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Kommt der Biber an den Neckar?

(bro) (cl) Am 13. Februar stand diese Frage im Mittelpunkt einer Veranstaltung der NABU-Gruppe Eberbach im Naturpark-Informationszentrum. Der Referent Andreas Ness berichtete informativ und unterhaltsam über den Stand der Wiederbesiedlung in Deutschland und die Eignung des Neckareinzugsgebietes als Lebensraum für den Biber. In den frühen 50er Jahren war der Biber in Deutschland und Mitteleuropa aufgrund der rücksichtslosen Bejagung durch den Menschen nahezu ausgerottet. Nur in der DDR, im Elbe-Saale-Winkel, überlebten rund 100 Tiere. Initiiert durch Auswilderungsaktionen ist der Biberbestand in Bayern heute wieder auf ca. 3000 bis 4000 Tiere angewachsen. Biber-Vorkommen gibt es derzeit z.B. an Kocher und Jagst, südlich von Kehl und im Spessart. Es ist davon auszugehen, dass sich innerhalb der nächsten Jahre abwandernde Jungbiber aus diesen Populationen am Neckar ansiedeln. An Ostern des Jahres 2000 wurde in der Nähe der Neckarschleuse Haßmersheim ein Biber von einem Pkw überfahrenen. Vermutlich handelte es sich um ein Jungtier, das auf der Suche nach einem eigenen Revier war. Der Neckar war ursprünglich in seinem gesamten Lauf durch Biber besiedelt. Die hydrologischen Rahmenbedingungen im Neckareinzugsgebiet sind für den Biber sehr günstig, denn Hochwasser fließen am Neckar üblicherweise im Winterhalbjahr oder zu Beginn der Vegetationsperiode ab, im Sommer sind größere Hochwasser außerordentlich selten. Sommerhochwasser, wie sie z.B. für den Rhein charakteristisch sind, können sich auf Biberpopulationen sehr ungünstig auswirken, da die Jungtiere nicht aus den Biberbauten flüchten können und ertrinken. Biber sind außerordentlich anpassungsfähig, sowohl was die Ernährung als auch ihren Lebensraum anbelangt. So kommt der Biber in Naturlandschaften wie auch in intensiv genutzten Agrarlandschaften vor. An dieser Stelle kam im Rahmen des Vortrags auch das Konfliktpotential Biber und Landwirtschaft zur Sprache. Erfahrungen aus Bayern zeigen jedoch, dass nur in wenigen Fällen derart große und unlösbare Probleme entstehen, dass die Biber umgesiedelt werden müssen. So baut der Biber entgegen der landläufigen Meinung nicht grundsätzlich Dämme, sondern nur dort, wo die Gewässer weniger als 80 cm tief sind. An Flüssen gräbt der Biber seine Baue in das Ufer, somit treten hier keine Überstauung und Bodenvernässung in der umgebenden Auenlandschaft auf. Gewässernahe Mais- und Getreideäcker sind heute eine willkommene Nahrungsquelle für den Biber. Da der Biber jedoch vergleichsweise geringe Mengen an Nahrung aufnimmt und sich kaum mehr als 20m vom Gewässer entfernt, sind auch unter diesem Aspekt die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen begrenzt. Im Winter ernähren sich die Biber von der Rinde von Weiden, Pappeln und anderen Weichhölzern. Obwohl der Biber keineswegs scheu ist, sind aufgrund seiner nachtaktiven Lebensweise die mit den charakteristischen Nagespuren gefällten Bäume oft der einzige Hinweis auf sein Vorkommen. Was ist also zu tun, damit der Biber am Neckar wieder heimisch wird? Problematisch sind derzeit noch durchgängig befestigte Uferabschnitte. Hier ist es erforderlich, die Uferbefestigungen kleinräumig zu entfernen, um dem Biber die Möglichkeit zu geben, seinen Bau zu graben. Durch die Ausweisung ausreichend breiter Uferrandstreifen ist es weiterhin möglich, Schäden in der Landwirtschaft zu vermeiden. Fazit am Ende des Vortrags war, dass eine Wiederbesiedlung des Neckars mit dieser einst sehr häufigen Tierart eine Bereicherung für unsere Landschaft darstellen wird. Und dass es letztendlich nur eine Frage der Zeit ist, bis der erste Biber Eberbach erreicht hat.


17.02.03

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