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Großartige Aufführung in passendem Rahmen


Links oben: Godehard Weithoff bei Bachs "Präludium und Fuge e-Moll". Rechts oben: Die Katholische Kantorei im Chorraum von St. Josef. Links unten: Der geteilte Chor mit Godehard Weithoff im Mittelgang. Rechts unten: Das junge Pfarreiquartett. (Fotos:Wörner)

(tw) (bnc) In neuem Glanz erstrahlte die Pfarrkirche St.Josef, als am vergangenen Sonntag die erste größere Aktion außerhalb der Gottesdienste nach der vor kurzem fertiggestellten Innenrenovierung in ihren Mauern stattfand: Mit einem Benefizkonzert wollten die Katholische Kantorei und das kürzlich ins Leben gerufene "Pfarreiquartett" ihren Beitrag leisten zur Finanzierung der umfangreichen Renovierungsarbeiten. Gleich dreifach engagiert war dabei Bezirkskantor Godehard Weithoff, der sowohl die Leitung von Chor und Quartett innehatte als auch an Orgel und Cembalo brillierte. So erwartete die Besucher ein interessantes und abwechslungsreiches Konzert aus Vokal- und Instrumentalmusik, deren Bandbreite von der Renaissance über Barock und Romantik bis zur Moderne reichte.
Den Einstieg gab die Kantorei mit der Motette zu vier Stimmen „Warum toben die Heiden“ von Josef Gabriel Rheinberger, einem Komponisten des 19. Jahrhunderts, dessen Werke erst in den letzten Jahren wieder neu entdeckt und für den praktischen Gebrauch erschlossen wurden. Dem Chor gelang es bei dieser ersten Kontaktaufnahme mit dem Raum, die Kirche mit präzisem, vollem Klang zu füllen, der mit dem farbenfrohen Licht der bunten Glasfenster zu einer Einheit zu verschmelzen schien.
Mit der "Missa secunda" kam eines der bekanntesten Werke von Hans Leo Haßler, 1564-1612, zur Aufführung, ein typisches Stück der "frühen" Kirchenmusik, die in ihrer eher strengen Linienführung kaum Spielraum für Emotionen ließ.
Beim Orgelkonzert F-Dur op. 4,4 des Barockmeisters Georg Friedrich Händel durfte nun das Pfarreiquartett sein Können unter Beweis stellen. Gemeinsam mit Godehard Weithoff an der Orgel glänzten Alexander Schmidt und Iris Scherer, Violine, Simone Spiller, Viola, und Katalin Tanko, Cello, mit einem der schönsten Musikstücke in dieser Besetzung. Händel pflegte während seiner Londoner Zeit diese Art Orgelkonzerte auf einer kleinen Truhenorgel zwischen den Akten seiner Opern zu spielen.
Nach einer weiteren Motette von Rheinberger folgte eines der Highlights des Abends: das "Magnificat" von Alan Wilson, einem der führenden englischen Kirchenmusikkomponisten unserer Zeit, das in der deutschen Fassung von Matthias Degott erstmals anlässlich des Katholikentages in Karlsruhe 1992 unter der Leitung des Komponisten selbst erklang. "Meine Seele preist die Größe des Herrn" – diese Anfangsworte des Magnificat, des Lobpreises Mariens aus Lukas 1,46-55, hätten durchaus als Überschrift über dem Benefizkonzert stehen können, drücken sie doch in unüberbietbarer Weise das Anliegen der Katholischen Kantorei aus, Gott in Jesus Christus in der Welt zu verkünden und – natürlich ebenso wichtig – die Herzen der Menschen zu erfreuen. Beides gelang der Kantorei, begleitet von ihrem Leiter Godehard Weithoff an der Orgel, mit diesem Stück vortrefflich: das harmonische Mit- und Ineinander der Stimmen schwebte förmlich im Raum und nahm die Zuhörer mit hinein in überirdische Transzendenz.
Nach dem "Ave verum" von Edward Elgar begeisterte Weithoff einmal mehr mit virtuosem Orgelspiel in "Präludium und Fuge e-Moll" des großen Johann Sebastian Bach. Die gute Akustik von St. Josef tat ein Übriges, und so wurde dieses typische Beispiel Bach’scher Orgelmusik aus der späten Leipziger Zeit zu einem Herz und Sinne erfüllenden Erlebnis der besonderen Art.
Den Clou des Abends stellte eine Motette zu sieben Stimmen von Melchior Franck dar. Für das "Herr, nun lässt du deinen Diener", Teil eines ganzen Jahreszyklus von Evangelien-Motetten, sang ein Teil des Chores von der Empore, die übrigen Sänger platzierten sich unten, vor dem Altar. Godehard Weithoff dirigierte vom Mittelgang aus beide Gruppen, die mal im Wechselgesang, mal gemeinsam das Kirchenschiff quasi mit "Quadrophonie" erfüllten: von oben und unten, hinten und vorn strömten Klänge zum Zuhörer, vereinten sich, getragen vom Hall des Kirchenraums, in der Mitte zu einem harmonischen Ganzen.
Nach einem Chorwerk aus der Renaissance und der sechsstimmigen Motette "Ich bin der rechte Weinstock" von Heinrich Schütz erklang die Englische Suite A-Dur von Johann Sebastian Bach, mit der Godehard Weithoff sein Publikum am Cembalo erfreute.
Zum Abschluss verkündete der Schlusschoral aus Bachs Kantate 147 das Geleitwort für Mitwirkende und Besucher des Konzerts: Mit "Jesus bleibet meine Freude" sangen und spielten sich Sänger und Instrumentalisten einmal mehr in die Herzen der Zuhörer. Sie wurden dafür mit herzlichem, begeistertem Beifall belohnt und vom Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates St. Josef, Paul Bungert, im Namen der ganzen Gemeinde bedankt.

07.07.03

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