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Gut besuchter NABU-Vortrag über Eulen


Junge Rauhfußkäuze im Eberbacher Stadtwald. (Foto:Schulz)

(hr) Eulen sind die besondere Leidenschaft von Michael Preusch. Und die Begeisterung des 23-jährigen Medizinstudenten für die Nachtgreifvögel sprang auch gleich auf die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer über, denn Preusch spulte kein Faktenwissen ab, sondern erzählte von seinen vielfältigen Erfahrungen beim "Arbeitskreis Greifvogelschutz des NABU Heidelberg".

Bei allen Eulen sitzen ausschließlich die Weibchen auf dem Gelege, und die ersten Tage nach dem Schlupf sind es ausschließlich die Mütter, die den Nachwuchs betreuen. Die Männchen sind derweil vollauf damit beschäftigt, Unmengen von Beute zu erjagen. Kommt das Weibchen ums Leben, schafft der Eulenvater zwar weiter Futter heran, aber die Brocken sind noch zu groß, als dass die Eulenküken sie herunter schlucken könnten, und sie müssen am voll gedeckten Tisch verhungern. Bald jagen jedoch beide Elternteile, um die jungen, stets hungrigen Schnäbel zu stopfen. So braucht eine Schleiereulenfamilie jede Nacht 45 – 50 Feldmäuse, um einigermaßen satt zu werden. Bei völliger Dunkelheit können übrigens auch Eulen nichts sehen, räumte Preusch mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf, aber sie haben ein phantastisches Gehör, welches ihnen die genaue Lokalisierung einer im Gras raschelnden Maus ermöglicht.

Erfreuliches aus erster Hand konnte der angehende Mediziner vom Uhu, dem Adler der Nacht, mitteilen. Drei gesicherte Brutpaare sind aus dem Rhein-Neckar-Kreis bekannt, möglicherweise haben ein oder zwei Paare mehr gebrütet. Wo genau, sagt Preusch nicht, die Gefahr von Störungen wäre zu groß.

Preusch berichtete über die mitunter schwierige Nahrungsversorgung der Schleiereule. Sie jagt fast ausschließlich Kleinnager, vor allem Feldmäuse. In Mäusejahren kann diese Eulenart bis zu drei Bruten aufziehen, doch der Preis für die Spezialisierung ist hoch. Infolge von Krankheiten bricht eine Feldmausbestand alle 4 – 6 Jahre zusammen. In solchen Mangeljahren kann es passieren, dass nicht ein einziges Junges ausfliegt. Besonders gravierende sind harte Winter mit hohen Schneelagen. So ist z.B. im Jahrhundertwinter 1962/63 der gesamte baden-württembergische Schleiereulenbestand bis auf 11 Brutpaare zusammengebrochen. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis sich die Bestände wieder erholt hatten. Das Jahr 2001, berichtete Preusch, sei auch im Rhein-Neckar-Kreis glücklicherweise ein gutes Jahr für die Schleiereule gewesen.

Zum Abschluss seines Vortrags richtete Preusch noch eine dringende Bitte an die Anwesenden für den Fall, dass sie im Frühsommer bei Spaziergängen auf vermeintlich verwaiste Jungeulen treffen. Für viele Eulenarten seien sogenannte Ästlingsphasen charakteristisch. So könnten junge Waldkäuze noch nicht fliegen, für das Nest seien sie aber schon zu groß geworden und so klettern sie dann im Astwerk herum. Dabei können sie leicht auf den Boden purzeln. Solche Jungeulen werden weiterhin von den Elterntieren versorgt. Zum Schutz vor Bodenraubtieren sollten solche Findlinge auf einen Baum in allernächster Nähe gesetzt werden, wo sich die Euleneltern dann weiter um ihre Jungeulen kümmern.

17.02.03

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