbrunn) zeigen auf das jeweilige Gemeindewappen. Im Hintergrund Revierleiter Nils Gütle und der stellvertretende Leiter des Forstbezirks Odenwald, Georg Löffler. (Foto: Forst BW).

(bro) (ej) Seit Anfang Oktober 2020 markiert ein 2,5 Tonnen schwerer Dreimärkerstein die Grenze zwischen den Gemarkungen Eberbach, Schönbrunn und Neunkirchen. Der Stein steht an der Landstraße L590 zwischen Schwanheim und Eberbach, direkt am Waldparkplatz „Kirchel“. Zur Einweihung des Wegsteins kamen am 8. Oktober die Bürgermeister der drei Gemeinden, Peter Reichert (Eberbach), Bernhard Knörzer (Neunkirchen) und Jan Frey (Schönbrunn), mit dem Revierleiter des Forstreviers Stolzeneck Odenwald, Nils Gütle, und dem stellvertretenden Leiter des Forstbezirks Odenwald, Georg Löffler, zusammen.

Es kommt selten vor, dass drei Gemarkungen an einem Punkt aneinandergrenzen. Deshalb hatte ein Neunkircher Bürger, der nicht genannt werden will, die Idee eines Grenzsteins an dieser Stelle. In Kenntnis der regionalen Forstgeschichte ließ er sich zum runden Geburtstag Geld schenken und spendete dieses an das Projekt Dreimärkerstein. Der Eberbacher Bildhauer Gerald Hildenbrand arbeitete dann die Wappen der Stadt Eberbach und der Gemeinden Schönbrunn, Schwanheim und Neunkirchen in den Stein ein. Schließlich stellte der Bauhof Neunkirchen den Stein an der Einmündung der L590 auf, wobei dieses Waldgebiet zum Eigentum von Forst BW gehört. Dieser Punkt ist mit 433 Metern Höhe über NN gleichzeitig die höchste Erhebung der Umgebung.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Waldbesitzer und das Straßenbau- und Vermessungsamt uns bei der Aufstellung des Dreimärkers unterstützt haben“, sagte Neunkirchens Bürgermeister Bernhard Knörzer bei der Einweihung des Steins. „In guter Nachbarschaft stehen wir hier, weil es im Jahr 1984 einen Ringtausch gab, der den Flickenteppich der Waldgebiete ordnete. Seither stoßen die drei Gemarkungen hier aneinander.“

Ursprünglich reichte die Gemarkung Neunkirchen nur bis zum Reihersee. Durch Tausch von Waldgebieten im Centwald erhielt Neunkirchen auch das Gebiet rund um die Burg Stolzeneck dazu – mit allen Rechten und Pflichten. Die Gemeinde Schönbrunn bekam dafür ertragreichere Waldungen, „die wir mit einem weinenden Auge abgegeben haben“, erzählte Bürgermeister Knörzer. „Wir haben im Gegenzug weniger gute Waldflächen erhalten, die im Volksmund „Krabbewald“ genannt wurden – ob dieser wegen der Wuchsform der Bäume so hieß oder wegen dem dünnen und lichten Waldbestand, welcher auch als Nistmaterial für die Rabenvögel genutzt wurde, ist nicht mehr zweifelsfrei nachvollziehbar. Auf jeden Fall wurde das unwirtschaftliche Nebeneinander handtuchschmaler Parzellen von Staats- und Gemeindewald beendet. Durch die Neuordnung der Gebiete wurden stattdessen Walddistrikte geschaffen, die sich ordentlich bewirtschaften lassen, und das ist die Hauptsache.“

Peter Reichert, Bürgermeister von Eberbach und ehemaliger Förster, ergänzte: „Eberbach ist „stein-reich“, deshalb haben wir den Buntsandsteinquader zur Verfügung gestellt. Damit zeigen wir: Grenzen können trennen und haben schon zu Kriegen geführt. Wir aber pflegen ein gutes interkommunales Miteinander.“ Schönbrunns Bürgermeister Jan Frey fügte hinzu: „Dieser Bereich am Waldparkplatz Kirchel mit der Nordic-Walking-Strecke und einer Loipe wird von Besuchern stark frequentiert; dadurch können wir vielen Menschen bewusst machen, dass hier der Berührungspunkt von drei Gemeinden ist.“

Auch Revierleiter Nils Gütle und der stellvertretende Forstbezirksleiter Georg Löffler lobten das Projekt Dreimärker: „Für uns Förster ist es ganz normal, Kleindenkmäler als historische Dokumente im Wald stehen zu haben. Dieser Stein ist neu und interessant, denn er weist auf die Verlegung der Gemarkungsgrenzen in der jüngsten Vergangenheit hin.“

12.10.20

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