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Nachrichten > Kultur und Bildung

Letzte Ausgabe unter der Schriftleitung von Dr. Rüdiger Lenz


(Foto: Hubert Richter)

(hr) Heute ist das “Eberbacher Geschichtsblatt 2020” erschienen. Das 224 Seiten starke Buch zur Zeit- und Regionalgeschichte hätte eigentlich gestern mit den Autoren öffentlich vorgestellt werden sollen. Wie so vieles in diesem Jahr, fiel diese Veranstaltung aber den Anti-Corona-Maßnahmen zum Opfer.

Es handelt sich um die nunmehr 119. Ausgabe dieser von der Stadt Eberbach herausgegebenen Schriftenreihe, die als eine der ältesten stadtgeschichtlichen Veröffentlichungen im nordbadischen Raum gilt.

Sie beginnt mit der Neujahrsansprache des Bürgermeisters beim Neujahrsempfang, als die Corona-Pandemie mit ihren Auswirkungen noch nicht abzusehen war.
Hubert Richter geht auf das 50-jährige Jubiläum des 1970 erbauten Ohrsbergturms ein, sein Bericht ist mit historischen Aufnahmen und Plänen bebildert.
Stadtarchivar Dr. Marius Golgath stellt die Eberbacher Gerberfamilie Balde vor, aus der auch der bedeutende Bürgermeister Johann Peter Balde (Amtszeit 1832-1839) hervorging.
Der bisherige Schriftleiter Dr. Rüdiger Lenz knüpft mit seinem Artikel über das Eberbacher Elenden- bzw. Armenhaus an eine Thematik an, die der 2018 überraschend verstorbene Kinderarzt Dr. Ulrich Spiegelberg aus Hirschhorn aufgreifen wollte.
Vier Beiträge stammen von Rainer Hofmeyer. Zum einen arbeitete er die Historie der beliebten Eberbacher Biermarke „Rosenbräu“ auf. Ein weiterer Beitrag handelt über das internationale Bergrennen, das letztmalig vor 50 Jahren (1970) ausgetragen wurde und bekannte Rennfahrer, wie Hans Stuck, nach Eberbach führte. In zwei weiteren Beiträgen von Rainer Hofmeyer werden der bisherige Stadt- und Verbundarchivar Dr. Lenz und gleichzeitig dessen Amtsnachfolger Dr. Golgath vorgestellt.
Peter Zimber untersucht die Nachkriegszeit mit der amerikanischen Besatzung, die vor 75 Jahren für viele Eberbacher Bürger einen Einschnitt bedeutete.
Christa Haas greift wieder gekonnt die Historie des Stadtteils Friedrichsdorf seit 1973 auf und macht auf interessante Aspekte aufmerksam, wie die historischen Beziehungen zu Badisch-Schöllenbach und Gaimühle.
Posthum wurde ein Artikel des im letzten Jahr verstorbenen Ingenieurs Hans Klinge über den Fund des Minerals Baryt im Rockenauer Wald abgedruckt, um seine langjährige Erforschung der Eberbacher Geologie und Gesteinsgeschichte zu würdigen.

In der Totenliste werden die Verstorbenen des Jahres 2019 genannt, darunter die Stadträte Irmgard Baur und Fred Henk. Die Archiv- und Museumsberichte, die Mitteilungen, Ehrungen, das heimatliche Schrifttum, das Zeitgeschehen und die Statistik der städtischen Ämter schließen die Ausgabe, wie gewohnt, ab. Aufgrund der Änderung des bisherigen Ehrungsrhythmus durch Bürgermeister Reichert im Jahr 2019, werden erstmalig die Ehrungen des Gemeindetags und des Städtetags veröffentlicht.

Die Beständigkeit des seit 1901 mit wenigen Unterbrechungen erscheinenden “Eberbacher Geschichtsblatts” zeigt sich auch in den langjährigen Amtszeiten der Schriftleiter: Dr. John Gustav Weiss (1901-1928), Dr. Karl Durand (1928-1934), Gymnasialprofessor Dr. Ferdinand Haag (1934-1943, 1951-1958 und 1966-1976), Dr. Oskar Kilian (1958-1966), Gymnasialprofessor Helmut Joho (1976-2000) und Dr. Rüdiger Lenz (2000-2020). Gestern übernahm der Eberbacher Stadt- und Verbundarchivar Dr. Marius Golgath die Schriftleitung des Geschichtsblatts. Er ist damit der siebte Schriftleiter, der die Tradition fortführt.

Die Auflage der neuen Ausgabe beträgt 700 Stück. Als Sponsor ist wieder die Gelita AG dabei. Der neue Veröffentlichungstermin in der Vorweihnachtszeit soll zukünftig beibehalten werden. Das Geschichtsblatt kann ab heute im örtlichen Buchhandel und nach der coronabedingten Schließung bei der Tourist-Info erworben werden. Den Abonnenten wurde es für heute rechtzeitig zugestellt.

25.11.20

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