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Hirschhorner Klaviertrio begeisterte das Publikum


(Foto: Christina Lechner)

(bro) (cl/cq) Die vom Förderverein Klosterkirche Hirschhorn veranstalteten, einst von Dr. Ulrich Spiegelberg in seinem vorletzten Lebensjahr ins Leben gerufenen "KarmelAbende" finden auch in diesem Herbst statt, zumindest konnte die für den Winter 2020/21 geplante Reihe am vergangenen Sonntag eröffnet werden. Da die pandemiebedingten Abstandsregeln in diesem Winter den Einlass von nur deutlich weniger Personen in den Kapitelsaal des Hirschhorner Klosters ermöglichen, fand Organisatorin Christina Lechner eine geniale Lösung, und nach dieser finden die Konzerte ab sofort stets zweimal statt, jeweils um 15 und um 17 Uhr.

Bei beiden Konzerte waren alle vorgehaltenen Plätze voll besetzt. Die derzeitigen Fallzahlen im Kreis Bergstraße erforderten hohe Sicherheitsvorkehrungen: Die Platzanweisung erfolgte schon am Eingang, die Besucher trugen ihre Maske auch während des Konzertes, jeder Teilnehmer wurde vor dem Betreten des Konzertsaales mit einem kontaktlosen Fieberthermometer gemessen. Alle Besucher konnten in das Konzert eingelassen werden. Dank eines Livestreams konnten knapp weitere 100 Personen das Konzert verfolgen. Diese Möglichkeit soll es auch bei allen zukünftigen "KarmelAbenden" in diesem Winter geben.

Schon das liebevoll layoutete Programm ließ den eintretenden Konzertbesucher über alle Sicherheitsvorkehrungen hinwegsehen und versetzte ihn in eine Erwartungshaltung auf etwas ganz Besonderes. Und er sollte nicht enttäuscht werden: Als „nicht nur Hirschhorner, sondern einfach großartig“ kündigte Vereinsvorstand Roland Ziegler das Hirschhorner Klaviertrio entgegen aller sprichwörtlich gewordenen Erfahrung aus Markus 6:4 an.

Das stilistisch und epochal vielfältige Programm „aus alten Zeiten“ besteht aus Werken von vier Komponisten, die die beiden Streicherinnen, damals noch mit Pianistin Franziska Schoofs, vor über zehn Jahren für die Teilnahme am Wettbewerb „Jugend Musiziert“ bereits einstudiert hatten, aber nun in deutlich reiferem Stadium neu interpretieren können. Inzwischen befinden sich die Schwestern Theresa (Violine) und Maria Lechner (Cello) im Hauptstudium. Pianistin Michaela Elkenhans fungierte damals noch als Kammermusiklehrerin der beiden Musikschülerinnen. So betreut und begleitet sie die beiden Musikerinnen seit vielen Jahren in unterschiedlicher Rolle - an diesem Sonntag auf dem frisch restaurierten historischen Bechstein-Flügel des Fördervereins - und bewies ihre kammermusikalische Konzertreife ohnehin schon oft, auch mit anderen Ensembles an verschiedenen Orten unseres Kontinents. Inzwischen avancierte das „Hirschhorner Klaviertrio“ zu einem musikalischen Aushängeschild der Region.

Ziegler gab bei seiner Begrüßung zu, „nicht gerade ein Freund“ des modernen Komponisten Hans Werner Henze zu sein, aber die Interpretation des Trios, die er im ersten Konzertdurchlauf live erleben durfte, ließ ihn offensichtlich nicht kalt.

Eingerahmt wurde der Abend mit den Sätzen „Matin“ (Abend) und „Soir“ (Morgen) aus der Feder der von der Spätromantik CFs ausgehenden, später am französischen Impressionismus angelehnten Komponistin Mel Bonis (1858-1937), deren Werk nach rund sechzigjähriger Vergessenheit erst um die Jahrtausendwende wiederentdeckt wurde. Doch auch die Freunde der Romantischen und Klassischen Musik sollten mit den „Vier Phantasiestücken“ von Robert Schumann (1810-1856) und dem Klaviertrio in G-Dur „Zigeunertrio“ von Joseph Haydn (1732-1809) nicht zu kurz kommen. Stilsicher änderte sich der Streicherklang und die gesamte Atmosphäre, die die Musiker schufen, von Epoche zu Epoche bzw. von Charakter zu Charakter der Stücke, was Lichttechniker Manfred König zudem gekonnt unterstützte, denn darüber hinaus sorgte seine Beleuchtung für eine nicht nur gemütliche, sondern jedem Werk entsprechende Stimmung.

Die schönen Fresken des Kapitelsaales wurden je nach Stück mit unterschiedlichen Farben angeleuchtet. Man wurde dadurch wie auf eine Reise mitgenommen, jeder wartete gespannt, was als Nächstes passiert. So erstrahlten die Fresken beim ersten Stück „Matin“ in zartem Grün. Bei Schumanns Phantasiestücken kam ein warmes und freundliches Orange zum Einsatz und unterstützte die romantische Komposition und Interpretation. Zu Henze aber wurden sie in helles, alles aufklärendes weißes Licht getaucht. Nur zum temperamentvollen „Zigeunertrio“ von Haydn leuchtete kräftiges Rot auf, während die Streicher ihren Bögen zwischen allen vertrauten klassischen Figuren auch unerwartete und bis dahin ungekannte Klänge entlockten, die uns verraten können, dass es auch vor über zweihundert Jahren schon Zuwanderung nach Mitteleuropa gab, deren Faszination des Fremdartigen letztendlich zur kulturellen Bereicherung werden konnte. Das sanfte, warme Orange zu Mel Bonis „Soir“ brachte am Schluss aber dann alle im Saal zum Dahinschmelzen. Dementsprechend lange fiel der Applaus aus.

26.10.20

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