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Ein Integrationslotse für Spätaussiedler in Eberbach


(V.l.) Erster Hauptkommissar Dieter Heiß, Renate Lipski und Jakob Berg. (Foto:Polizei Eberbach)

(tw) (dh) Eberbach steht, gemessen an der Gesamtbevölkerung, mit seinem Anteil ausländischer Kinder und Jugendlicher an zweiter Stelle im Rhein-Neckar-Kreis und hat schon von daher Handlungsbedarf bei Maßnahmen für Zuwanderer. In Eberbach leben auch 287 Spätaussiedlerfamilien. Sie bilden ca. sechs Prozent der rund sechzehntausend Einwohner in der Stadt. Im Stadtgebiet Eberbach war und ist teilweise immer noch festzustellen, dass sich jugendliche und heranwachsende Spätaussiedler in größeren Gruppen, unter sich bleibend, des nachts in Schulhöfen, an einer Sporthalle oder auf Rastplätzen und Parklätzen treffen. Ordnungsstörungen infolge Alkoholmissbrauch und Vandalismus beschäftigen dort nicht selten Polizei und Stadtverwaltung. Zunehmend sind auch immer wieder illegale Drogen im Spiel. Spannungen im Umgang mit anderen Gruppen werden bisweilen offen, auch mit Gewalt, ausgetragen. Im Zusammenhang mit den zahlreichen Präventionsveranstaltungen der Polizei Eberbach im Wohngebiet Untere Talstraße, konnte im Juli 2002 erstmals aus den Reihen der Spätaussiedler ein Mann für das bislang aus Frauen bestehende Integrationsteam der Beratungsstelle für Spätaussiedler im Stadtteil Steige gewonnen werden. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Leitung des Stadtteilbüros Steige mit den Mitarbeiterinnen, Frau Irina Gurko und Frau Maria Kuz, der Diplompädagogin Frau Heike Thurau übertragen. Das Büro ist dem Jugendreferat der Stadt Eberbach unter der Leitung des Diplomsozialpädagogen, Herrn Franz Beutler, angegliedert.
Der Mann, der seit Juli 2002 die Beratungsstelle nun stundenweise unterstützt, heißt Jakob Berg. Herr Berg ist 38 Jahre alt, verheiratet, Spätaussiedler, hat zwei Kinder und wohnt auch im Wohngebiet Untere Talstraße. Bei seiner Jugendarbeit legt er besonders darauf wert, dass die Jugendlichen und Heranwachsenden einen Arbeitsplatz finden, die wesentlichen deutschen Gesetze kennen und die Deutsche Sprache lernen. Unter dem Projekttitel "Integrationslotse in Eberbach" unterstützt und berät er vornehmlich Spätaussiedlerfamilien zum Beispiel bei Behördengängen. Die Einsätze von Herrn Berg setzen jedoch nicht nur an Defiziten der Zielgruppe an. Er wirkt beim "Kinder- und Jugendclub" des Stadtteilbüros mit, der vierzehntägig im Jugendhaus Eberbach stattfindet. Dieser beinhaltet ein alters- und geschlechtsspezifisches Freizeitangebot nicht nur für junge Spätaussiedler sondern für alle Kinder und Jugendliche, die kommen. Durchschnittlich nehmen fünfundzwanzig Kinder und Jugendliche das Angebot (jeweils 5 Stunden) an. Beim Sport, Spiel und Tanz werden aktiv die Fähigkeiten, Begabungen und Möglichkeiten der Akteure genutzt sowie Berührungsängste und Kommunikationsbarrieren abgebaut. Auch wenn Herr Berg ausschließlich als pädagogischer Mitarbeiter und in dem Projekt Integrationslotse eingesetzt ist, erhält er für seine Einsatzstunden eine Aufwandsentschädigung vom Land Baden-Württemberg aus dem Budget des Freiwilligen Polizeidienstes. Derzeit werden in über zwanzig Städten Baden-Württembergs Polizeifreiwillige ganz gezielt im Rahmen der Kommunalen Kriminalprävention eingesetzt. Die Hauptaufgaben bilden Präventionsstreifen zur Verhinderung der Straßenkriminalität, Präsenz im Umfeld von Schulen, Kindergärten und Spielplätzen oder die Kontaktaufnahme mit gefährdeten Jugendlichen und potentiellen Opfern von Straftaten.
Für Herrn Berg ist es eine wichtige Erfahrung, dass er sich auf das Netzwerk in seiner Umgebung verlassen kann, im großen wie im kleinen. Vorausschauend wie ein “Leuchtturm” an dem sich Lotsen orientieren können, haben die Verantwortlichen der Bürgerstiftung Eberbach dies erkannt. Sie unterstützen das “Projekt Integrationslotse” durch die Übernahme der Kosten für einen Intensivdeutschkurs für Herrn Berg an der Eberbacher Volkshochschule. Am 14. Januar besuchte Frau Renate Lipski von der Bürgerstiftung eine Fortbildungsveranstaltung für Polizeifreiwillige des Polizeireviers Eberbach. Sie überreichte Herrn Berg die finanzielle Unterstützung und wünschte ihm viel Erfolg für seine Arbeit. Der Leiter des Polizeireviers, Herr Dieter Heiß, bedankte sich für die Unterstützung dieses vielversprechenden Projektes zur Integration junger Spätaussiedler und betonte noch einmal den Symbolcharakter für den ehrenamtlich tätigen Herrn Berg.
Die Polizei sieht einen Erfolg der vernetzten Präventionsanstrengungen in Eberbach. Häufiger als früher nehmen junge Spätaussiedler heute die Freizeitangebote des Netzwerkes zur Integration, auch von Sportvereinen, in Anspruch. Das Stadtteilbüro Steige erreicht beispielsweise fünfzig Kinder und Jugendliche durch unterstützenden Deutschunterricht und mit Freizeitangeboten. Verbesserte Deutschkenntnisse der Kinder und Jugendlichen sind die Folge. Eine notwendige Bedingung für die Eingliederung in Schule, Ausbildung und Beruf. Gleichzeitig ist die Sprachkompetenz der Schlüssel für gute Beziehungen mit den Nachbarn und mit den einheimischen Deutschen. Denn gerade hier wirkt es als Grenzziehung, wenn Spätaussiedler untereinander nur Russisch sprechen. Der Scheitelpunkt in Richtung Normalisierung der Lage dürfte überschritten sein. Die Integrationsarbeit ist noch lange nicht abgeschlossen und muss konsequent fortgesetzt werden. Denn sie ist gerade jetzt einen Schritt weiter gekommen.

06.02.03

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