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Der Sterbende ist unterwegs

(bro) (ab) Am vergangenen Dienstag hielt Michael Kreitzscheck, Klinikseelsorger der Uniklinik Heidelberg, im Rahmen der Veranstaltungstreihe des ökumenischen Hospizdienstes Eberbach-Schönbrunn einen Vortrag zum Thema "Sterben". Kann der Mensch mit dem Sterben im Tod zu einem Ziel gelangen? Gibt es denn ein abgerundetes Sterben überhaupt? Wie geht Sterben vor sich und wie kann es gelingen? So lassen sich die Fragen zusammen fassen, entlang derer Michael Kreitzscheck referierte. Der Sterbende ist unterwegs - dies hat vor über 30 Jahren die schweizerische Psychiaterin Elisabeth Kübler Ross in ihrem Buch "Interviews mit Sterbenden" beschrieben, in dem sie ihre Forschungen aus der Begleitung von Sterbenden zusammenfasste. Darin beschreibt sie erstmals Reaktionen des Menschen (z.B. Schock, Rückzug, Zornausbrüche, das Unausweichliche hinausschieben bis zur möglichen inneren Einwilligung zum Tod) auf sein bevorstehendes und unausweichliches Schicksal. Waren diese Reaktionen anfangs als chronologischer, inner psychischer Ablauf bei einem Sterbenden verstanden worden, so hat sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass dies mögliche Reaktionen sind, die auftauchen können aber nicht müssen. Die Erkenntnisse von Kübler Ross waren und sind bahnbrechend für das Verständnis und die Begleitung des Sterbenden gerade gegen eine von Apparaten bestimmten Behandlung Schwerstkranker, die immer nur einen Ausschnitt des Menschen therapierend in den Blick nimmt. Früher führte unheilbare Krankheit schnell und unweigerlich zum Tod. Heute kann meist der baldige Tod abgefangen und in ein langes und langsames Sterben verändert werden. Sterben und Tod wird schnell nur noch als Versagen medizinischer Maßnahme angesehen. Der Eindruck "das Schlimmste", nämlich der endgültige Tod, kann noch ewig rausgeschoben werden, verhindert gerade das innere Ringen des ganzen Menschens und die Auseinandersetzung mit der unumstößlichen Tatsache "Mensch, du musst sterben". Der Referent betonte aus seiner vielfachen Erfahrung heraus, dass es kein Idealbild von gelungenem Sterben oder Begleitung von Sterbenden gibt. Es geht auch nicht darum, den Sterbenden oder dessen Angehörige zum Begreifen und Akzeptieren der ganzen Wahrheit zu verhelfen. Vielmehr, so Kreitzscheck, geht es darum, als Sterbender den je eigenen Weg, das ganz persönliche Verhalten zum unausweichlichen Sterben und Tod zu gehen und als Begleiter/innen sich diesem anzupassen. Da Schwerkranke oder Sterbende heute viele Stationen von Krankenhausaufenthalt, über viele verschiedene Orte zur Therapie bis hin zur letzten Pflege zu Hause oder im Heim durchlaufen, geht es längst nicht mehr um eine kontinuierliche Begleitung auf dem Weg zum Sterben. Vielmehr begegnen Begleiter dem Sterbenden punktuell und damit an einer bestimmten Stelle, Phase und Reaktionen auf seinem Weg zum Tod. In der Phase des Sterbens wird oft vom Leben gesprochen. Der Sterbende hält einen Lebensrückblick, dabei braucht er einen Zuhörer. Dieser soll weder bewerten noch korrigieren. Er soll dessen Wurzeln (seine Herkunft und Vorerfahrungen) und dessen Ziel, Sinn Werte im Leben, Sehnsucht und Glaube im Blick haben und unterstützen. Abschließend verdeutlichte Kreitzscheck, wie wichtig gerade im Tod und Trauer der Angehörigen die (religiösen) Rituale sind, denn sie ermöglichen den Lebenden, den Weg des Verstorbenen mitzugehen. Abschied ist wichtig und heilsam für die Zeit der Trauer. Wo aber Abschied unterbleibt, der Verstorbene sofort weggebracht wird, kann sich Trauer lange und schlimm hinziehen, weiß der Referent zu berichten. Abschied und Trauer sind für die Angehörigen der Weg, den sie nun begehen müssen, um Frieden zu finden.



05.04.03

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