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Das Kribbeln in den lauen Nächten


(Foto:Wörner)

(tw) (ra) Zu Shakespeares Zeit waren die Theatertruppen rein privatwirtschaftliche Unterhaltungsbetriebe, die um ihr Publikum kämpfen mussten. Der "Sommernachtstraum" bietet hierfür eine regelrechte Steilvorlage, und so bekam das Open-Air-Gastspiel der Badischen Landesbühne auf dem Leopoldsplatz am Freitag viel Applaus. Das Wetter spielte mit, und das Publikum fühlte sich mit Carsten Ramms Inszenierung bestens unterhalten.
Was sind nun die Zutaten eines "Festspiels zur Sonnwendtollheit"? Was löst jenes besondere Kribbeln aus, das man mit den längsten Tagen des Jahres, den lauen, hellen Nächten verbindet? Natürlich geht es um Liebe, Eifersucht, Poesie, Rollentausch und auch viel deftigen Klamauk. Und wann ist die Chance größer, all dies anzutreffen, als bei den Vorbereitungen zu einer wichtigen Hochzeit wie der zwischen Theseus, dem Herzog von Athen (Philipp von Mirbach) und der Königin der Amazonen (Kerstin Hänel)? Doch wäre es nicht Shakespeare, hätte er die Situation nicht verdreifacht: Vater Egeus möchte sein Töchterchen Hermia, gespielt von der urkomischen Schnattersuse Cornelia Heilmann, mit Demetrius verheiraten, doch leider ist sie scharf auf den flotten Knaben Lysander, dem allerdings schon die schöne Helena in rasender Brunst auf den Fersen ist. Anja Kleinhans ließ es sich trotz Armbruch und Gipsverband nicht nehmen, die Rolle der wildverliebten Schönen zu mimen und machte jeden Bühnenspaß, selbst rüde Raufereien, mit. Was die nicht immer ganz ungefährlichen Kampfszenen anbelangte, hatte Annette Bauer im Vorfeld gute Trainingsarbeit geleistet, und mancher Darsteller wäre auch als Stuntman durchgegangen, gab es doch Treppenstürze und Hiebe in großer Zahl. Mit naivem Bierernst ging eine Arbeiterkolonne, gekleidet wie die Jungs vom Kanalreinigungsdienst, die Hochzeitsvorbereitungen an. Mit dioptrienstarker Kassengestell-Brille gab Anke Siefken einen waschechten Kapo ab, der auch bei der Einstudierung eines Theaterstücks für Dilettanten das Kommando führte: "Die höchst jammervolle Komödie und der höchst grausame Tod des Pyramus und der Thisbe". Nicht nur die Hochzeitsgesellschaft auf der Bühne, auch das Publikum auf dem Leopoldsplatz konnte sich auf die Schenkel klopfen, als Stefan Holm den eselhaften Arbeiter Zettel, Denis Fink die Thisbe mit angehängten Brüsten, Ghorban Moinzadeh den in der Baubranche unabdingbaren Türken oder Olaf Peters eine simple, aber verantwortungsbewusste Wand spielte. Das "Theater im Theater" bot auch sprachlich die Chance, eine weitere Ebene zu bedienen, was die Stimmung kräftig anheizte, wenn auch mit einem Hang ins derb Volkstümliche. Für ein zünftiges Durcheinander sorgten Elfen, allen voran König Oberon (Boris Schwiebert, der auch einen guten Pantomimen abgab) und Königin Titania (Evely Nagel). Der stets präsente Star des Abends war jedoch Kobold Puck, in einer Kostümierung und Schminke, die auch jüngere Zuschauer geil fanden. Doch nicht nur das Outfit, auch Mimik und Gestik war koboldisch originell, so dass Jürg Hummel am Ende eine extra Portion Applaus abbekam. Die Bühnenmusik ruhte allein auf den Schultern von Hennes Holz, der fantastisch Gitarre spielt und auch singt. An Einfällen, wie dem Song "Yes Sir, I can boogie" im Epilog des Theaters der Bauarbeiter, war er wohl nicht ganz unschuldig und das Publikum klatschte den Takt kräftig mit. Mit einsetzender Dunkelheit brachten Lichteffekte eine zusätzliche Note ins Spiel. Die Atmosphäre verdichtete sich. Als dann Puck einem Grab entstieg, auf dem Leopoldsplatz war es 23 Uhr, auf der Bühne Mitternacht, und der Spuk sich auflöste, als hätte es ihn nie gegeben, musste der Kobold das Publikum nicht lange bitten: "Nun gute Nacht, das Spiel zu enden, begrüßt uns mit gewog’nen Händen!"

08.07.02

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