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Kahlschlag und Kunstschnee auf dem Katzenbuckel?

(hr) Über den aktuellen Plan zur Errichtung eines Ski-Parks mit Schneekanonen auf dem Katzenbuckel hat die Vorstandschaft des Naturschutzbundes (NABU) Waldbrunn in ihrer letzten Sitzung beraten.
Da die klimatischen Bedingungen der letzten Jahre auch in den Höhenlagen des Katzenbuckels keinen regelmäßigen Wintersport mehr zulassen, soll nach dem Willen eines Investors künftig auf dem Katzenbuckel für mindestens vier Wintermonate dieser Sport mittels Kunstschnee ermöglicht werden. Die Herstellung dieses Eisgranulats soll mithilfe dreier neuartiger Maschinen bewerkstelligt werden, die bei bis zu 20 Grad Celsius über Null Kunstschnee produzieren können.
Der Kunstschnee muss nach Mitteilung des NABU dann von den drei Standorten der Schneemaschinen mit Pistenraupen auf den Skihang aufgetragen werden. Den Strom für die Maschinen solle ein großer Dieselgenerator liefern. Das Wasser für die Maschinen werde voraussichtlich aus der Freyaquelle und dem Katzenbuckelsee entnommen.
Ein Blick auf den aktuellen Plan für den Ski-Park zeigt nach Angaben der Naturschützer, dass der Eingriff in den Waldbestand gegenüber der alten Planung Anfang der 80er Jahre erheblich größer sein wird - mit Skihang, Snowbordhang, Kinderhang und Reifenrutschbahn. Die Anlage habe demnach nun eine Länge von etwa 370 Metern bei einer Breite von rund 240 Metern. Besonders falle auf, dass die Lifttrasse über die 610-Meter-Höhenlinie hinaus bis unmittelbar unterhalb des Katzenbuckel-Gipfels (626 Meter) ausgedehnt werden solle. An der Freyahütte sei ein größeres Gebäude für sanitäre Anlagen und Bewirtung vorgesehen.
Im Rahmen der Infrastrukturmaßnahmen, die von der Gemeinde zu finanzieren seien (etwa 3,5 Millionen Mark Kosten), sei auch eine neue Zufahrtsstraße in Verlängerung des Meisentalweges zum Sportplatz Waldkatzenbach geplant, ebenso der Ausbau von etwa 400 Parkplätzen neben der Sprungschanze. Der Transport der Skifahrer zur Piste solle mit einem Bus erfolgen, wozu ebenfalls erst ein Waldweg ausgebaut werden müsse. Wasser- und Abwassererschließung seien ebenfalls von der Gemeinde vorzunehmen.
Nach Auffassung des NABU ist neben einem hohen Energieeinsatz auch ein enormer Wasserverbrauch zu erwarten. Bei Wasserentnahme aus dem Katzenbuckelsee sei mit entsprechenden Folgen für die Lebewesen im See zu rechnen. Ökologisch besonders bedenklich wäre aber auch die Nutzung teuren Trinkwassers für das Projekt. Da die Pisten auch bei Plusgraden betrieben werden sollen, erwartet der NABU den Bedarf von Drainagen für abfließendes Schmelzwasser. Die starke Bodendurchfeuchtung könne seiner Ansicht nach zu Bodenerosion und Erdrutschen führen. Bislang sei die Ableitung des Drainagewassers noch ungeklärt.
Vom erhöhten Verkehrsaufkommen in Richtung Ski-Park befürchten die Naturschützer nicht nur eine stärkere allgemeine Belastung der Umwelt mit Abgasen, sondern vor allem auch der Bürgerschaft der Ortsteile Dielbach und Waldkatzenbach. Damit laufe das Projekt auch den Bemühungen der Gemeinde zuwider, endlich das Prädikat „heilklimatischer Luftkurort“ zu erhalten.
Bereits gegen die alten Pläne wurden vom Naturschutzbund , dem Odenwaldklub und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erhebliche Bedenken vorgebracht. Zum Einen wegen des enormen Eingriffs in das Landschaftsbild und den ökologisch bedeutsamen Waldbestand des Katzenbuckels, der gemäß der Funktionskarte des Landesministeriums als Erholungs- und Bodenschutzwald zur Sicherung des erosionsgefährdeten Hanges eingestuft ist. Laut NABU erfülle gerade der jetzt zusätzlich überplante Bereich auf der Bergkuppe diese Funktion in besonderer Weise. Zum Zweiten zeige auch die Ausweisung des Katzenbuckels als Landschaftsschutzgebiet „zur Erhaltung und Sicherung eines charakteristischen Landschaftsbestandteils des Winterhauches“, dass er als landschaftliche Besonderheit anerkannt sei.
Der NABU Waldbrunn betont, dass in der Informationsbroschüre der Gemeinde auch mit den ausgedehnten Wanderwegen um den Katzenbuckel geworben werde. Die geplante Trasse werde für fast die Hälfte des Jahres eine Bergumwanderung unmöglich machen. Bislang sei Waldbrunn vor allem Ziel von Besuchern gewesen, die stille Erholung suchten. Damit werde auch von der Touristikgemeinschaft Odenwald geworben. Der zu erwartende Besucherandrang mit dem vom Ski-Park ausgehenden Lärm von Maschinen, Pistenraupen und Musikanlage werde diese Besucher eher abschrecken.
Außerdem sollten nach Ansicht der Naturschützer die weltweiten Bemühungen zur Reduzierung der Erwärmung des Erdklimas auch im Odenwald unterstützt werden. Auch die Landesregierung habe in ihren Umweltleitlinien Ziele formuliert, zu denen dieses Projekt in krassem
Gegensatz stünde.

16.10.00

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