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Akribische Forschungen gegen das Vergessen


(Foto:C.Richter)

(hr) Mindestens 677 Eberbacher haben im 2.Weltkrieg ihr Leben gelassen. Diese Zahl ist das Ergebnis jahrelanger Nachforschungen, die Margareta Steinmetz angestellt hat. Ursprünglich waren in Eberbach nur 295 Gefallene registriert worden. Die bisherige hohe Dunkelziffer ist darauf zurückzuführen, dass in der NS-Diktatur nur bis 1943 die Kriegstoten amtlich erfasst wurden. Als die Erfolge der Wehrmacht nachließen und die deutschen Verluste - insbesondere in Rußland - immer größer wurden, wurde die Erfassung der Gefallenen per Erlass eingestellt. Aber: "Kein Kriegstoter sollte vergessen sein", sagte sich Margareta Steinmetz und begann in mühevoller Kleinarbeit, die Eberbacher Kriegstoten systematisch auf speziellen Erhebungsbögen zu erfassen.
Nur lückenhaft waren die Aufzeichnungen der Kirchen, Vereine und Verbände, auf die Steinmetz zurückgreifen konnte. Also fragte sie sich quer durch die Eberbacher Bevölkerung bis tief hinein in die betroffenen Familien. Erschwert wurden ihre Recherchen durch den Umstand, dass über 50 Jahre nach Kriegsende viele unmittelbare Angehörige der Gefallenen - Eltern und Ehefrauen - bereits verstorben waren. Entferntere Verwandte, Freunde und Bekannte konnten oft nur bruchstückhaft von den Todesumständen erzählen. Nicht zuletzt deshalb blieben auch auf den Erhebungsbögen von Margareta Steinmetz teilweise Lücken. Auf erschütternde Schicksale stieß die langjährige Stadträtin bei ihren Nachforschungen: 31 Eberbacher Familien haben jeweils bis zu vier Söhne im Krieg verloren, zwei Frauen verloren gar Ehemann und Sohn. Die 677 Kriegstoten machten 7,8 Prozent der Einwohner Eberbachs im Jahr 1939 (einschließlich der heutigen Ortsteile) aus - ein verhältnismäßig hoher Wert.
Zwei dicke Bände füllen die Erhebungsbögen, die Margareta Steinmetz kürzlich der Stadt übergeben hat. Nicht zuletzt will sie damit auch andere Gemeinden zu ähnlichen Ermittlungen ermuntern. Städtische Behörden und das Stadtarchiv haben sie bei Ihrer Arbeit unterstützt. Dafür dankte Margareta Steinmetz Bürgermeister Bernhard Martin ausdrücklich. Zufrieden blickt sie auf das Ergebnis ihrer Mammut-Arbeit: "Unsere Gefallenen sind jetzt auch amtlich nicht vergessen".

13.05.03

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