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Napoleon, der Hölzerlips, Victoria und das Eduardsthal


Auch die übriggebliebenen Fundamente Galmbacher Bauernhäuser gehörten zum Programm der Geotour von Michael Hahl. (Fotos:B.Kerle)

(tw) "Willkommen im 19. Jahrhundert – unsere Zeitreise führt uns in die Jahre zwischen 1800 und 1836", so begrüßte der Geograph Michael Hahl in Hesseneck die 33 Teilnehmer seiner "Geotour ins Geisterdorf" am vergangenen Sonntag. Es ging auf Spurensuche ins Eduardsthal dem einstigen Odenwalddörfchen Galmbach, das im Jahr 1836 aufgelöst wurde, weil es der Einrichtung eines Fürstlichen Wildparks weichen musste. Auch SWR4 Kurpfalz Radio war, vertreten durch Friederike Kroitzsch, mit dabei. Hahl verstand es, einen thematischen Bogen zu schlagen, um die Hintergründe der Dorfauflösung zu klären. Einige geheimnisvolle Fragen wurden dabei aufgeworfen: Was hat Napoleon mit dem Eduardsthal zu tun? Weilte der legendäre Räuber Hölzerlips tatsächlich in Galmbach? Und warum wird in Eberbach noch heute eine "Victoriatorte" angeboten? Die spannenden Antworten ließen nicht lange auf sich warten.
Mit den Kriegswirren infolge der französischen Revolution, so erläuterte Hahl, kam es auf deutschem Boden zu einer politischen Neuordnung, bei der unter anderem die Länder Baden, Hessen, Bayern und Württemberg entstanden. Zudem musste der Adel für seine linksrheinischen Gebietsverluste entschädigt werden, und auf diese Weise gelangte das Leiningische Fürstenhaus aus der Pfalz zu seinen Besitztümern im östlichen Odenwald rund um Amorbach. Als die Witwe des frühverstorbenen Erbprinzen Emich Karl zu Leiningen im Jahr 1818 den Herzog von Kent heiratete, war der Grundstock für viele Besuche des Britischen Königshauses im Leiningischen Wildpark gelegt. Die gemeinsame Tochter war niemand Geringeres als Victoria, die spätere Königin von England.
Die Leiningischen Pläne, den Wildpark zu vergrößern, führten schließlich zur Auflösung der beiden Dörfer Neubrunn und Galmbach, deren Überreste heute unter Ernsttal und Eduardsthal bekannt sind. Eine Zeit der Armut und des Hungers sei es gewesen, wie der Geograph berichtete, und auch die Galmbacher Bauern hatten schwer an der allgemeinen Not zu leiden. Mit dem Fürstlichen Entschluss wurden sie in die nachbarlichen Dörfer umgesiedelt und mit Ausgleichszahlungen entschädigt. Besonders brisant sei die Lage aber für die zahlreichen wohnsitzlosen Tagelöhner und Vaganten geworden, so Hahl weiter, welche in Galmbach zumindest in den Wintermonaten von ihrem Heimatrecht Gebrauch machten. Mit der Dorfauflösung wurden sie um ihr "soziales Netz" gebracht, und es erwies sich als besonders schwierig, dieses fahrende Volk in die umliegenden Dörfer einzugliedern. Schließlich hatten bei etwa 150.000 Wohnsitzlosen in Süddeutschland auch andere Ortschaften genug damit zu tun, ihren Ortsarmen Unterkunft zu gewähren.
Eine Zeit großer Armut war es also zu Beginn des 19. Jahrhunderts, und es ist nicht verwunderlich, dass auch das Räuberwesen zugenommen hatte, so Hahl. Mit den Todesurteilen für einige Vertreter der Winterhauchbande um Georg Phillip Lang, welcher als Hausierer mit hölzernen Waren der Hölzerlips genannt wurde, sei allerdings im Jahr 1812 die Blütezeit der Odenwälder Räuber schon lange beendet gewesen, als das zuweilen als "Diebesnest" bezeichnete Dorf Galmbach aufgelöst wurde. Hahl abschließend: Nur einige Sagen zeugen von dem zeitweiligen Aufenthalt des Hölzerlips in Galmbach, doch auch viele andere Ortschaften im südlichen Odenwald wurden von ihm aufgesucht, und manch ein Dorfbewohner habe sich in diesen armen Zeiten als Hehler für geraubte Waren zur Verfügung gestellt. – Mit seinem Unternehmen proreg bietet Michael Hahl in der Sommersaison 2003 noch weitere Geotouren: Am Dienstag, 29. Juli, die geologische Wanderung "Auf Odenwaldpfaden in die Erdgeschichte – Durch Sandstein und Vulkan", am Donnerstag, 31. Juli, "Wunderbares Wasser", am Samstag, 02. August, die "Katzenbuckeltour" (im Rahmen der Waldsinnfonie) sowie am Sonntag, 31.08., die "Tacitustour am Odenwaldlimes", am Sonntag, 07.September, die "Geologische Motorradtour" und am Sonntag, 14. September geht es unter dem Titel "Mystische Reise in die Siedlungsgeschichte" wieder zum Geisterdorf im Eduardsthal und auf den Stutz, wo ein geheimnisvoller Ringwall zu manchen Diskussionen über Kelten im Odenwald Anlass gibt. Alle Geotouren können auch individuell gebucht werden. Informationen dazu im Internet, per E-Mail oder telefonisch unter (06274) 929297.


E-Mail-Kontakt: info@proreg.de

Infos im Internet:
www.waldsinnfonie.de
www.geotouren.de

25.06.03

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