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Sinfoniekonzert in der Stadthalle - Bravo-Rufe für Elena Kuschnerovas Liszt-Spiel


Die Baden-Badener Philharmonie (Bild oben). Elena Kuschnerowa mit Prof. Werner Stiefel (unten links). Generalmusikdirektor Stiefel bedankt sich nach dem Konzert bei seinen Musikern (unten rechts). (Fotos:Wörner)

(tw) (ra) Die Auflistung der Solisten, die mit der traditionsreichen Baden-Badener Philharmonie spielten, liest sich wie ein "Who is who" der Musikgeschichte. Unter Prof. Werner Stiefels profunder Stabführung gastierte am Samstag die Russin Elena Kuschnerowa in der Stadthalle. Sie lebt seit 1992 in Deutschland, wo das Publikum ihre Kombination aus brillanter Fingerfertigkeit und tief empfundener Poesie zu schätzen weiß.
Für das orchestrale Entrée bot sich die Ouvertüre "Römischer Karneval" von Hector Berlioz geradezu an. Zum einen jährt sich der Geburtstag des Pioniers großer und größter Orchesterapparate zum 200. Mal, zum anderen galt es, Franz Liszts virtuoses erstes Klavierkonzert emotional vorzubereiten. Den Baden-Badenern gelang beides: Die Ouvertüre wurde zum Paradestückchen sinfonischer Klangentfaltung und für Liszts Konzert hätte kaum ein anderes Präludium eine vergleichbar effektvolle Bühne bereitet.
Unter dem Applaus des Publikums betrat Elena Kuschnerowa im langen dunklen Kleid die schön geschmückte Bühne vor leider nicht ganz gefüllten Stuhlreihen und wer daheim geblieben war verpasste so einiges. Die Kuschnerowa verstand es, den Flügel auch im Fortissimo gehämmerter Akkorde singen zu lassen. In den nachdenklicheren, lyrischen Passagen durchdrang sie mühelos die reine Oberflächenbrillanz und verschaffte Einblicke in emotionale Tiefen. Natürlich erholt man sich von der Überrumpelung durch Liszt Klangmagie nur langsam, besonders wenn ein großer Orchesterapparat in einem vergleichsweise kleinen Konzertsaal spätromantische Werke musiziert. Dennoch bleiben auch sinfonische Schmankerln, wie etwa eine subtil geblasene Klarinettenkantilene im 1. Teil oder der vom Triangel angeführte Spuk des 3. Teils, im Gedächtnis. Wenn hier von "Teilen" die Rede ist, so liegt dies daran, dass sich Liszt auch formal als Pionier erwies und ein durchkomponiertes Werk ohne Satzpausen geschaffen hatte. Das Publikum dokumentierte seine Begeisterung mit donnerndem Applaus und Bravo-Rufen, die erst verstummten, als Elena Kuschnerowa zur Zugabe ansetzte. Franz Liszts Konzertetüde Nr. 10 ist eines jener Sturm-und-Graus-Stücke, mit denen ein Pianist nur gnadenlos untergehen oder triumphal obsiegen kann. Die Bravi wiederholten sich...
In Moskauer Konservatoriumskreisen nennt man das Werk scherzhaft "Graben-Etüde", bietet es doch der linken Hand allerhand Wühlarbeit, namentlich in den tieferen Regionen der Klaviatur.
In der zweiten Konzerthälfte wurde Werner Stiefel seinem Ruf gerecht, intelligent gestaltete Programme mit raffinierten Interpretationen zu verbrämen. Pjotr Iljitsch Tschaikovskys Schwanengesang, seine Sinfonie "Pathétique" (Nr. 6) hatte, nachdem das etwas hastig begonnene Allegro des 1. Satzes im Tempo etwas zurückgenommen wurde, das Zeug zum "Gänsehaut-Stück". Blitzsauber gezupfte Geigen im selten zu hörenden 5/4-Takt verliehen dem 2. Satz etwas Geisterhaftes. Der 3. Satz begann sprudelnd wie Champagner. Beinahe subversiv wurde der bösartig zackige Marsch vorbereitet, ehe das Ganze in betäubender Virtuosität kulminierte. Leider animierte der heftige Satzschluss zu vorzeitigem Applaus, dennoch geriet das bittersüße Streicherfinale zum Kabinettstückchen. Selten konnte man ganz tief angesetzte Schlussakorde, vorgetragen nur von Celli und Bässen, so eindringlich im klanglichen Abgrund ersterben hören. "pppppp" lautet die Vortragsbezeichnung des Komponisten. Da bei "ppp" ("piano pianissimo") die Hörgrenze erreicht wird, reichte das Geschehen ins Transzendente und das Publikum wagte lange nicht zu applaudieren.

21.09.03

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